Samstag, 13. Juni 2015

Schottland 2014 - Tag 17

30.09.2014

So langsam rief die Heimat wieder und von jetzt ab würden wir uns nur noch in Richtung Süden bewegen.

Doch auf dem Weg zu unserer letzten Übernachtung in den Schottischen Borders hielten wir zuerst einmal bei der Destille, die wir inzwischen schon zum dritten Mal angefahren hatten:



Bei unserem ersten Besuch waren wir ja so übersättigt von Destilleriebesuchen gewesen, dass wir auf die damals noch kostenlose Führung verzichtet hatten. Später bedauerten wir das und wollten das unbedingt nachholen. Bei unserem ersten Versuch, ein paar Tage zuvor, hatten wir ja mit dem Sonntag den einzigen Tag erwischt, an dem die angeblich kleineste Destillerie Schottlands geschlossen war. Dieses Mal war jedoch Dienstag und die Tore standen offen.

Allerdings hat sich inzwischen auch hier einiges geändert. Nicht nur, dass die Führung inzwischen ein paar Pfund kostet, der bisherige kleine aber feine Shop wurde in eine Bar mit Besucherwarteraum umgewandelt und der frühere Empfangsraum wurde zu einem großen, modernen Shop gleich am Eingang umgebaut. Die Zeichen der Zeit lassen sich nirgends aufhalten, aber in Edradour geht alles dennoch noch ein bisschen langsamer voran.





Auch die Führung unterscheidet sich ein klein wenig von einigen anderen Destillen. Hier darf man noch relativ ungezwungen über das Gelände streifen und nach Herzenslust knipsen.





Diese kleine Destillerie mit ihren weißen Häuschen und den roten Türen und Fenstern sieht aber auch wirklich allerliebst aus. Wie eine Puppenstubendestille. ;-)




Auch die Pot Stills sind in Edradour eher kleiner und alles wirkt noch ziemlich handgemacht.

Im Hintergrund ist der Spirit Safe zu sehen, der während wir dort standen und den Worten unserer Führerin lauschten, geputzt und poliert wurde. Dabei irritierte uns alle, dass der Angestellte den Safe auch öffnete und die Scheiben von innen putzte. Normalerweise ist der Safe nämlich fest verschlossen und sogar vom Zoll verplombt.









Als jemand sich schließlich erbarmte und danach fragte, lachten die Angestellten nur. Inzwischen könnte der Zoll schon allein an den Einkäufen der Rohstoffe errechnen, wie viel Whisky produziert würde. Da müsse nichts mehr verplombt werden. Dass viele Destillen den Mythos des heiligen Spirit Safes aufrecht erhalten, sei nichts anderes als Tradition.





Auch eine Tradition, mit der in Edradour gebrochen wird, ist das Betreten und Fotografieren in den Warehouses.

In manchen Destillen darf man die lagernden Whiskyfässer nur in einem abgedunkelten Vorraum durch eine Glasscheibe angucken.


Bei Edradour geht man während der Führung einfach mitten in die Lagerhalle und steht zwischen Fässern.
Der Geruch ist atemberaubend!

Wir schwebten quasi wie Engelchen durch die Reihen und genossen den Angels' Share ;-)



Beschwingt kauften wir natürlich noch ein paar Sonderabfüllungen und setzten unseren Weg fort in Richtung Süden. Nach dem hochfeudalen Cardhu Country House B&B sollte unsere letzte Übernachtung etwas einfacher ausfallen.
Dennoch können wir das Broomfield House in Earlston uneingeschränkt empfehlen!
Stuart, Sylvia and Tracey sind unglaublich herzliche und liebenswerte Gastgeber, die alles für ihre Gäste tun, was möglich ist. 

Wer also noch eine Übernachtungsmöglichkeit im Süden braucht, bevor es am nächsten Tag auf die Fähre in Newcastle geht, ist hier genau richtig.







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