Montag, 12. November 2012

Ausgeschrieben




Ich räume gerade auf. Meinen Kleiderschrank, meinen Bücherschrank, meine CDs und DVDs ... und auch meine Accounts und veröffentlichen Storys bei diversen Fanfiktion-Portalen.

Im Moment bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr möchte, dass jemand meine Geschichten liest. Natürlich werden unzählige Leser sich diese inzwischen gespeichert haben, aber diejenigen werden das sicherlich getan haben, weil ihnen mein Geschreibsel gefallen hat und weil sie die Story mögen. Das ist okay.

Aber ich mag mich nicht rechtfertigen müssen für etwas, das ich vor fast zehn Jahren geschrieben habe. Mit heutigem Wissen würde auch ich vieles anders schreiben, damals habe ich halt so empfunden und gedacht und ändern möchte ich die abgeschlossenen Storys nicht. Zumindest im Moment nicht, weil ich die Geschichten momentan nicht lese. Für mich ist das abgeschlossen und es wird wohl auch so schnell nichts mehr nachkommen.

Es war schön und hat viel Spaß gemacht, diese ganzen Gedanken aufzuschreiben, aber es war wohl einfach nur ein Kapitel in meinem Leben. Jetzt habe ich eine Seite weitergeblättert.



Dienstag, 30. Oktober 2012

Heimlag





Zweimal im Jahr das gleiche Theater -  vor, zurück, vor, zurück ...

Das geht mir so etwas von auf den Senkel!




Grundsätzlich ist es mir vollkommen wurscht, ob jetzt bei uns Sommer- oder Winterzeit herrscht. Mir ist es egal ob es draußen morgens hell ist oder nicht - ich mach halt die Augen zu beim Schlafen. Und mir ist es schnuppe, wann es abends dunkel wird - schließlich hat Thomas Edison die Glühbirne erfunden.

Aber dieses hin und her bringt mich regelmäßig für mindestens eine Woche völlig aus dem Konzept. Also verdammt nochmal einigt euch doch endlich auf irgendeine Zeit und behaltet die dann!


Und kommt mir jetzt bitte keiner damit, dass man ja auch die Zeitumstellung verkraften muss, wenn man in den Urlaub fährt - in meinem Fall ist das ja bei GB ganz genau eine Stunde.
Während einer Reise ist das etwas völlig anderes. Da ist man sowieso völlig durch den Wind und alles ist anders als gewohnt, da kommt es auf dieses Stündchen nicht mehr darauf an. Aber bei dieser vermaledeiten Sommer-/Winterzeitumstellung ist man zu Hause, die ganzen Tagesabläufe bleiben exakt gleich, nur die Zeit stimmt plötzlich nicht mehr.

Im Moment wache ich jeden Morgen eine Stunde zu früh auf, weil ich ja darauf programmiert bin, wochentäglich immer zur gleichen Zeit aufzustehen. Schlafe ich dann wieder ein, bin ich wie gerädert, wenn dann der Wecker losgeht - kein Wunder, da stecke ich dann ja wieder in einer Tiefschlafphase. Auch die Essenszeiten passen plötzlich nicht mehr - und nein, ich kann nicht einfach essen, wenn ich Hunger habe, denn meine Pausenzeiten sind nun einmal festgelegt.

Kaum habe ich mich dann wieder umgewöhnt, geht das Theater von vorne los, ich will das nicht!

Montag, 29. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 16 + 17 + 18

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 16 + 17
Bognor Regis - Hastings - Dover - Watou - Stuttgart

Der letzte richtige Urlaubstag auf der britischen Insel zeigte sich noch einmal mit einem absolut traumhaften Wetter, das uns ein wenig über das mieseste Frühstück der ganzen Reise (wie im vorigen Post berichtet) hinwegtröstete.

Von Bognor Regis fuhren wir in Richtung Osten, dieses Mal weiträumig um Brighton und Eastbourne herum und hätten schon zur Mittagszeit unser nächstes Etappenziel erreicht. Also legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp bei Herstmonceaux Castle ein. Das Castle selbst konnte aber nicht besichtigt werden, weil gerade eine Veranstaltung stattfand, also besichtigten wir halt den Garten und tranken Cream Tea im Chestnuts Tearoom.




Bevor wir jedoch überhaupt zum Parkplatz des Castles fahren durften, mussten durch das Gelände des Observatory Science Center vorbei fahren, auf dem gerade ein Astronomy Festival stattfand. Also quasi lauter Nerds, die in Igluzelten vor dem Gebäude mit den riesigen Teleskopen kampierten. Sofort hatte ich die Szene aus Big Bang Theory im Kopf, als Leonard, Howard und Raj in der Wüste übernachten, um den Leoniden-Schauer zu beobachten und von ihren Nachbarinnen Haschkekse angedreht bekommen (meiner Meinung nach eine der besten Folgen der ganzen Serie).


Noch immer hatten wir reichlich Zeit, also zückten wir ein letztes Mal unser Büchlein vom English Heritage und fanden direkt auf der Strecke von Herstmonceaux nach Hastings eine Sehenswürdigkeit:

Die Abtei und das Schlachtfeld von Hastings, dort wo der Normanne William der Eroberer den Angelsachsen Harald II vom Thron geschubst hat.




Interessante Sache und obwohl schon relativ viele Leute unterwegs waren (es war ja Sonntag), verlief sich die Menge, sodass das auch für mich angenehm war.
Erst als wir das Gelände schon wieder verlassen hatten und unseren Mitgliedsausweis endgültig entsorgten, weil wir ja keine weiteren Sehenswürdigkeiten mehr besichtigen würden, stellte ich fest, dass der Ausweis schon längst abgelaufen war. *upps*
Wir hatten das Ding ja in Stonehenge mit neuntägiger Gültigkeit gekauft und die waren natürlich schon längst vorbei. Aufgefallen ist das aber niemandem, uns ja selbst nicht. Vielleicht ausgleichende Gerechtigkeit, denn in Devon und  Cornwall waren die Heritage-Sehenswürdigkeiten ja quasi kaum existent.

Unser B&B in Hastings war dann eine Mischung aus gut & schlecht. Begrüßt wurden wir sehr freundlich und die Räumlichkeiten waren tiptop und nigelnagelneu renoviert. Aber unser winziges Zimmer befand sich im Soutterrain und das Zimmerfenster ging in den Kellergang, wo ständig jemand vorbei lief und der Qualm der Raucherterrasse reinzog. Auch die Waschküche hatte offenbar ein Fenster, das in diesen Kellergang führte und so waren wir bei jedem Schleudergang live dabei.

Erst in der Nacht konnten wir das Fenster ein wenig öffnen, um etwas frische Luft reinzulassen, dennoch fühlte ich mich ziemlich eingesperrt dort. Das Frühstück war dann wieder sehr lecker. Alles frisch zubereitet und in exzellenter Qualität. Ein versöhnlicher Abschluss sozusagen.


Nun machten wir uns also in Richtung Dover zur Fähre auf. Gebucht hatten wir die Überfahrt um 14.00 Uhr, doch obwohl wir noch einen ausgiebigen Einkaufsbummel in einem riesigen Supermarkt machten (lauter "gesunde" Sachen wie Chips, Schokolade, Bier, Cider aber natürlich auch Tee) kam wir schon kurz vor 12.00 Uhr am Fährterminal an.
Die Dame am Ticketschalter murmelte etwas, tippte auf ihrer Tastatur herum und drückte uns Tickets für die Fähre um 12.00 Uhr in die Hand. Auch gut. Ob wir jetzt zwei Stunden in Dover rumlungern oder zwei Stunden früher in Belgien eintreffen, war egal. Letztlich erwies sich das sogar als sehr gute Variante, denn so konnten wir vor dem Abendessen noch eine Ruhepause einlegen.

Mit einem letzten Blick auf die Kreidefelsen von Dover verabschiedeten wir uns nun also von der britischen Insel. Nicht für immer, aber ich denke mal, dass wir nicht so schnell wieder hier anlegen würden - eher weiter nördlich, viiiiieeel weiter nördlich!






Das Hotel Callecanes in Belgien ist zwar auch eher ein Tagungshotel mit riesigen Veranstaltungsräumen, aber das Zimmer war richtig nett und eine Ruhe war dort! Aus unserem Fenster blickten wir auf Felder und Wiesen und erst in ganz, ganz weiter Ferne waren die nächsten Häuser zu erkennen.
Außer uns waren nur noch zwei weitere Zimmer belegt, aber am Wochenende zuvor muss wohl richtig die Hölle los gewesen sein, wie uns die nette Hotelbesitzerin in sehr gutem Deutsch erzählte.
Als wir dort ankamen hatte ich ja erst noch den Englischmodus intus und war ganz überrascht, als der Hotelbesitzer uns auf Deutsch antwortete.
Wirklich bewundernswert, wie problemlos die zwischen mehreren Sprachen hin und her wechseln.

Das Abendessen im hoteleigenen Restaurant war ganz okay, richtig gut hingegen war das belgische Bier!
Ich trinke gerne auch britisches Bier, keine Frage, aber das Belgische ist einfach eine Welt für sich.

Das erste (kleine) Glas, das uns serviert wurde, war so lecker und süffig, dass wir es regelrecht inhalierten und gleich ein zweites Glas nachorderten. Mir reichte das dann, mein Mann bestellte noch ein Drittes.
Was wir überhaupt nicht wussten, war, dass belgisches Bier oft einen viel höheren Alkoholgehalt als unser deutsches Bier hat. Die Wucht des Alkohols traf mich dann beim Aufstehen nach dem Essen. Holla die Waldfee!

Nachts wachte ich dann mit Mörderkopfschmerzen auf und war froh, noch zwei krümelige Aspirin in meiner Handtasche zu finden, die ich mit dem wirklich übel schmeckenden Leitungswasser runterwürgte. Meinen schrecklichen Durst stillte ich auch mehr schlecht als recht mit diesem Wasser und legte mich dann wieder hin.
Meinem Mann erging es auch nicht viel besser. Der hatte zwar nur leichte Kopfschmerzen aber auch so einen Durst, dass er nach den ersten Schlucken Leitungswasser tatsächlich überlegte, sich etwas anzuziehen und eine Flasche Wasser aus dem Auto zu holen. Die Müdigkeit und Faulheit siegte jedoch.

Unsere letzte Etappe lag vor uns und rechtzeitig zur Heimreise war das schöne Wetter verschwunden und der Regen begann. Gischt, Nebel, Unfälle, Stau, Umleitungen, Vollsperrung - das volle Programm.
Dazu kam dann noch das absolut minderwertigste Essen in einer Autobahnraststätte, das wir jemals in unserem Leben zu uns genommen haben. Eine richtig tolle Heimfahrt also und wir waren unglaublich erleichtert, als wir endlich zu Hause waren.




Mein Fazit fällt dieses Mal nicht so überschwänglich begeistert aus. Es waren natürlich auch viele schöne Dinge dabei und grundsätzlich ist ein Urlaub ja erst einmal eine schöne Sache.
Aber es war einfach nicht Schottland. Ich vermisste die Weite der Landschaft, die menschenleeren Straßen, die Destillen, die Castles und einfach das Gefühl in Schottland zu sein. So seltsam es klingen mag, aber mein Herz hängt einfach an diesem nördlichen Teil der britischen Insel.







Donnerstag, 25. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 15

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 15
(Broadwindsor) Beaminster - Bognor Regis

Obwohl nicht viel auf dem Tagesprogramm stand (nämlich gar nichts), verließen wir Broadwindsor relativ zügig nach dem Frühstück. Dort haben wir uns einfach beide nicht sonderlich wohl gefühlt und waren regelrecht erleichtert, das Haus der tausend Kadaver hinter uns zu lassen. Da mag das Zimmer noch so schön eingerichtet sein, wenn der Rest nicht stimmt, passt alles nicht.

Da wir nichts geplant hatten, klappte ich mal das Buch vom English Heritage auf, das wir in Stonehenge bekommen haben, und suchte nach einer Sehenswürdigkeit, die auf unserem Weg lag. Durch unsere Mitgliedschaft beim English Heritage hatten wir ja freien Eintritt bei allen möglichen Sehenswürdigkeiten. Also steuerten wir das Maiden Castle an.

Castle, das hört sich ja nach einem Gemäuer an. Bestenfalls noch Tipptopp in Schuss mit Gemälden, Wandteppichen und hochfeudal ausgestattetem Mobiliar. Aber auch eine Ruine kann ja durchaus ihren Charme haben. Uns erwartete jedoch erst einmal eine Nebelsuppe.

Zumindest war der Parkplatz jedoch kostenlos - etwas, womit wir in Schottland wohl absolut verwöhnt wurden. Denn bei unserer jetzigen Reise durch den Süden der britischen Insel war das mit den Parkplatzgebühren meistens so gelöst: Ein Parkplatz, der "nur" 1 Pfund kostet, bedeutete einen ausgiebigen Fußmarsch. Bei 3 Pfund lief man schon nicht mehr ganz so lange und bei 5 Pfund parkte man schon ziemlich privilegiert.

Hier nun also beim Maiden Castle führte uns eine schmale Straße direkt zu einem kostenlosen Parkplatz im Nichts. Mir schwante Übles, denn das assoziierte ich gleichmal mit einer stundenlangen Wanderung zur eigentlichen Sehenswürdigkeit. Doch sonderlich weit war es nicht.


Wie sie sehen, sehen sie nichts:





Und was wir eigentlich hätten sehen können, entdeckten wir dann auf einer dreckverschmierten Hinweistafel.

Also kein Castle im eigentlichen Sinne, mehr eine prähistorische Wallanlage.

Nun denn, es war ein kostenloser Spaziergang durch den Nebel über Feld und Wiese, einschließlich Schafsköttel. Joah, ganz nett.







Also nochmal das Heritage-Buch gezückt und das nächste Castle anvisiert, das sich auch wirklich als ein gemauertes Exemplar herausstellte, wenn die Innenausstattung auch ein wenig karg war.

Das Portland Castle war nämlich weniger ein Schloss oder eine Burg in der feudale Herrschaften gelebt hatten, sondern hatte hauptsächlich Verteidigungsaufgaben.




Zwischen Weymouth und der Halbinsel Portland liegt der Chesil Beach, einer meilenlangen Ansammlung von Millionen oder Milliarden von Kieselsteinen. Zuerst dachten wir ja, dass damit die Verbindungsstraße geschützt wurde und die Kiesel dorthin geschüttet wurden. Aber bei dem fast unendlichen Ausmaß der Fläche konnte ich mir das wirklich nur noch schlecht vorstellen. Inzwischen weiß ich, dass das tatsächlich eine natürliche Aufschüttung ist, die vermutlich von der Eiszeit her stammt. Faszinierend ist es auf jeden Fall, wenn es auch recht anstrengend ist, die kieselige Düne zu erklimmen.






Am späten Nachmittag erreichten wir dann unser nächstes Etappenziel, ein Hotel in einem Vorort von Bognor Regis. Von außen war es ja noch ganz ansehnlich, sogar einen Tick hübscher als das Vorschaubild im Internet. Von innen zeigte sich aber, dass da ganz dringend eine Kernsanierung mit anschließender Generalreinigung notwendig wäre. Muffig, staubig, verwinkelt, altbacken. Positiv war eigentlich nur, dass das Bett etwas breiter als sonst war. Aber selbst das konnten wir nicht unbedingt für einen erholsamen Schlaf nutzen, weil der russischstämmige (?) Nachbar sein Leben offenbar nur allzu gerne auf die Straße verlegte. Das Frühstück im versifften Frühstückszimmer war eigentlich eine Frechheit, ich wusste echt nicht, dass man als Englischer Koch bei einem englischen Frühstück so viel falsch machen kann - ranziges Fett, saure Bohnen, zweifelhafte Eier, dünner Spülwassertee. *würg*


Dennoch schenkte uns Bognor Regis zumindest am Vorabend einen wunderbaren Sonnenuntergang:



 Das behalte ich mal in schöner Erinnerung und vergesse das Hotel dort ganz schnell wieder. ;-)











Mittwoch, 24. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 14

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 14
Porthallow - Beaminster

Die Woche in Porthallow flog nur so dahin, kaum hatten wir ausgepackt, schon mussten wir wieder alles im Kofferraum verstauen und unser kleines Cottage für immer verlassen. Es war wirklich schön dort, dennoch bekam ich langsam Heimweh (vor allem nach den Katzen) und mein Rücken vermisste das Wasserbett doch ziemlich schmerzlich.

Nun hatten wir also unseren westlichsten Punkt der Reise hinter uns gebracht, ab jetzt würde es wieder in Richtung Osten gehen. Bei der Planung unseres Urlaubs haben wir uns ja relativ kurze Fahrstrecken eingeplant, um auch etwas von der Landschaft mitzubekommen und nicht von Ort zu Ort hetzen zu müssen. Deshalb gab es auch auf dem Rückweg zur Fähre noch zwei Übernachtungen. Jetzt im Nachhinein muss ich allerdings sagen, dass wir da lieber eine davon eingespart hätten. Das Gelbe vom Ei waren nämlich beide Stationen nicht - aus verschiedenen Gründen. Aber dazu später mehr.

Erst einmal stand ein weiteres, von JaneAusten geprägtes Highlight an: Der Besuch von Lyme Regis.

Bei strahlendem Sonnenschein war zwar dort auch recht viel los, aber auf eine so entspannte Art, dass selbst ich das problemlos ertrug.






Wir schlenderten einmal komplett die ganze Strandpromenade ab, vorbei an den pastellbunten Umkleidehäuschen bis zum berühmten Cobb, über den ich natürlich auch bis zur Spitze lief. Dort stieg ich eine der fürchterlich steilen Treppen nach unten - vielleicht ja genau die Treppe, die Louisa Musgrove hinunter gesprungen sein soll.




Auf dem Rückweg setzten wir uns mit je einer Kugel Eis am Rand der Promenade ein wenig in die Sonne und guckten einfach nur, was die Leute dort so trieben. Ein richtig entspannter Nachmittag halt.

Wesentlich unentspannter war dann die Suche unseres Abendquartiers. Nachdem die Hotelpreise in Lyme Regis so exorbitant teuer waren, hatten wir uns ein B&B in der näheren Umgebung gesucht. Angeblich befand sich das in Beaminster, doch die angegebene Adresse war dort nicht zu finden. Nach einigem herumirren habe ich dann drei ältere Ladies am Straßenrand gefragt, die sich zwar nicht so ganz sicher waren, uns jedoch dennoch in den Nachbarort Broadwindsor schickten.

Und siehe da, die Broadwindsor Road gibt es zwar auch in Beaminster, die Nummerierung fängt aber anderthalb Meilen früher, in Broadwindsor an. Blöd nur, dass das auf der Homepage des B&B nicht so eindeutig erwähnt wird - oder wir zu doof dafür waren (unser Navi fand das aber auch nicht, aber das hat ja auch nur das falsche Porthallow gefunden ;-)). Wie auch immer, schließlich hatten wir ja unser Ziel erreicht und ich klingelte mal eben, um nach einem Parkplatz zu fragen. Es öffnete ein verschrobener älterer Herr in Cordsamthose und kariertem Hemd, der ein so undeutliches Englisch sprach, dass ich kaum ein Wort verstand. Vermutlich denkt der heute noch, dass ich schwerhörig sei, weil ich jedes Mal nachfragen musste, wenn er etwas zu mir sagte.

Das Zimmer war wirklich schön, das muss ich zugeben und auch das Bad war nigelnagelneu gefliest und mit einer echt faszinierenden viktorianischen Badewanne ausgestattet. Also freistehend und mit Löwenkrallenfüßen. Doch so gerne ich immer mal wieder ein schönes Wannenbad nehme, ist es mir morgens doch lieber, kurz unter die Dusche zu hüpfen. Und da ist es schon ein wenig hinderlich, keinen Duschvorhang zu haben.

Gruselig war jedoch das übrige Haus. Überall  - und wenn ich schreibe überall, dann meine ich das auch - hingen diverse Jagdtrophäen. Wo man hinschaute glotzten einen ausgestopfte Tierköpfe an oder waren Felle an die Wand genagelt. Ein Zebrafell hielt ich erst noch für ein Fake, als ich jedoch im Frühstücksraum die ausgestellten Safarifotos des Hausherrn mit Flinte über der Schulter sah, ging ich davon aus, dass auch die exotischen Felle (Zebra, Antilope und ein Löwe) echt waren. Ich finde so etwas wirklich furchtbar.

Die Atmosphäre des Hauses, gepaart mit der seltsamen Verschrobenheit des Hausherrn, trug also sicherlich dazu bei, dass wir uns dort nicht sonderlich wohl fühlten.

Dabei fanden wir gleich gegenüber einen richtig netten und urigen Pub, in dem wir ein leckeres Abendessen bekamen:



Dennoch würde ich dieses B&B nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählen und auch nicht weiterempfehlen. Aber im Gegensatz zu dem, was uns am nächsten Tag erwartete, gehörte es noch zur besseren Kategorie. Doch dazu später mehr.


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Eine Woche in Cornwall II

Südengland + Cornwall 2012 - Eine Woche in Cornwall II
Porthallow

Hinter den Bergen, bei den sieben Zw ...  tja also in unserem Cottage in Porthallow gab es keinen Empfang. Kein Handy, kein Internet - NÜSCHT.

Nicht, dass das schlimm gewesen wäre, auch wenn wir uns extra einen Surfstick mit Auslandsflat besorgt haben, um die Verbindung zur Außenwelt zu behalten. Wie gesagt, wir konnten auch ohne Netz leben, eigentlich. Wäre da nicht ... *pfiffel* lacht nicht, aber ich hatte den Termin für die Auswahl der Douglas-Box ständig im Hinterkopf. Irgendwie krank, nicht?
Ich gehöre ja eigentlich nicht zu denjenigen, für die um kurz nach sieben die Welt nicht mehr in Ordnung ist, weil alle Parfümpröbchen schon weg sind. Aber so ganz wollte ich halt auch nicht auf Spiel und Spaß beim Auswählen verzichten und zurück in die Steinzeit der Überraschungs-BOB zurückfallen.

Also habe ich am Douglas-Tag das Netbook und den Surfstick mit ins Auto genommen und wir haben einen Ort angesteuert, der ziemlich vielversprechend für Empfang aussah:



Das sind die Antennen der Goonhilly Satellite Earth Station, die früher einmal die größte Satellitenanlage der Welt war. Seit 2008 ist die Station jedoch stillgelegt und nur noch die wirklich riesigen Antennen stehen da in der Gegend herum. Direkt daneben ist jedoch ein richtig netter Wanderparkplatz und genau dort stellten wir unser Auto ab. Während ich also Pröbchen bei Douglas zusammenstellte und meine Mails checkte, spazierte mein Mann ein bisschen in der Gegend herum.

Anschließend brachen wir wieder einmal in Richtung Westen auf. Das zieht sich ganz schön und so war es quasi Mittagszeit, als wir in St. Ives eintrafen - gemeinsam mit gefühlt mindestens 1.000.000 anderer Menschen. Ich bin ja ohnehin kein Freund großer Menschenmassen (hab ich, glaub ich, schon mal erwähnt *pfiffel*) aber dort erlebte ich einen regelrechten Panikanfall. Die engen Gassen auf dem Weg zum Hafen, die vielen Leute, es war warm, es war laut, es war voll ...

Mein Mann kennt mich ja inzwischen (wir kennen uns ja schon fast zwanzig Jahre) und sah mir sofort an, dass ich kurz davor stand, entweder umzukippen oder Amok zu laufen. Also zog er mich in eine ruhigere Seitengasse und ich konnte endlich wieder richtig atmen.

Auf dem Bild vom Hafen sieht man die Menschen gar nicht so, aber ich verspreche hoch und heilig, dass sie wirklich da waren und gefühlt immer mehr wurden.


Wir verließen St. Ives dann doch wieder relativ zügig und verzichteten auch darauf, uns in irgendeinen überfüllten Laden zu quetschen. In einem Supermarkt in einer ruhigeren Seitengasse kauften wir uns ein Sandwich, das wir unterwegs aßen. Dann ging es mir wieder besser, vielleicht war ich einfach unterzuckert.

Unterwegs waren wir nach - ich sagte immer Tingeltangel, aber das Castle heißt: Tintagel. Angeblich eine wunderschöne Ruine auf einem Felsen, der direkt an der Küste liegt. Doof nur, dass wir nach 60 Meilen Fahrt eigentlich nur eines sahen: Nebel. Die Suppe wurde immer dicker, je näher wir in Richtung Tintagel kamen.


Ist zwar müüstisch, hat aber den Blick ziemlich behindert, vernebelt sozusagen. Das war also ein ziemlicher Reinfall. Aber sei es drum, das war offenbar ohnehin nicht so ganz mein Tag gewesen.



Am nächsten Tag fuhren wir wieder fast 60 Meilen, aber Richtung Osten zum Eden Projekt.

Ein durch Bergbau völlig abgewirtschaftetes Tal wurde mit neuem Leben gefüllt. Pflanzen aus der ganzen Welt haben einen Platz in den großen Kuppelgewächshäusern gefunden, durch die man auf Wegen und Stegen durchgehen kann.






Drumherum sind auch (mit einheimische Pflanzen) verschiedenen Beete und Wege angelegt, ein Bähnchen fährt herum, man kann Pflanzenableger und Sämereien kaufen und natürlich gibt es auch mehrere riesige Gastronomieabteilungen.

Das Grundprinzip (aus einem völlig zerstörten Gebiet etwas Neues zu schaffen) finde ich richtig gut. Vieles war auch interessant und doch hätte ich es mir irgendwie anders vorgestellt. Dabei kann ich noch nicht einmal richtig erklären, wie genau. Man muss das aber wohl mal gesehen haben. Oder man spart sich das und besucht lieber einen der kleineren, liebevoller angelegten Gärten Cornwalls.



Ein Tag blieb uns noch in Porthallow und den nutzten wir, um ein bisschen auf dem South Coast Path an der Küste entlang zu wandern.


Hier auf dem Bild ist die Vegetation ja noch recht manierlich und man sieht sogar etwas vom Meer, aber das war größtenteils nicht so. Oft mussten wir uns durchs hohe Gebüsch schlagen und ich war ziemlich froh, eine Jeans zu tragen, die das Dornengestrüpp, das gegen meine Beine schlug, etwas abmilderte. Auch war der Boden oft matschig und einmal setzte ich mich auf den Hosenboden, als der Pfad ziemlich steil abwärts ging.

Insgesamt war es also nicht unbedingt ein netter Spaziergang auf dem Coast Path, deshalb sind wir nach ungefähr einer Stunde auf die Idee gekommen, einen anderen Weg zurück zu suchen.

An einer offiziellen Weggabelung bogen wir nach links ab, folgten einem Weg und standen kurz darauf auf einer Wiese. Wieder zurück und das vielleicht verpasste Hinweisschild gesucht, doch da war nichts. Allerdings war erkennbar, dass offenbar an diesem Tag schon einmal jemand über die Wiese gegangen ist, also folgten wir diesen Fußspuren querfeldein. In der Ferne war eine Straße zu erkennen und die visierten wir an.





Mit Straße meine ich so etwas, also wieder einmal Hecke rechts und Hecke links. Wir konnten weder erkennen, wo das Meer war, noch sonst irgendeinen markanten Landschaftspunkt. Gefangen zwischen den Hecken. War jetzt nicht so prickelnd, aber wir sind mutig mal in die Richtung weitergegangen, in der wir Porthallow vermuteten.

Da ich das jetzt hier schreiben kann, wisst ihr ja, dass wir letztlich den richtigen Weg gefunden hatten. Zwischendurch war mir aber doch ganz schön mulmig zumute.

Insgesamt waren wir gute drei Stunden unterwegs gewesen und hatten uns unser Bier im Pub redlich verdient.



Toll an unserer Wanderung war jedoch, dass wir kaum jemandem begegnet sind. So menschenleer war es eigentlich nirgends in Cornwall und es war eine richtige Erholung, nur Natur um uns zu haben (auch wenn es größtenteils nur Hecken waren.

Die einzigen Lebewesen, die uns begegneten waren diese flauschigen Cattles, die ich natürlich entzückend fand (und mich nach Schottland sehnte).









Dienstag, 16. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Eine Woche in Cornwall

Südengland + Cornwall 2012 - Eine Woche in Cornwall
Porthallow 


Nachdem wir es uns nett in unserem Cottage eingerichtet hatten und etwas zur Ruhe gekommen waren, unternahmen wir natürlich einige Ausflüge, um die kornischen Highlights anzusehen.

Wir begannen damit, einfach mal zur südlichsten Spitze der britischen Insel zu fahren, dem Lizard Point.
Bei traumhaftem Wetter entdeckten wir eine Landschaft, die mich unglaublich an Schottland erinnerte. Kein Wunder also, dass ich mich hier wirklich richtig wohl fühlte ;-). Es war aber auch unglaublich schön:










Wir landeten auf unserem ausgedehnten Fußmarsch zuerst am "Old Lizard Head" bevor wir auf dem Küstenweg entlang bis zum tatsächlich "Lizard Point" gelangten, an dem sich auch das "Lizard Lighthouse" befindet.





Als nächstes stand der Besuch von St Michael's Mount auf dem Programm. Es war gerade Ebbe und wir konnten die Insel zu Fuß erreichen. Leider hat sich das Wetter da ein wenig eingetrübt und angesichts der Menschenmassen, die sich auf der Insel befanden, haben wir auf einen Besuch des Castles lieber verzichtet.



Interessant war es dennoch und auf dem Rückweg hatten wir das sagenhafte Glück, ein Bild ohne Touristenherden in Badeschlappen knipsen zu können. Weniger Glück hatten wir bei der Delfinsichtung. Kurz bevor wir an die Kaimauer traten, muss eine ganze Delfinschule vorbeigeschwommen sein und die Leute waren noch völlig aus dem Häuschen. Als ich über die Mauer guckte, war natürlich nichts mehr zu sehen.

Weiter in Richtung Westen besuchten wir Mousehole, um uns den Hafen anzusehen.




Und dann schließlich den westlichsten Zipfel der britischen Insel.



Fast genau zwei Jahr zuvor waren wir ja am Gegenstück dieses Hinweisschilds:



Damals dachte ich, dass John O'Groats eine  "Touristenabzocke mit einem Souvenirlädchen am anderen"   sei. Gegen das, was Land's End bietet ist das schottische Pendant jedoch ein lauschiges, kommerzloses Plätzchen. Schon allein der Parkplatz ist eine Massenabfertigung mit Einbahnverkehr. Um dann zum tatsächlich westlichsten Punkt zu kommen, durchquert man einen regelrechten Vergnügungspark. Wir hatten nur das Glück, recht spät am Abend dort anzukommen, sodass uns die Menschenmassen, die sich dort wohl tagsüber tummeln, erspart geblieben sind. Aber auch so hat uns nichts dazu animiert, länger dort zu bleiben, obwohl die Gegend hinter dem ganzen Kommerz ganz nett sein kann.





Was man auf den Bildern nicht sieht, ist jedoch die Nebelwand, die übers Land auf uns zukroch. Das sah richtig unheimlich aus - zu schade, dass wir nicht daran dachten, das zu knipsen. Auf jeden Fall haben wir uns dann doch lieber wieder auf den Heimweg gemacht.



Donnerstag, 11. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 7 + 8

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 7 + 8
Lynton - Porthallow

Schön war es in Lynton bei Kerinda und Russ (oder Ross - ich habe es leider nicht richtig verstanden) und wir wäre dort wirklich gerne noch ein paar Tage geblieben. Vor allem Kerinda habe ich sofort ins Herz geschlossen und hätte sie am liebsten zum Abschied gedrückt.

Nichts desto trotz freuten wir uns auf Cornwall und unser Häuschen dort. Also tippte ich die Ortschaft Porthallow in unser Navigationsgerät ein und wir machten uns auf den Weg.


Wenn wir in Schottland unterwegs waren, war allein die Fahrt immer eine schöne Gelegenheit, etwas vom Land zu sehen. Ein atemberaubender Aussichtspunkt jagte den nächsten und auch der Fahrer hatte etwas davon.

Leider war das in unserem diesjährigen Reisegebiet nicht so schön. So wie auf dem Bild sah es überall aus. Mannshohe Hecke rechts und ebensolche links. Ab und zu unterbrochen von einem Viehgatter, wo man einen Blick auf die dahinter liegende, in der Tat wirklich zauberhafte Landschaft erhaschte. Wir können inzwischen sagen, dass die Hecken in Devon grüner als die in Cornwall sind, aber mehr halt nicht. Wirklich schade!

Natürlich haben wir auch ab und zu einmal angehalten, wobei auch das ziemlich schwierig war. Schöne Parkplätze gibt es eigentlich überhaupt nicht. Auf der Landstraße zwischen den Hecken sowieso nicht, da ist ja gerade genug Platz für zwei Fahrspuren.
Und selbst auf der vierspurigen Schnellstraße (zwar ohne Hecken aber auch mit weniger schöner Landschaft - obwohl die andere hat man ja ohnehin kaum gesehen) gibt es keine "richtigen" Parkplätze, die auch zum Rasten einladen. Was bei uns vielleicht als Notfall-Pannenbucht dient, ist in GB offenbar ein Pausenrastplatz. Tee und Sandwich quasi direkt neben vorbeidonnernden LKWs.

Aber wir hatten ja gut gefrühstückt und unser Navi gab an, dass wir schon gegen 14.00 Uhr in Porthallow ankommen würden, also brauchten wir keine Anlaufstation für ein Mittagessen, das würden wir dann gemütlich in unserem Häuschen zu uns nehmen. Ungefähr 20 Meilen vor der Ankunft in Porthallow gingen wir noch rasch einkaufen, nicht nur unser Mittagessen, sondern auch ein paar Frühstücksutensilien, denn in der folgenden Woche waren wir ja Selbstversorger.

Nach dem Einkauf legten wir dann rasch die letzten Meilen zurück und folgten den Anweisungen der Navi-Tante. Die Straßen wurden immer enger, die Hecken rückten immer näher, doch ich wusste ja, dass unser Ziel ziemlich weit vom Schuss in einer Meeresbucht lag. Dass da keine Schnellstraße hinführt, war uns klar.
Als die Navi-Tante jedoch plötzlich sagte: "Sie haben Ihr Ziel erreicht!", guckte wir schon etwas sparsam aus der Wäsche.

Da war nämlich nichts. Also wirklich nichts außer Hecke rechts und Hecke links. Also fuhren wir erst einmal weiter, was anderes wäre uns sowieso nicht übrig geblieben, denn Platz zum Wenden war nicht vorhanden. Irgendwann kamen wir tatsächlich am Meer an, dort waren auch viele geparkte Autos und eine Bucht in der einige badeten und surften. Auch ein paar Häuser gab es, aber halt kein Dorf.

Nun gut, dachten wir, vielleicht sind wir von der falschen Seite gekommen. Fahren wir mal weiter, das Dorf wird sicherlich noch auftauchen. Doch nachdem wir wieder zwischen den Hecken landeten und es wieder bergauf ging, wurden wir immer irritierter. Schließlich hielten wir in einer Ausweichbucht an. Noch einmal befragte ich die Navi-Tante, die eisern darauf beharrte, dass wir Porthallow gerade eben passiert hätten. Hat da jemand das Dorf geklaut? Plötzlich alles abgerissen?

Ich kramte die Unterlagen vom Cottage hervor, denn dort war auch eine Wegbeschreibung aufgeführt, die wir aber ja nicht gebraucht haben - wir haben ja ein Navi. Auch die Landkarte holte ich hervor und verglich anschließend die Ortsangaben auf der Wegbeschreibung mit der Landkarte und der Anzeige der Navi-Tante, wo wir uns momentan befanden.

Tja, wir waren ganz eindeutig falsch.

Es gibt in Cornwall zwei Ortsbezeichnungen mit dem Namen Porthallow. Eines in der Nähe von St. Keverne  (da hätten wir hingemusst) und eines davon in der Nähe von der Talland Bay (dort standen wir).
Hätte unser Navi auch nur mal sachte aufgemuckt und mir das mitgeteilt, dann hätte ich schon bei unserer Abfahrt mal genauer hingesehen. Aber unser Navi kannte nur die zwei Häuser bei Talland Bay und nicht die richtige Ortschaft viel weiter westlich. Warum auch immer!

Wie auch immer, wir waren falsch und hatten nun plötzlich noch einmal 60 Meilen vor uns. Es war dann fast 17.00 Uhr, als wir endlich im richtigen Porthallow ankamen.

Uns erwartete ein richtig schönes, schnuckeliges Cottage:






Im Wohnzimmer stand ein Blumenstrauß, in der Küche auf einem Tablett eine Teekanne, zwei Tässchen und eine Packung Kekse. Wir wurden also richtig nett vom Häuschen begrüßt.
Nachdem wir noch rasch unsere Siebensachen ins Haus gebracht haben, machte ich erst einmal Tee und wir saßen draußen auf dem hübschen Sitzplatz.

Am nächsten Tag haben wir einen Ruhetag eingelegt. Es war richtig schön, endlich ohne Wecker aufstehen zu müssen und zu Wissen, dass man nicht irgendwohin fahren musste. Wir saßen im Garten und lasen, gingen später ein bisschen spazieren und guckten uns Porthallow an. Das Wetter war traumhaft!



Porthallow Cove




Montag, 8. Oktober 2012

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 6

Südengland + Cornwall 2012 - Tag 6
Lynton

Nach einem überaus leckeren Frühstück starteten wir unseren Tag in Lynton mit einer kleiner Wanderung durch das Valley of Rocks. Leider war das Wetter an diesem Morgen noch etwas verhangen, aber dieser Küstenabschnitt ist wirklich atemberaubend, vor allem, wenn man nicht so ganz schwindelfrei ist und die Klippe direkt neben dem Weg steil abfällt.






Als nächstes Ziel hatten wir uns dann einen Besuch von Arlington Court ausgesucht, einem Landhaus mit einem bunten Sammelsurium als Inventar.
Neben Möbeln aus vielen Epochen waren auch Buddelschiffe, Teller, Löffel, ausgestopfte Vögel, Reisesouvenirs und Muscheln zu sehen.

Neben dem Haupthaus sind auch die Gärten recht interessant und natürlich auch das Kutschenmuseum des National Trust.

Als wir dort waren, fand gerade eine "Dress up Show" statt, ein Begriff, mit dem ich zunächst gar nichts anfangen konnte, es stellte sich aber schnell heraus, dass damit das Aufzäumen eines Pferdes gemeint war.

Leider wurde das aber nur erklärt und nicht vorgeführt, obwohl ein echtes Pferd als Anschauungsobjekt auf den Hof geführt worden war.



Wenn man anglophil angehaucht ist, sieht man sich natürlich alle möglichen Fernsehberichte an, die über Großbritannien laufen. So hatten wir auch vor ungefähr einem Jahr eine Sendung angesehen, in der über das Örtchen Clovelly berichtet wurde. Dementsprechend neugierig waren wir darauf, mit eigenen Augen zu sehen, wie dem steilen Felsenabschnitt der Platz für ein paar kleine Häuschen und mördersteile Sträßchen abgerungen wurde.

Autos fahren natürlich dort keine, dementsprechend wird man als Tourist erst einmal auf den großen Besucherparkplatz gelotst (kostenpflichtig natürlich), dann darf man Eintritt dafür bezahlen, das Dorf zu besichtigen. Erst dann ist der Weg frei durch den riesigen Tourineppshop und erst dann darf man den steilen Abstieg beginnen.

Ist der Weg anfänglich noch glatt geteert, fangen ab der Eselstation (früher Lastentiere - heute Kinderreitamüsement) die unangenehme Kieselsteinpflasterung an. Blöderweise hatte ich nämlich an diesem Tag darauf verzichtet, meine festen Wanderschuhe anzuziehen. Zwar trug ich schon Trekkingschuhe, aber die  hochkant verlegten Kieselsteine drückten bei jedem Schritt äußerst unangenehm durch die Sohlen.






Ebenfalls etwas unangenehm war für mich die Menschenmenge, die sich durch die engen Gässchen bis zum Hafen schob. Dabei hätte das Örtchen wirklich einen pittoresken Charme, aber das war echt too much!

Dennoch bin ich tapfer bis nach ganz nach unten gegangen (immer im Hinterkopf, dass wir dann ja auch alles wieder nach oben gehen müssen). Im Hafen haben wir dann ein Pasty gegessen und ein paar Hunden beim Ballspielen zugeguckt, bis wir uns wieder an den Aufstieg machten. Trotz meiner Befürchtungen ging das schneller, als ich gedacht habe.



Letztlich konnte Clovelly keine riesige Begeisterung in mir wecken. Es ist in der Tat eine Meisterleistung, die örtlichen Gegebenheiten so zu bezwingen und bewohnbar zu machen. Inzwischen ist es aber ein reiner Touristenort - wenn nicht sogar ein reiner Touristennepp.



Der einzige Lichtblick für mich war das hier:


Ich litt wirklich unter dramatischem Katzenentzug und diese hübsche junge Katzendame hat das genau erkannt. Sie ließ sich nicht nur von mir streicheln, sie tat auch so, als würde sie es genießen und war zutiefst enttäuscht, als ich weitergehen musste.