Mittwoch, 3. Juni 2015

Schottland 2014 - Tag 15


28.09.2014


Eigentlich hätten wir Newtonmore in Richtung Norden verlassen müssen, denn unsere nächste Station lag im Speyside-Gebiet.
Doch wir wollten unbedingt die Edradour Destillerie besichtigen und fuhren wir in Richtung Süden. Bereits bei unserer allerersten Schottlandreise waren wir bei dieser Destille und hatten den Fehler gemacht, die damals noch kostenlose Führung abzulehnen.

Nach unzähligen Meilen südwärts standen wir dann auf dem komplett leeren Parkplatz und stellten fest, dass die Destille zwar täglich geöffnet war - Sonntags jedoch nicht. *hrmpf*


Um nicht völlig ohne Destilleriebesuch wieder in Richtung Norden zu fahren, besuchten wir halt die zweite Destille in Pitlochry: Blair Athol

Die produzieren zwar auch viel Whisky, der in Blends verarbeitet wird, aber auch hier hat man erkannt, dass es die Fans von Single Malt gibt. Deshalb konnten wir unser obligatorisches Sonderabfüllungsfläschchen kaufen.

Auf dem Weg auf der A9 landeten wir schließlich in einem riesigen Einkaufsareal, dem "House of Bruar". Vielen kleine Shops mit Kleidung, Haushaltskrimskrams und netten Kleinigkeiten auch eine große Markthalle mit Feinkost und einem Restaurant. Dort aßen wir zu Mittag (Soup of the Day ;-)) und stöberten ein wenig in den Shops herum. Ich kaufte einen Hut, der preisreduziert war und mein Mann fand ein paar Köstlichkeiten als Mitbringsel für seine Eltern. Und ratzfatz waren ein paar Stunden vorbei also machten wir uns langsam mal wieder auf den Weg, um unsere nächste Übernachtungsstation zu finden.

Das "Cardhu Country House" war das letzte Hotel, das ich noch ganz kurz vor unserer Abreise gebucht habe, als wir feststellten, dass wir eine Lücke in unserer Planung hatten.
Es nennt sich Luxury Bed & Breadfast und das spiegelt sich vor allem im ziemlich hohen Preis nieder. Mit etwas mehr Zeit für die Planung hätte ich es wohl nicht gebucht.





Rein optisch machte es schon etwas her.

Etwas abseits vom kleinen Dorf Knockando, ganz in der Nähe der Destille Cardhu gelegen, mit einer separaten Auffahrt und einem Parkplatz auf dem nur Luxuskarossen standen (unsere C-Klasse war da die unterste Liga).




Das Haus selbst lag in einem von einer Steinmauer begrenzten Grundstück mit diversen Nebengebäuden, in den früher sicher einmal die Angestellten gelebt hatten.





Rings um das Grundstück waren auf drei Seiten nur Felder und Wiesen, auf der vierten Seite äußerst ruhige Nachbarn.

Ein richtig schöner alter Friedhof mit verwitterten, uralten Grabsteinen.
Die kleine Kapelle war eher neueren Datums und sie war verschlossen.





Auch die Zimmer machten ordentlich etwas her. Man hätte sich also richtig wohl fühlen können, wenn der Hausherr nicht ein eher stoffeligmürrischer Gastgeber gewesen wäre, der uns nur wortkarg die Schlüssel in die Hand drückte.


Aber auch das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wir haben ja ohnehin recht selten Lust auf großen Smalltalk. Nicht so toll war aber, dass es mit der Sauberkeit arg haperte. Staub überall, die Dekokissen auf dem Bett muffelten fürchterlich, das Bad war leicht angeschimmelt und als Krönung prangte auf meiner Bettdecke ein großer Blutfleck. Also nicht auf dem Bettbezug, der war wohl frisch gewaschen, sondern auf dem Inlett.
Ich überlegte ernsthaft, mit der Decke wieder nach unten zu gehen und um eine andere Decke zu bitten. Aber als ich den Fleck entdeckte, steckte ich schon im Nachthemd. Extra nochmal anziehen und jemanden vom Haus ausfindig machen, um ein unangenehmes Reklamationsgespräch zu führen? Nööö, da hatte ich echt keine Lust darauf.

Also drehte ich die Decke so, dass der Fleck nach außen zeigte. Und so ließ ich die Decke auch am nächsten Tag liegen, als wir unterwegs waren. Ich ging fest davon aus, dass - wer auch immer das Zimmer reinigte - diesen Fleck auf jeden Fall bemerken und beseitigen würde. Tja, falsch gedacht.
Zuerst freute ich mich, weil wirklich nichts mehr zu sehen war. Die Decke war wieder festgesteckt, wie auf dem Bild zu sehen. Als ich das Bett jedoch am Abend aufschlug, prangte mir der Fleck wieder entgegen. Hat da doch tatsächlich die Reinigungskraft einfach die Decke wieder umgedreht. *kopfschüttel*

Ja, ich weiß, ich hätte spätestens in diesem Moment reklamieren sollen. Aber ich dachte mir nur meinen Teil und drehte die Decke wieder so, dass ich unter der sauberen Seite lag. Ich bin ein Schäfchen, ich weiß. *schäm*





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