Montag, 7. Mai 2012

Schottische Musik - North Sea Gas



Ich war mal wieder bei einem Konzert meiner schottischen Lieblings-Folk-Band. Dieses Mal im Club Bastion in Kirchheim unter Teck.

Herr Samrow hatte keine Zeit, er war mit seinen Kumpels bei einem Bierbrauseminar und machte auf Männerausflug, also begleitete mich eine liebe Freundin, die auf ihren Irlandreisen schon einmal mit dieser Art von Musik in Kontakt gekommen ist und nicht grundsätzlich davon abgestoßen wird. *g*

Da es keine Platzkarten gab, waren wir schon fast eine Stunde vor Beginn dort - was gut war, denn die besten Plätze auf der Empore waren schon belegt. Normalerweise (so die Aussage meiner Freundin) ist der Innenraum nicht bestuhlt, dieses Mal waren Bierbänke aufgestellt und wir setzten uns auf eine Bank am Rand, um uns an die Wand anlehnen zu können.
Die Bastion ist ja wirklich ein Teil der ehemaligen Stadtmauer Kirchheims, was dem Ganzen ein ziemlich uriges, wenn auch etwas muffiges Ambiente verschafft. Der Veranstaltungsraum ist etwas beengt und nur über eine steile Treppe zu erreichen. Früher sei dies der einzige Ein- und Ausgang gewesen, inzwischen hat man eine geforderte Sicherheitsauflage erfüllt und in die dicken Mauern einen Notausgang geschlagen.

Das Konzert war mehr oder weniger eine exakte Kopie des Auftritts von letztem Herbst. Fast die gleichen Lieder, die gleichen Sprüche, die gleichen Witze ... Dennoch war es natürlich schön und obwohl ich die Witzchen schon kannte, musste ich dennoch mitlachen. Ein bisschen fehlte mir allerdings der Funke, der in der Neckarmühle immer schon beim ersten Lied übersprang, obwohl später natürlich auch mitgeklatscht* und mitgesungen wurde.

Irgenwie hatte ich auch den Eindruck, dass die drei da vorne auf der Bühne halt ihr Programm abspulten und an dem Abend nicht mit vollem Elan dabei waren (jemand anderem ist das vermutlich nicht aufgefallen - meiner Freundin zum Beispiel nicht). Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass ich meinen Mann vermisste und selbst nicht so guter Stimmung war.

Wie auch immer, musikalisch war absolut nichts auszusetzen, wie immer eine tolle Gesangsleistung und wie immer wurden alle Instrumente grandios beherrscht. Caledonia trieb mir wie immer Tränen in die Augen und Grant spielte Calums Road, mein liebstes Instrumentalstück auf der Geige. Gefehlt hat mir Dark Island und noch mehr gefehlt hat mir ein Lied, das die drei in der Neckarmühle immer nur auf ganz speziellen Wunsch eines der Betreibers als Zugabe gespielt haben. Das nächste Mal, wenn ich auf ein Konzert von North Sea Gas gehe, werde ich auf deren Facebook-Seite wohl darum bitten, doch vielleicht Leezie Lindsay zu spielen, ich bin sicher, das gefällt auch anderen.





*Mal wieder extrem nervig war der Oberlehrerklatscher auf der Empore, der konsequent einen Zwischenklatscher einbaute, um dem tumben Klatschvieh, das halt einfach den Takt mitklatschte, seine musikalische Überlegenheit zu zeigen und sich immer wieder beifallheischend zu seinen Nebensitzern wandte, die sich irgendwann entnervt abdrehten. :rolleyes: