Dienstag, 19. Juni 2012

Jungkatzengeschichten




Gerade stöberte ich so in einem alten Katzenthread und fand das hier, was ich mal hier speichern möchte, damit es nicht verloren geht:


08.12.2010

Winnie widersteht bisher jeglichem Erziehungsversuch, wenn es darum geht, nicht auf die Arbeitsfläche zu gehen. Die juckt das auch wenig, wenn man in der Küche ist. Kaum dreht man ihr den Rücken zu - zack ist die Kröte auf der Spüle oder auf dem Herd.
Sie springt zwar sofort wieder runter, wenn ich scharf genug "Runter" sage, aber das fruchtet halt nicht dauerhaft (wie bei Mory und bei Sammy sowieso).

Früher konnten wir ja Speisereste zum Abkühlen offen herumstehen lassen. Das habe ich mir schon längst abgewöhnt, aber ... 
Gestern gab es bei uns drei Scheiben Kassler, das mein Mann in einem breiten, flachen Topf erwärmte. Schön mit Soße drumrum. Zwei der Scheiben aßen wir gleich, die dritte ließ mein Mann im Topf. 
Nach dem Essen räumte mein Mann die Teller ab und da ich weiß, dass er zwar kocht (während ich mich um die Wäsche kümmerte), den Tisch deckt und abräumt, die Küche aber seltenst (und nach tagelangem, konsequenten Ignorieren des Saustalls meinerseits) wieder in den Urzustand zurückversetzt, sagte ich: "Die Teller aber gleich abspülen, weißt ja, sonst schlabbert Winnie dranrum!" DAS hat er auch gemacht.

Später, wir sitzen gemütlich im Wohnzimmer, höre ich ein platschendes Geräusch neben mir. Ich gucke in die Richtung und sehe im gemütlichlichthalbdunkel zwei Katzen, die interessiert über etwas Flaches gebeugt am Boden hockten. Ich kombinierte in Sekunden: Platsch - Flach - Interesse - Schmatzgeräusche ...

Tja, hat Winnie mal eben das dritte Stück Kassler aus dem (leider offenen) Topf geholt und hat die Beute aufs Parkett im Esszimmer geworfen.
Mory, der Mitläufer, hat die Gelegenheit natürlich genutzt. Ich habs ihnen dann aber doch gleich weggenommen und weggeworfen, das war definitiv kein katzengeeignetes Futter.



20.12.2010

Können Katzen eigentlich auch angeboren dappich* sein? 
Oder verwächst sich das mit dem Älterwerden und Mory steckt gerade mitten in der Pubertätwachstumsphase, in der auch menschliche Jungtiere gerne mal ihre Arme und Beine nicht richtig koordinieren können?

Mory ist jetzt schon mehrmals von der Sofalehne, vom Stuhl, vom Kratzbaum (Liste beliebig fortsetzbar) gedotscht, weil er einfach nicht peilt, wo das Teil aufhört. Gestern fragte mich mein Mann dann, ob der kleine Schussel vielleicht kurzsichtig ist. Das schließe ich eigentlich aus, denn wenns darum geht, einem Alubällchen oder dem DaBird hinterherzugucken (während Winnie immer schneller ist und das Ding sofort erlegt) ist er ganz groß.


24.12.2010

Winnie hat sich ihr Weihnachtsfestmahl nämlich heute vormittag selbst besorgt (vermutlich dachte sie, dass ich sie wie immer verhungern lasse).

Irgendjemand (ich will ja jetzt niemanden angucken *nachlinksschiel*) hat heute Morgen die nicht mehr ganz so frische Wurst aus dem Kühlschrank geholt und auf die Spüle gelegt. Warum nicht gleich in den Müll? Man(n) weiß es nicht, man(n) weiß es nicht ... 
Tja, so eine offen herumliegende Wurst und eine freilaufende Winnie ist halt eine ziemlich schlechte Kombination. Ratzfatz hatte die Kröte sich den Leberwurstzipfel gekrallt und durch die Gegend geschleppt. Als ich entdeckte, wie sie die Kalewu auf dem Parkett verspeisen wollte und ihr den Spaß verderben wollte, schnappte sie sich das Ding und sauste die Treppe hoch.

Ich natürlich hinterher. Doch ... Katzen können so verdammt unsichtbar sein, wenn sie es darauf anlegen! Sie hatte also reichlich Zeit für ein Festmahl und kam erst unter der Kommode im Schlafzimmer hervor, als mir ihr breites, sattes Grinsen zeigte, dass von der Leberwurst nicht mehr viel übrig war.



27.12.2010

Unser Christbaum steht in diesem nicht vor sondern auf dem Schrank - einem Schrank, dessen obere Etage die Zwerge (noch) nicht entdeckt haben. Sammy sprang in seiner jugendlichen Sturm- und Drangphase da öfter mal drauf und wurde ständig von uns runtergejagt, weil er beim langsamen "abseilen" regelmäßig mit seinen Krallen ein unhübsches Längsrillenmuster ins Weichholz gezogen hat.
Der Platz auf dem Schrank ließ dieses Jahr also einen ca. 80 cm hohen Baum zu, der aber bislang unbeachtet von allen Katzen vor sich hinweihnachten darf *froi*.

Gestern hatten wir Besuch von meiner Schwester, meinem Schwager und meiner Nichte. Vor allem Schwester und Schwager sind ... ähem, wie sag ichs, ohne meine Familie in Misskredit zu bringen ... nun ja, also äh, etwas laut ... also auf jeden Fall weitaus lauter als mein Mann und ich. Also nicht, dass wir nie miteinander sprechen, aber wir warten meistens ab, bis der andere fertig ist und antworten erst dann. Bei meiner Schwester und meinem Schwager gehört das Abwarten und Zuhören nicht so zur grundsätzlichen Lebensauffassung. Beide erzählen gerne und laut ... und gleichzeitig. Ganz schön anstrengend, das Ganze und meistens schalte ich irgendwann auch auf Durchzug und nicke nur noch höflich lächelnd.

Dies nur zur Info und als Erklärung warum zwei meiner drei Katzenexemplare gestern quasi den ganzen Tag unsichtbar waren (obwohl Schwester und Nichte Katzen auch sehr mögen). Winnie hingegen ist offenbar eine echte Rampensau. Ständig stolzierte sie durchs Wohnzimmer und ließ sich bewundern (ach ist die süüüüüß!!!) und streicheln. Dann drapierte sie sich elegant aufs Parkett und putzte sich, bis sie schließlich den letzten freien Stuhl in Beschlag nahm. Später lag sie im größten Gelabersturm seelenruhig auf dem Stuhl und schlief! Können Katzen eigentlich ihre Ohren abschalten? 




17.01.2011

Gestern lag mal wieder ein Pflanze auf der Treppe im EG. Was heißt Pflanze, das war ein kompletter Wurzelballen! Die Treppe vom UG ins EG sah entsprechend aus (am Samstag hatte ich die erst gewischt!). Ich folgte der Dreckspur bis in die Waschküche, in der sich die Katzenklappe befindet und entdeckte dort den passenden Plastiktopf für die Pflanze!

Sprich: Die haben einem Nachbarn von mir einen frisch gekauften Pflanztopf geklaut und diesen bis zu uns geschleppt. Dann durch das Loch in der Lichtschachtabdeckung über die Stufen in den Lichtschacht und dann durch die Katzenklappe gezogen. Dort trennten sich Wurzelballen und Plastiktöpfchen. Dieses blieb auf dem obersten Absatz zurück, während die Pflanze über die Katzenstufen nach unten auf die Waschmaschine gezerrt wurde. Dann ist die Pflanze von der Waschmaschine auf den Waschküchenboden gedotscht (der Abdruck war deutlich zu sehen) woraufhin sie quer durch den unteren Flur und die Treppe nach oben gezerrt wurde. 

Ich fass es echt nicht! Ich kann ja verstehen, dass die in ihrem jugendlichen Drang alles Tierische, was nicht bei drei auf einem unerklimmbaren Baum ist, reinschleppen. Aber Pflanzen? In Töpfen? 

Ich hab mich noch gar nicht getraut, in der Nachbarschaft herumzufragen, wer da ein Pflanztöpfchen vermisst, ich schäme mich so. Und ich überlege ernsthaft, ob ich den Ausgang auf die Tagesschicht reglementiere.



Ich schwöre, dass ich ihnen das Pflanzenapportieren nicht beigebracht habe! 

Wenn ich mir das bildlich vorstelle! :kopfkino: 
Da steht so ein Pflanztöpfchen harmlos, still und leise irgendwo auf Nachbars Grundstück und wird hinterhältig von einer (oder zwei?) Katze(n) überfallen und mit vorgehaltenen Krallen und Zähnen zum Mitkommen genötigt. Über Stock und Stein und durch Lichtschächte und Katzenklappen. Kein Wunder also, dass das Plastiktöpfchen irgendwann erschöpft aufgab ("Lasst mich zurück, Ihr schafft es sicher ohne mich!"). 

Ich habe ja Winnie in Verdacht. Mory wird vermutlich nur Schmiere stehen. Die Kröte habe ich nämlich schon mehrmals beobachtet, wie sie etwas im Mäulchen herumtrug. Aber ich begreife echt nicht, dass sie der Dreck im Mäulchen nicht stört. Die Pflanze habe ich übrigens inzwischen wieder in das Töpfchen zurückgesetzt und werde heute Abend mal meine direkte Nachbarin fragen, ob sie etwas vermisst. 





30.04.2011

Mory hinkt seit heute morgen mit der linken Vorderpfote. Die fühlt sich aber nicht heiß an und er springt auch weiterhin ständig vom Kratzbaum auf meinen Schoß und wieder zurück. Er läuft auch sonst seine üblichen Wege, nur eben hinkend. Das werde ich wohl noch im Auge behalten, so wie es aussieht, hat er sich nur "verdappt" - was bei meinem kleinen Schussel kein Wunder ist.



02.05.2011

Heute war ich mit Mory beim Tierarzt, weil er immer noch humpelt. Es ist nicht so richtig festzustellen gewesen, woran das Humpeln liegt, es kann immer noch sein, dass er irgendwo ungünstig runtergesprungen ist. Er hat auf jeden Fall ein Schmerzmittel gespritzt bekommen und ich soll ihn die nächsten zwei Tage mal im Haus behalten (habe gerade die Ausgangssperrenklappe so programmiert, dass die anderen beiden trotzdem rauskönnen).

Viel mehr Sorgen bereitet mir allerdings, dass drei Ärzte (dieses Mal hatte ich den Chef der Tierklinik sowie zwei Ärztinnen zur Ausbildung) feststellten, dass Mory im vorderen Bereich "schief" ist. Es sei recht gut zu tasten, dass seine Muskelbildung auf einer Seite viel geringer ausgebildet sei.
Es könnte sein, dass seine Dappigkeit daher kommt und dass die ständige Fehlhaltung des Bewegungsapparates irgendwann zu größeren Schwierigkeiten führen kann. 

Jetzt ist erst einmal vorrangig das Humpeln dran, denn schließlich muss er Schmerzen haben, um die Pfote in Schonhaltung zu haben. Danach sehen wir weiter. 




04.05.2011
In knapp einer halben Stunde muss ich mal wieder versuchen, den Hinkemory in die Transportbox zu bekommen. Am Montag war das ein ganz schön schwieriges Unterfangen. Beim ersten Versuch flitzte er nämlich wieder aus der Kiste bevor ich den Deckel schließen konnte. Beim zweiten Versuch war er natürlich vorgewarnt und kam nicht mehr freiwillig zu mir. Also versuchte ich ihn in eine Ecke zu drängen, um ihn zu fangen. 

Währenddessen sprang Winnie völlig freiwillig in die Transportbox, ich hätte nur noch den Deckel schließen müssen. 




06.05.2011

Mory hat wohl schauspielerische Talente, denn sonst würde er uns hier nicht den sterbenden Schwan vorhumpeln und bei Tierarzt problemlos durchs Wartezimmer galoppieren. 

Das Cortison scheint anzuschlagen, schon gestern hat er ab und zu die Vorderpfote verwendet und heute läuft er wieder auf vier Beinen - vorsichtig zwar und zwischendrin fällt ihm immer mal wieder ein, dass er auch dreibeinig hoppeln kann (vermutlich wenn er merkt, dass wir ihn aufmerksam beobachten) aber er läuft! 





10.05.2011

Wir waren auch nochmal beim Tierarzt, das war gestern echt ein Superfeierabend. 


Ich habe noch einen Termin um 17.15 Uhr bekommen sollte aber unbedingt pünktlich sein (bin ich eigentlich immer), weil sie uns dazwischenquetschte. Also mussten wir uns ziemlich beeilen, um rechtzeitig nach Feierabend nach Hause zu fahren. Ich hoffte ja inständig, dass a) kein Stau und b) Mory auch anwesend war.
Das mit dem Heimfahren klappte gut, bloß traf uns fast der Schlag, als wir die Haustür öffneten. Schwarzes Schneegestöber in zwei Etagen! Die Amsel, die da tagsüber für Spiel und Spaß gesorgt hatte, musste keine einzige Feder mehr am Körper gehabt haben. Aber mit solchen Nebensächlichkeiten konnten wir uns zunächst nicht aufhalten, wir hatten noch knapp fünf Minuten, bis wir wieder losmussten und Mory war nicht in Sicht.
Also öffnete ich erst einmal die Terrassentür, schepperte mit den Futternäpfen und öffnete eine Nassfutterdose. 

Winnie, die uns schon vor der Haustür erwartet hatte, sabberte fast schon vor Gier. Sammy saß auch schon erwartungsvoll vor seinem Fressplatz, bloß Mory war nicht zu sehen. *hrmpf*
Dann endlich hörte ich die Katzenklappe im Keller klackern. Warum zum Teufel der nicht einfach die Terrassentürklappe nahm und lieber den Umweg durch den Keller? 

Tja, dann waren wir ziemlich gemein und haben Mory gleich eingekastelt, während sich die anderen beiden über ihr Abendessen hermachten. Auf dem Weg zum Tierarzt das übliche Dauerkonzert von Mory, im Wartezimmer aber (auch wie üblich) mucksmäuschenstille. *g*

Dann wurden wir aufgerufen und ich zeigte dem Arzt den Knubbel an Morys Pfote, den ich am Wochenende ertastet hatte. Wieder drückte und zog der Tierarzt an Morys Pfote und wieder machte der keinen Mucks, keine Schmerzäußerung, keinen Rückzieher. 
Trotzdem wurde jetzt die Pfote geröntgt und siehe da, zwei feine Haarrisse waren zu erkennen. Mory hat sich also irgendwie zwei "Finger" gebrochen. 

Die Bruchstellen liegen sauber aneinander und werden mit Sicherheit wieder gut zusammenwachsen. Um das zu unterstützen bekam Mory einen Stützverband an die Pfote und ich soll am Freitag nochmal vorbeikommen. Bis dahin soll Mory mit seinem Verband nicht nach draußen gehen.

Soweit so gut. Oder halt auch nicht, denn Mory war ganz und gar nicht begeistert von dem Verband, aber dazu später.

Erst einmal fuhren wir also wieder nach Hause. Dort brachte ich Mory erst einmal ins Büro und ließ ihn dort aus dem Kennel, während mein Mann das Federchaos und den Vogelkadaver im UG beseitigte. Ich saugte das Schneegestöber im EG weg und putzte die Stellen, an denen die Kampfspuren sichtbar waren. Als ich wieder ins Büro ging, traf mich fast der Schlag: Ein ganz eindeutiger Geruch nach Katzensch... waberte mir entgegen! Und nein, es steht kein Katzenklo im Büro.

Also griff ich mir die Küchenrolle, eine Mülltüte, ein Eimerchen Wasser, den Hara-Grobschmutzhandschuh und das Fläschchen mit Myrtenöl und beseitigte das Malheur. *örgs*  
Ich war Mory nicht böse, ich war ja selbst schuld! Warum habe ich ihn nicht ganz nach oben ins ehemaligen Katzenzimmer gebracht - da steht nämlich ein Katzenklo!
Dank dem Hara-Grobschmutzhandschuh sieht man nichts mehr und dank dem Myrtenöl riecht man übrigens überhaupt nichts mehr. Beides ist in der Katzenhaltung echt zu empfehlen! 

Mory hoppelte jetzt wieder auf drei Beinen und versuchte ständig, an dem Verband rumzunesteln und rumzuknabbern. Ich versuchte ihn mit Spielen und Leckerchen abzulenken, doch irgendwann verschwand er einfach und kam kurz darauf ohne Verband wieder zurück. Das Ding hat gerade einmal eine dreiviertel Stunde gehalten. 

Tja, was soll ich sagen, wir haben beschlossen, jetzt nicht gleich wieder zum Tierarzt zu gehen und wieder einen Verband anlegen zu lassen. Mory läuft und springt schon fast wie normal durch die Gegend. Soll ich ihn jetzt wirklich mit einem weiteren Tierarztbesuch, einem neuen Verband und einer Halskrause quälen? 
Ich bin wirklich niemand, der lange zusieht, wenn ein Tier leidet und bin lieber einmal zu oft beim Tierarzt als zu wenig. Aber hier sagt mir mein Gefühl, dass Morys Pfote auch ohne Verband heilen wird. Oder sehe ich das falsch?