Mittwoch, 18. April 2012

Unrecherchierte Halbwahrheiten

Eigentlich habe (hatte?) ich eine recht gute Meinung von unserer örtlichen Tageszeitung bzw. von Tageszeitungen allgemein. Also jetzt nicht das Käseblättchen mit den vielen bunten Bildern, sondern halt so von dem was tagtäglich frühmorgens von unserer wunderbaren Zeitungsausträgerin in unseren Briefkasten gesteckt wird (jeden Tag bei Wind und Wetter überpünktlich).

Weltgeschehen, Politik, Nachrichten aus der näheren Umgebung, Sportergebnisse, buntes Allerlei - das sind alles Themen über die ich mich gerne informiere. Bisher dachte ich, dass ich das mit einer Tageszeitung am besten erledigen kann.

Nun gibt es ja inzwischen ein, zwei Themen, bei denen ich mal behaupte, dass ich mich inzwischen etwas mehr auskenne, als jemand, der sich noch nie damit beschäftigt hat. Das wären Schottland, Whisky, alles was mit meinem Berufsfeld zu tun hat und natürlich Katzen.

Gerade in den letzten Wochen gab es gleich drei halbseitige Artikel zum Thema Katzen, nach deren Lektüre ich am liebsten einen gepfefferten Leserbrief geschrieben hätte - wer weiß, vielleicht mache ich das auch noch.

Der erste Artikel pries in höchsten Gefühlen das achsotolle Mutterglück an, das Katzen und Hunde erleben und dass man als Halter ja üüüüüberhaupt nichts dazu tun müsste und die tollen Katzen- und Hundemütter alles selbst erledigen würden. Eine Katzenhalterin durfte sogar davon berichten, wie toll ihre Katze nun schon die x-te Aufzucht reibungslos und achsoprima durchgeführt hat. :doppelrolleyes:
Mit keinem Wort wurde erwähnt, dass allein in deutschen Tierheimen unzählige "überflüssige" Tiere dringendst auf ein neues Zuhause warten und wie unglaublich wichtig es ist, dass man seine Katzen kastriert. Dass die Flut an Frühjahrskätzchen, die bald wieder alle Tierheime und Katzenhilfen überschwemmen wird, unbedingt eingedämmt werden muss. Nur ein Dutzidutzibildchen mit kleinen süßen Kätzchen, die an der Milchbar der Mutter liegen, ganz exponiert in der Mitte des Artikels. *kopf->tischkante*

Der zweite Artikel, nur wenige Tage später, berichtete dann - wie überraschend - von den riesigen Problemen, die das örtliche Tierheim hat. Völlig überfüllt und chronisch unter Geldmangel leidend, hat sich der Tierheimverein an die Gemeinden gewandt und um finanzielle Unterstützung gebeten. Einen pauschalen Betrag pro Bürger sollten die Gemeinden an das Tierheim zahlen, damit diese weiterhin jedes gefundene und abgegebene Tier aufnehmen, ärztlich behandeln, füttern und (hoffentlich) vermitteln können. Den Gemeinden war das natürlich zu teuer und so wurde schließlich beschlossen, nur noch für jedes einzelne Tier, das auf der eigenen Gemarkung gefunden wird, einen bestimmten Betrag zu zahlen. Wie auch immer das funktionieren soll (vielleicht bringen klamme Gemeinden dann mal eben ein paar Streuner auf das Nachbargemeindengebiet).

Dass es zwischen Artikel eins und Artikel zwei vielleicht, eventuell und überhaupt eine Verknüpfung geben könnte, kam den Redakteuren wohl nicht in den Sinn. Wo bleiben denn die ganzen süßen Kätzchen, die nicht an Freunde, Bekannte und Verwandte verschenkt werden können? Oder die man nicht (meistens viel zu jung - weil sie ja später anfangen, Geld zu kosten) über Kleinanzeigen verschachern konnte.

Erst im letzten Herbst berichtete genau die gleiche Zeitung darüber, dass jemand einen Karton mit kleinen Kätzchen vor der Tür des Tierheims abgestellt hätte. War dann wohl doch nicht so süß und unproblematisch die Katzenaufzucht.


Artikel drei ist gestern erschienen und las sich für mich von Anfang bis Ende wie eine Werbeanzeige für Zecken- und Flohmittel-Spot-Ons. Was es für eine tolle neue Erfindungen da doch geben würde und wie oft man es applizieren muss und wohin. Mit keinem Wort wurde erwähnt, dass es auch verheerende Nebenwirkungen geben kann und dass nicht nur Zecken und Flöhe unter diesen aufgeträufelten Nervengiften leiden.

Ich habe lange Zeit selbst den Fehler begangen, dem Tierarzt blind zu vertrauen und habe Sammy mit Frontline behandelt. Alle paar Wochen eine Pipette in den Nacken geträufelt und die Zeckenplage hielt sich in Grenzen. Bis zu dem Tag an dem ich nach der Applikation beobachtete, dass Sammy wie betrunken durch die Gegend torkelte und vor sich hin sabberte. Bei diesem Vorfall schob ich es noch darauf, dass ich einen Fehler gemacht habe und das Zeugs zu tief aufgetragen habe, sodass Sammy es ablecken konnte.

Ein paar Wochen später habe ich noch einmal Frontline verabreicht, zum allerletzten Mal. Denn einen Tag danach, streichle ich Sammy so über das Köpfchen und fasse in seinem Nacken in etwas Feuchtes. Ich sehe mir das genauer an und entdecke eine ca. fünfmarkstückgroßes Stelle an der kein Fell mehr ist. Und keine Haut mehr. Nur noch blankes, rohes Fleisch! *wah*

Ich kreide mir selbst an, dass ich mich nie darüber erkundigt habe, was Frontline eigentlich ist. Und welche Nebenwirkungen es haben kann. Das habe ich inzwischen aber getan und weiß, dass es auch zu Todesfällen und Lähmungen nach einer Applikation gekommen ist. Es ist und bleibt ein Nervengift und das möchte ich meinen Katzen nicht (mehr) verabreichen. Vor allem nicht prophylaktisch, wie es manche Tierärzte propagieren und wie es auch in dem Zeitungsartikel immer wieder erwähnt wurde.


Nun behaupte ich jetzt einfach mal, dass ich diese Artikel mit der nötigen Portion Skepsis, die ich aufgrund meines Mehrwissens hatte, gelesen habe. Bis vor kurzem war ich in der naiven Annahme, dass Artikel in dieser Zeitung schon auf einer gewissen Recherche basieren und die Aussagen Hand und Fuß haben. Das muss ich mir wohl abgewöhnen.


Donnerstag, 12. April 2012

Hin und zurück

Unsere Urlaubsquartiere sind gebucht, jetzt heißt es nur noch laaaange warten, bis es endlich los geht.
Am Wochenende haben wir endlich genug Zeit gefunden, um unsere Reiseroute zu überarbeiten und die passenden Hotels zu suchen.

Herausgekommen ist nun dieses:

1. Tag
Abfahrt von zu Hause bis Dünkirchen. Das sind gut 700 km, also hart an der Grenze um noch angenehm zum Fahren zu sein. In Dünkirchen werden wir im Hotel Du Lac übernachten.

2. Tag
Fähre von Dünkirchen nach Dover. Anschließend an der Küste entlang bis Brighton.
Übernachtung im Hotel Brighton Seafront, direkt an der Strandpromenade.

3. Tag
Fahrt von Brighton über Chawton (Jane Austen's House Museum) nach Salisbury, Hotel Lancers House.

4. Tag
Tagesausflug nach Stonehenge und nach Bath (Jane Austen Centre). Zweite Übernachtung im Lancers House.

5.+6. Tag
Fahrt von Salisbury zum Seawood Lynton Hotel an der Nordküste Cornwalls. Auch hier werden wir zwei Nächte bleiben, um die Gegend zu erkunden.

7.-13. Tag
Wir beziehen unser Ferienhäuschen Cockle Island Cott in Porthallow, an der Südküste Cornwalls. Gegend besichtigen, wandern, ausruhen ...

14. Tag
Fahrt über Lyme Regis zum B&B The Old George in Beaminster.

15. Tag
Fahrt nach Bognor Regis, Übernachtung im Hotel The Aldwick.

16. Tag
Wieder an der Küste entlang bis Hastings. Übernachung im Hastings House Hotel.

17. Tag
Überfahrt von Dover nach Dünkirchen. Um die Rückfahrt stressfrei zu halten, haben wir eine weitere Übernachtung im Art Hotel Aachen eingeplant.


Soweit das Grundgerüst unserer Reise, das natürlich noch ausgefüllt wird, mit den Dingen, die uns so rechts und links in den Weg springen. Sehr viel Jane Austen ist enthalten (mein Wunsch), aber auch sehr viele englische Seebäder (Herrn Samrows Wunsch).