Dienstag, 13. September 2011

Fragen und Gedanken für/gegen Katzengesellschaft

Warum denkst du an zwei Kitten?
Ich selbst hätte nie an zwei Kitten gedacht, dieser Vorschlag kommt von der Frau von der Katzenhilfepflegestation, bei der ich nachgefragt habe, ob sie eine passende Zweitkatze für Sammy hätte.
Sie meinte, dass sie in einem solchen Fall recht gute Erfahrungen mit zwei jüngeren Neuzugängen gemacht hätten. Eine Einzelkatze zu einem absoluten Einzelprinzen kann gut gehen - kann aber aber auch gewaltig in die Hose gehen und dann steht die neue Einzelkatze blöd da und muss vielleicht sogar wieder zurückgegeben werden. Das möchte ich ja nun wirklich nicht.
Bei zwei Jungkatzen würden die sich miteinander beschäftigen und der "Senior" könnte sich daran beteiligen oder die beiden Jungen eben ignorieren bzw. dulden und sein Eigenbrödlerdasein weiterführen.
Das klang für mich irgendwie einleuchtend, auch wenn ich immer noch hin und her überlege, ob ich einen Versuch wagen soll. 

Hast du keine Angst um die Neuzugänge?
Ich bin auch immer noch skeptisch, andererseits habe ich das Gefühl, dass Sammy sich einfach schrecklich langweilt. Wir sind ja den ganzen Tag nicht zu Hause und obwohl ich mich bemühe, mich mit ihm abends zu beschäftigen, kann ich ihm kein artgenössisches Verhalten bieten.
Ich würde die Sache auch sehr vorsichtig angehen und die Neuankömmlinge zuerst in einem Extrazimmer einquartieren. Wir werden bald ein Gästezimmer frei haben, in das Sammy normalerweise bisher nicht gehen durfte. Eine versperrte Tür wäre also nichts Neues für ihn.
Nach ein paar Tagen dachte ich daran, eine Gittertür verwenden, damit sich alle sehen und beschnuppern können.

Es gibt keinen Welpenschutz bei Katzen!
Ich hatte vorher auch nicht davon gehört und nun einfach mal auf die Erfahrung dieser Frau vertraut. Sie hätte damit schon gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht ist "Welpenschutz" in der Tat eine falsche Bezeichnung. Vielleicht meinte sie auch nur, dass eine Zusammenführung mit einem älteren Einzelexemplar mit zwei Kitten besser funktioniert, weil diese eben zurückstecken.

Sonntag, 11. September 2011

Eins, zwei oder drei?

Nein, es geht hier nicht um die Sendung mit dem Plopp.

Ich wurde gefragt, wie ich es hinbekommen habe, einen eingefleischten Einzelkater zu vergesellschaften. Hier sind meine Notizen der Zusammenführung. Beginnen werde ich mit meinen Gedanken, kurz bevor die Whiskys einzogen:


19.08.2010
Wir befassen uns schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken eine Zweitkatze aufzunehmen. Bis vor einem Jahr dachte ich, dass das aussichtslos sei, denn unser Kater ist eigentlich ein absoluter Einzelprinz und etwas speziell. Allerdings habe ich nun ein paar Verhaltensweisen beobachtet, die wieder Hoffnung aufkeimen lassen. Doch von Anfang an:

Als Sammy über Umwege zu uns kam, war er gerade einmal 8 Wochen alt. Seine Mutter wurde überfahren als die Kitten 5 Wochen alt waren und der bisherige Besitzer wollte die Kleinen nicht länger behalten. Sammys Schwesterchen war leider schon vermittelt, sonst hätten wir damals beide zu uns genommen. Sammy war zwar zuckersüß - aber in einem erbärmlichen Zustand. Der Tierarzt schlug regelrecht die Hände über dem Kopf zusammen, als er das völlig verflohte und verwurmte Kerlchen untersuchte. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich eine Heidenwut auf den Vorbesitzer hatte?

Wie auch immer, Sammy wuchs trotz der Startschwierigkeiten zu einem wunderschönen, pechschwarzen und äußerst prächtigen Kater heran. Er ist selbstverständlich kastriert und tätowiert, hat ein ganzes Haus zu seiner Verfügung (in dem wir gnädigerweise auch leben dürfen ;-)) und kann durch eine Katzenklappe kommen und gehen wie es ihm beliebt. Wir wohnen am Ortsrand in einer verkehrsberuhigten Sackgasse, um uns herum sind weit ausgedehnte Felder und Wiesen. Platz wäre also genug.

Viele unserer Nachbarn haben Freigängerkatzen und als Sammy noch in seiner jugendlichen Sturm- und Drangphase steckte, zeigte sich, dass er überhaupt kein kätzisches Sozialverhalten besitzt (kein Wunder, ihm fehlen ja einige Wochen Katzenmuttererziehung). Jede Katze, die auf die Idee kam, sich auf unser (ähem, SEIN ) Grundstück zu wagen, wurde gnadenlos vermöbelt. Selbst die allerliebsten Kätzinnen der Nachbarin wurden angefaucht und verjagt. Ich dachte nicht im Traum daran, Sammy jemals eine Zweitkatze ins Revier zu setzen!

Doch letztes Jahr geschahen gleich zwei seltsame Dinge. Das erste Mal wurde ich stutzig, als eine wunderschöne Maine Coon Kätzin auf unserer Terrasse auftauchte und sich dort seelenruhig niederließ. Sie war eine Dame von Welt, das sah man ihr sofort an. Eine Lady sozusagen und selbst Sammy war wohl von ihrer aristokratischen Haltung so verblüfft, dass er nur einmal kurz fauchte und dann fasziniert stehen blieb. Ja, letztlich entwickelte er sich sogar zum Gentleman und ließ die Dame einfach in Ruhe, wenn sie uns immer wieder einmal besuchte. Er legte sich sogar ebenfalls seelenruhig in den Garten und ignorierte die Kätzin einfach (zumindest tat er so, ich hatte aber regelrecht das Gefühl, dass er ihre Nähe suchte).

Leider verschwand die Maine Coon Lady eines Tages spurlos. Unsere Nachbarn, bei der die Katze gelebt hatte, hängten noch überall Zettel aus, doch sie tauchte nicht wieder auf – vermutlich hat sie jemand einfach mitgenommen (unmögliches Pack!).


Eines Tages tauchte auf unserer Terrasse auf einmal ein kleiner roter Kater auf. Sehr frech, sehr neugierig und sehr abenteuerlustig erkundete er einfach alles, in das man als junge Katze seine Nase reinstecken kann. So entdeckte er auch unsere Katzenklappe und begutachtete, wie wir so leben. Auch die Küche fand er und knabberte ein bisschen Trockenfutter aus Sammys Napf. Währenddessen saß der Hausherr einfach nur gelangweilt auf seinem Kratzbaum und putzte sich! Dabei wusste ich genau, dass Sammy den Besucher längst entdeckt hatte. Als er schließlich vom Kratzbaum sprang, stand ich sofort parat, um den Kleinen notfalls in Sicherheit zu bringen. Doch das war überhaupt nicht nötig! Im Gegenteil, der Kleine war begeistert, einen vermeintlichen Spielkameraden gefunden zu haben und sprang Sammy an. Anstatt dem Roten ordentlich eine auf die Nuss zu geben, zeigte Sammy seine Spielunlust nur damit, dass er sich einfach umdrehte und mit einem Satz wieder auf den Kratzbaum sprang.

Der kleine rote Kater besuchte uns noch einige Male, doch als er größer wurde, war es wieder vorbei mit dem Ignorieren und Sammy machte ihm überdeutlich klar, dass er bei uns nichts mehr zu suchen hat.

Ich hatte kürzlich einen sehr netten Mailkontakt mit einer Frau von der Katzenhilfe, die das nicht ausschließen würde. Allerdings hat sie mir dazu geraten, eher zwei junge Kätzchen aufzunehmen. Diese hätten eine Art "Welpenschutz" (anderswo hab ich gelesen, dass es das bei Katzen nicht geben würde - ich bin also etwas verwirrt). Außerdem könnten die zwei Kleinen sich dann miteinander beschäftigen und Sammy könnte selbst entscheiden, ob er da dabei sein möchte, oder nicht.

Montag, 5. September 2011

Küchenchaos

Es ist einfach faszinierend, dass ein und diesselbe Mahlzeit einen völlig unterschiedlichen Zustand der Küche hervorrufen kann - je nachdem, wer diese Mahlzeit zubereitet hat.

Am Beipspiel eines simplem Tomatensalats für zwei Personen will ich das einmal verdeutlichen:

Person 1
1. Tomaten in der Plastikverpackung waschen
2. auf einem Stück Küchenkrepp zwischenlagern
3. auf einem spülmaschinengeeigneten, runden Schneidbrett mit einem spülmaschinengeeigneten Tomatenmesser in kleine Stücke schneiden
4. direkt vom Schneidbrett in die Portionsschälchen geben
5. Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und Olivenöl drübergeben
6. mit zwei Gabeln vermischen
7. die Gabeln kurz mit dem feuchten Küchenkrepp aus Pos. 2 abwischen
8. Schneidbrett und Messer in die Spülmaschine räumen
9. Küchenkreppblatt wegwerfen
10. kurz über die Arbeitsfläche wischen
11. Tomatensalat + Gabeln auf den Tisch stellen/legen
12. nach dem Essen Schälchen und Gabeln in die Spülmaschine stellen

Verwendetes Arbeitsmaterial:
1 Blatt Küchenkrepp
1 Schneidebrett (spülmaschinengeeignet)
1 Messer (spülmaschinengeeignet)
2 Portionsschälchen
2 Gabeln

Küchenzustand: aufgeräumt



Person 2
1. Tomaten in einem Sieb waschen
2. mehrere Blätter Küchenkrepp ausbreiten und die Tomaten darauf legen
3. weitere Blätter Küchenkrepp verwenden, um die Tomaten zu trocknen
4. Tomaten auf dem größtmöglichen, nicht spülmaschinengeeignete Schneidbrett mit dem größtmöglichen, nicht spülmaschinengeeigneten Fleischmesser schneiden
5. Tomatenstücke in eine große Salatschüssel geben
6. eine kleine Schüssel + einen Löffel verwenden, um Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und Olivenöl zu verrühren
7. das Dressing über die Tomatenstücke verteilen und mit einem Salatbesteck mischen
8. zwei Portionsschälchen und zwei Gabeln auf den Tisch stellen/legen
9. Salatschüssel auf den Tisch stellen
10. nach dem Essen alles auf die Arbeitsplatte stellen
11. Küchentür schließen, um das Chaos nicht mehr zu sehen
12. zwei Tage später das Chaos aufräumen (falls nicht schon vorher jemand anderes das getan hat)

Verwendetes Arbeitsmaterial:
1 Küchensieb
5-10 Blatt Küchenkrepp
1 großes Schneidbrett (per Hand abzuwaschen)
1 großes Fleischmesser (per Hand abzuwaschen)
1 große Salatschüssel
1 Löffel
1 kleine Plastikschüssel
1 Salatbesteck
2 Portionsschälchen

2 Gabeln

Küchenzustand: Saustall