Mittwoch, 29. Juni 2011

Schottland 2010, Tag 7 (Thurso - Durness)

Nach einer etwas einfacheren (und ein wenig muffigem) Übernachtung im Park Hotel in Thurso brachen wir am nächsten Morgen in Richtung Westen auf.

Wir fuhren an der Nordküste entlang. Weit und breit kaum ein anderes Fahrzeug, nur ab und zu ein paar Schafe und LANDSCHAFT!





Leider hielt sich der Himmel den ganzen Tag bedeckt, weshalb die Aussichten vielleicht nicht grandios waren, wie am Tag zuvor, aber die Nordküste hat wirklich ein paar wunderwunderschöne Fleckchen, die man mehr oder weniger ganz allein für sich hat. Zum Beispiel die Strathy Bay, die wir zunächst von der Straße aus entdeckten.



Die Bucht sah sehr schön aus also suchten wir den Zugangsweg, was ein wenig schwierig war. Sollte also jemand Strathy Bay besuchen wollen: Bereits an den allerersten Häusern rechts auf die sehr schmale Straße abbiegen und immer weiter in Richtung Friedhof fahren. Wenn man glaubt, dass die Straße aufhört, immer noch ein Stück weiterfahren! Dann erreicht man einen schönen Parkplatz sowie ein komplett ausgestattetes Klo- und Duschhäuschen für die Strandbesucher. Von dort aus ist der Fußweg beschildert und man erreicht bald einen wirklich wunderschönen, meilenlangen Sandstrand.





Wir sind noch eine ganze Weile dort spazieren gegangen und haben uns vom Wind durchpusten lassen, bevor wir uns wieder ins Auto setzten und unsere Fahrt fortsetzten.

Mich faszinierten diese ellenlangen, bolzgeraden Straßen durchs Nichts einfach, auch wenn die Landschaft durch die leider längst verblühten Heidefelder ein wenig stumpf und braun wirkte - das kann aber auch mit dem verhangenen Himmel zu tun gehabt haben.

Sehr viele touristische Sehenswürdigkeiten gibt es im hohen Norden nicht. Wer also nicht auf weite, menschenleere Landschaften und grandiose Blicke aufs Meer steht, sollte diesen Bereich Schottlands eher meiden.






Doch halt, EINE Attraktion gibt es auf jeden Fall, die Smoo Cave!
Genau dort trafen wir dann auch die ganzen Touristen, die wir den ganzen Tag (nicht) vermisst hatten. Natürlich hielt sich das auch in Grenzen, aber wer den ganzen Tag niemanden sieht, fühlt sich schon bei 10 Personen in einer Menschenmasse. *g*



Ein steiler Pfad führt vom Parkplatz bis vor den Eingang der Höhle. Über einen kleinen Steg gelangt man dann im Inneren in die Grotten mit den kleinen Wasserfällen. Einige Nischen sind farbig ausgeleuchtet, sodass man die Steinformationen besser sehen kann. Alles wirklich ganz nett gemacht und touristisch aufgearbeitet und irgendwie bekam ich unbändige Lust, die Ayla-Bücher wieder einmal zu lesen ;-).









Auf der anderen Seite des Tals kann man über einen schmalen, sehr steilen Aufstieg, die Höhle umrunden und kommt schließlich wieder am Parkplatz an.


Noch schnell ein bisschen blühendes Heidekraut am Wegesrand fotografiert und wieder auf den Weg gemacht, um schließlich in Mackay's Rooms and Restaurant in Durness zu landen.



Ein sehr schönes Hotel, das zwar direkt an der Hauptstraße liegt, da diese aber nur alle Stunde mal von einem Auto frequentiert wird (und nachts gar niemand mehr fährt), war es dennoch sehr ruhig. Das Haus wirkt zwar etwas älter, doch wir hatten ein grandioses, sehr modern und doch gemütlich eingerichtetes Zimmer mit einem sehr modernen Badezimmer mit Sommerregenduschkopf.

Abends nahmen wir erst unseren Whisky in der Kaminlounge, bevor wir dann ins Restaurant im Nebenzimmer geführt wurden und ein wirklich vorzügliches Abendessen serviert bekamen. Leider war das Hotel von einer Reisegruppe Amerikaner bewohnt, die an verschiedenen Tischen im Restaurant saßen und sich dennoch miteinander unterhielten - quer durch den Raum und wir mittendrin. Das schmälerte ein wenig das wirklich schöne Ambiente. Aber dafür kann ja das Hotel nichts. ;)

Dienstag, 28. Juni 2011

Winnie + Mory

Verlassen wir Schottland mal für ein Posting und kehren zurück ins heimische Wohnzimmer. Wobei - so ganz unschottisch werden wir ja gar nicht. Schließlich habe ich mich bei der Suche nach neuen Katzennamen dieses Mal nicht an eine typische Katzennamenliste gehalten sondern habe eine Whiskyliste nach geeigneten Namen durchstöbert.

Die Kriterien waren:
  • schottische Whiskydestillerie
  • nicht zuuuu kompliziert auszusprechen (wie z.Bsp. Bunnahabhain oder Bruichladdich)
  • gut für einen Rufnamen abzukürzen (der mit einem "i" endet)
  • das Geschlecht sollte erkannt werden
Ausgesucht hatte ich ursprünglich Balvenie und Dalwhinnie für eine Katze und Laphroig, Ardbeg, Macallan und Tobermory für einen Kater. Ziemlich schnell habe ich mich aber für Winnie (Dalwhinnie) und Mory (Tobermory) entschieden.

Allerdings ging ich natürlich erst auf Namenssuche nachdem ich mich dazu entschlossen hatte, einen Versuch mit einem Mehrkatzenhaushalt zu starten.


Ursprünglich hatte ich ja eigentlich nur an eine Zweitkatze für Sammy gedacht und ging auf der Homepage der Katzenhilfe Stuttgart auf die Suche. Ich fand eine wunderschöne, silberfarbene Kätzin, die als sehr sozial beschrieben wurde. Also mailte ich die Pflegestelle an und erklärte meine Situation mit dem älteren Einzelkater. Frau Scholz mailte zurück, dass die Silbertigerin erstens schon vermittelt sei (war auch kein Wunder so zauberhaft wie die war) und ich mir zweitens genau überlegen sollte, ob ich tatsächlich zu meinem älteren Herrn eine junge Einzelkatze dazuholen möchte.

Bei dieser Konstellation sei es besser zwei Jungkatzen einziehen zu lassen. Nicht, weil die Katzenhilfe die Katzen unbedingt vermitteln möchte, sondern weil sie damit einige gute Erfahrungen gemacht hätten. Ich solle doch mal vorbeikommen und mir die Jungkatzen ansehen, sie hätte im Moment einige zur Vermittlung - unter anderem auch einen kleinen Silbertiger.

Bei Frau Scholz im Katzenraum hätte ich am liebsten gleich sofort alle eingepackt. Die waren so süß, so knuddelig, so zutraulich. Vor allem Micky, der kleine Silbertiger hat es mir sofort angetan. Und Hummel, ein kleines Tigermädchen, das neugierig und keck immer wieder zu mir kam. Allerdings konnte ich nicht sofort zusagen, zwei davon mitzunehmen. Demnächst würden wir ja in unseren Schottlandurlaub aufbrechen. Vor allem in der schwierigen Eingewöhnungszeit wollte ich die Kleinen nicht allein lassen. Ich wusste ja nicht, wie Sammy den Familienzuwachs aufnahm.

Schweren Herzens ging ich also wieder und meldete mich erst nach unserem Urlaub wieder bei Frau Scholz, um zu erfahren, dass Micky bereits vermittelt war. Hummel hingegen wäre noch da und ihr Bruder Pumuckl, den sie heiß und innig lieben würde. Nun denn, dann also Hummel und Pumuckl - obwohl (ich trau mich das jetzt kaum zu schreiben, weil ich meine Meinung so grundlegend geändert habe) ich eigentlich nie eine rote Katze haben wollte.



Hummel wurde also zu Dalwhinnie obwohl ich im Nachhinein sagen muss, dass der Name Hummel wirklich gut gewählt war. Sie ist nämlich wirklich eine wilde Hummel. *g*
Immer vorne dabei, ständig auf Achse, immer auf Volldampf. Dabei hat sie ständig wechselnde Eigenschaften. In einem Augenblick ist sie das schmusebedürftige, kleine und zierliche Mädchen, das vor allem meinen Mann mit einem jämmerlichen "Mi!" um den Finger wickeln kann. Man kann ihr aber auch wirklich kaum widerstehen, wenn sie mit ihrer schlanken Gestalt um den leeren Futternapf streift und ihren bittenden Blick aufsetzt.
Im nächsten Moment kann sie sich aber auch zu einem reißenden Raubtier verwandeln, das Krallen und Zähne in alles schlägt, was sich bewegt.
Sie ist eine exzellente Jägerin und hat neben unzähligen Mäusen und Vögeln auch schon eine Deko-Strohente und einige Pflanzen aus den Nachbargärten "erlegt" und mitgebracht (wohlgemerkt Pflanzen, die eigentlich noch fest in der Erde verwurzelt waren ;-)).


Pumuckl wurde zu Tobermory, meinem Knuddelkuschelbärchen *g*. Mory kann problemlos stundenlang auf meinem Schoß liegen. Er liebt es gestreichelt zu werden und bekommt nie genug. Eine ideale Schoßkatze also. Im Prinzip genau das, was mir gefehlt hat (denn Sammy hat höchstens mal seine zehn Minuten Kuschelzeit).


Natürlich ist Mory auch eine Katze mit Krallen und Zähnen. Er perforiert oft genug meinen Oberschenkel, weil er glaubt, es handle sich dabei um eine praktische Einhakhilfe, um sich wieder richtig zu positionieren. *aua*
Was Mory außerdem noch "auszeichnet" ist seine absolute Schusseligkeit. Wenn irgendwo die Möglichkeit besteht, daneben zu treten, runter zu fallen, sich den Kopf anzuschlagen ... Mory ist immer dabei.

Kürzlich lag er in der oberen Hängematte im Kratzbaum auf ca. zwei Meter Höhe. Aus heiterem Himmel macht es plötzlich BÄNG! und ich sehe aus den Augenwinkeln wie er unter den Esszimmertisch flüchtet. Er hatte also beim Schlafen nicht mehr daran gedacht, dass er in der Hängematte liegt, hat sich herumgeworfen und ist prompt abgestürzt. Winnie liegt dort übrigens fast jeden Tag für ein Nickerchen drin und ist noch nicht einmal in Gefahr gekommen, abzustürzen. Mory halt.



So verwundert es auch nicht, dass Mory sich schon die Pfote gebrochen hat, was wir erst nach fünf Tierarztbesuchen herausgefunden haben, weil er keine Schmerzen an dieser Stelle zeigte (selbst als der Tierarzt kräftig darauf herumdrückte).


Übrigens, die Zusammenführung der beiden Whiskys mit Sammy hat eigentlich völlig problemlos funktioniert, was ich nie im Leben gedacht hätte! Es war keine Zusammenführung à la: "Ich stell den Kennel mit den Neuzugängen ins Haus und lass sie einfach zusammen" aber auch kein Mord- und Totschlag. Es ist (und wird sicherlich auch nicht) die große Liebe, aber sie kommen alle miteinander aus.

Schottland 2010, Tag 6 (Brora - Thurso)





Mit einem letzten Blick auf die Bucht von Brora brachen wir auf. Hier sieht es noch sehr regnerisch aus, der Tag würde aber noch wunderschön werden!






Weit kamen wir jedoch nicht, denn die nächste Destillerie lauerte kurz nach Brora. Diesen Whisky hatten wir am Abend zuvor in der Kaminlounge getrunken (wir fragen eigentlich grundsätzlich immer nach örtlichen Getränkesorten) und da er uns geschmeckt hat, wollten wir eine Flasche mitnehmen.


Wieder einmal waren wir zu früh dran und warteten noch eine Weile, bis das Visitor Centre öffnete. Auf eine Führung verzichteten wir jedoch, wir streiften lieber ein wenig über das Gelände und fotografierten die niedrigen, langgestreckten Warehouses.
 



Auf dem Weg in den Norden tauchte plötzlich ein braunes Hinweisschild mit der Distel auf. Diese Schilder weisen ja immer auf Sehenswürdigkeiten hin, also fuhren wir den kleinen Parkplatz an und folgten dem schmalen Trampelpfad in Richtung Küste.



Badbea war ein kleines Dorf an der kargen, steil abfallenden Küste, das von Highlandern erbaut wurde, die während der Clearences vertrieben wurden. Inzwischen ist es verfallen und man kann die ehemaligen Häuser nur noch erahnen. Die Landschaft dort ist sehr schön, aber man kann erahnen, wie schwer das Leben damals gewesen sein muss. Angeblich - so wird auf einer Schautafel erklärt - mussten die Bewohner damals Hühner und Kinder anbinden, damit sie nicht vom starken Wind über die Klippen geblasen wurden.


Ganz witzig war, dass uns eine Herde Schafe offenbar den Weg zeigen wollte. Sie reihten sich ordentlich hintereinander auf dem Pfad ein und trippelten immer einige Meter vor uns, um immer mal wieder stehen zu bleiben und nachzusehen, ob wir ihnen immer noch hinterher kommen.

Den Rückweg mussten wir allerdings allein finden. ;-)











Unsere nächste, geplante Haltestelle war der Leuchtturm am Duncansby Head, dem wirklich nordöstlichsten Zipfel Schottlands. Der Wind pustete uns fast davon und ich sehnte mich nach einer Wollmütze, um einerseits meine eiskalten Ohren zu wärmen (trotz Sonnenschein hatte es nur knapp 10°C) und andererseits nicht ständig meine Haare im Gesicht zu haben.



Die Landschaft dort ist einfach nur herrlich, vor allem an einem so schönen, sonnigen Tag. Wir sind eine ganze Weile dort spazieren gegangen und haben die Aussicht regelrecht in uns aufgesaugt.





Besonders interessant war der Einblick, der uns eine tief in die Küste eingebrabene Einbuchtung gab. Aus jedem Blickwinkel immer noch grandioser, das kommt auf dem Foto gar nicht so rüber.













Gegen die überwältigende Natur am Duncansby Head konnte John O'Groats nur verlieren. Das ist einfach nur Touristenabzocke mit einem Souvenirlädchen am anderen. Man muss dort wirklich nur hin, wenn man mit der Fähre zu den Orkneys fahren möchte, andernfalls kann man sich diesen Besuch wirklich sparen.






Statt John O'Groats hätten wir lieber Castle of Mey besichtigen sollen, an dem sind wir nämlich aus Versehen vorbei gefahren. Dafür sind wir an einem weiteren Aussichtspunkt mit Leuchtturm gelandet, dem Dunnet Head.

Wieder sind wir ein wenig spazieren gegangen, haben lange auf der Aussichtsplatform gestanden und in Richtung Hoy (eine Insel der Orkneys) nach Robben, Walen und Delfinen Ausschau gehalten. Es hat sich aber niemand blicken gelassen.





Das ist eine Stelle auf der Rückfahrt vom Dunnet Head. Mein Mann musste unbedingt anhalten, damit ich das fotografieren konnte, weil ich die Aussicht so schön fand. Ein entgegenkommender Schotte hat geduldig gewartet, bis ich fertig war (wir blockierten den Single Track :schäm:). Allerdings hat er gegrinst, als ich mich winkend bei ihm "entschuldigte". Vielleicht kommt das öfter vor - oder er war halt typisch schottisch gastfreundlich.




Kurz bevor wir in Thurso ankamen, mussten wir unbedingt noch  an der Dunnet Bay anhalten, einem kilometermeilenlangen Sandstrand, der am späten Nachmittag fast menschenleer war. Obwohl wir an diesem Tag eigentlich schon genug windige Spaziergänge unternommen hatten, ließen wir es uns nicht nehmen, über den Sandstrand zu schlendern und die ganze Szenerie einfach zu genießen. Das war sooo herrrlich dort!


Schottland 2010, Tag 5 (MacDuff - Brora)

Nach einem leckeren, full scottish breakfast (without sausages ;-)) packten wir unsere Sachen und zahlten das Hotelzimmer.
Ich war sehr nervös, da ich am Anfang immer mit den englischen Worten kämpfe und mich oft auch nicht traue, einfach drauflos zu reden. Peinlich berührt entschuldigte ich mich bei der Gastwirtin, dass ich ja alles erst einmal im Kopf übersetzen müsste. Doch sie lachte nur freundlich und sagte etwas, das mir sofort jede Peinlichkeit und jede Angst vor dem Reden nahm. "Wissen Sie", sagte sie, "ich finde es einfach toll, dass Ihr Deutschen so gut Englisch könnt. Es ist völlig egal, wie gut Sie sprechen oder ob Ihnen Worte fehlen. Ich kann überhaupt keine Fremdsprache, das ist doch furchtbar, nicht?"
Wir lachten beide und ab diesem Punkt war es mir völlig wurscht, ob ich mich jetzt grammatikalisch falsch ausdrückte oder seltsame Worte verwendete, weil mir die Richtigen natürlich erst eine halbe Stunde zu spät einfielen.

Erst einmal führte uns unser Weg eine ganze Weile an der Küste entlang. Die Kathedrale von Elgin, Cawdor Castle, Culloden Battlefield und Inverness hatten wir ja schon beim letzten Mal besucht, also legten wir unser Augenmerk eher auf die Gebiete, die dahinter auf uns warteten. Im Jahr 2008 war Inverness ja der nördlichste Punkt unserer Reise gewesen (abgesehen von Skye, aber das zählt nicht, das war ja eine Insel). Jetzt entdeckten wir also neue Gebiete!

Zuerst einmal machten wir jedoch einen kleinen Abstecher zur Glen Ord Destillerie.



Wir waren etwas irritiert, da wir bereits zwei Flaschen Whisky mit der Bezeichnung "Singleton" bei uns zu Hause im Regal stehen haben. Allerdings mit dem Zusatz "Singleton of Dufftown". Uns wurde dann erklärt, dass es sich wohl weiterhin um einen Glen Ord Single Malt handelt, der nun unter der Bezeichnung Singleton of Glen Ord abgefüllt wird, weil die Destillerien zusammenarbeiten. Das fanden wir jetzt nicht so gelungen. Wir sammeln ja gerne die unterschiedlichen Whiskyflaschen bzw. -sorten, weil jede so einzigartig ist. Jeder Whisky schmeckt anders, jedes Flasche sieht anders aus, jede Destille heißt anders. Mit diesem Sammelbegriff und der völlig gleich aussehenden Flasche nimmt man dem Whisky doch seine Einzigartigkeit. Natürlich ist da immer noch der unterschiedliche Geschmack und sobald man das flüssige Gold im Glas hat, sieht man die Flasche ja nicht mehr. Aber dennoch ...




Nun denn, es warteten ja noch weitere Destillerien auf dem Weg und als nächstes landeten wir bei Glenmorangie.


Glenmorangie stellt sehr leichte und weiche Whiskys her, da sie mit extrem hohen Pot-Stills arbeiten. Wer also die kräftigen nach Torf und Jod schmeckenden Whiskys nicht mag, sollte einen Glenmorangie-"Mädchenwhisky" wählen.

Zur Abwechlung war es während dieser Führung erlaubt, überall zu fotografieren. Normalerweise wird man ja gebeten, innerhalb der Produktion nicht zu knipsen. Hier sieht man die langen Hälse der Pot Stills recht gut. Die sind sonst wirklich weitaus kürzer.








 
Auch im Fasslager durfte man fotografieren, was dazu führte, dass kaum noch jemand zuhörte, was der Guide erzählte, weil alle die seltene Gelegenheit nutzten. *g*











Den restlichen Tag vertrödelten wir auf der Strecke. Immer wieder hielten wir einfach an, gingen ein wenig spazieren, kauften uns ein Sandwich und picknickten am Wegesrand mit einem überwältigenden Blick aufs Meer. Das war zwar sehr schön und entspannt, allerdings kamen wir dadurch etwas zu spät an unserem nächsten Zwischenziel an. 

Es war schon kurz vor vier, als wir Dunrobin Castle betraten, das wir gerne besichtigt hätten. Allerdings erklärte und die Dame an der Kasse, dass ein Rundgang durchs Schloss mindestens 45 Minuten dauern würde und sie würden um 16.30 Uhr schließen.



Wir könnten höchstens noch den Garten besichtigen, sagte sie uns zutiefst bedauernd, als hätte sie schuld, dass wir zu spät kamen.
Wenigstens das wollten wir auf jeden Fall und mein Mann zückte schon den Geldbeutel, um den Eintritt zu bezahlen, als sie uns mit einem verschmitzten Augenzwinkern einfach durchwinkte.
Wirklich ein bemerkenswerter, formaler Garten, in dem sicherlich unzählige Gärtner beschäftigt sind.


Ich selbst mag ja eher etwas natürlichere Gärten, aber zu einem Märchenschloss wie Dunrobin Castle passt es.

Das hier ist übrigens fast genau das Motiv, das ich als Puzzle zu Hause habe. *g*
(Und witzigerweise gerade diese Woche das Postkartenmotiv im Schottlandkalender von Harenberg ;-))



Nach ein paar Meilen landeten wir schließlich im Royal Marine Hotel in Brora. Ein wenig snobistisch wurden wir begrüßt, vermutlich hatten wir nicht die passende Reisekleidung an. Man war nicht unhöflich, aber eben ziemlich von oben herab. Zum Beispiel wurden wir gefragt, ob man uns einen Tisch für das Abendessen reservieren sollte. Zur Auswahl standen das "Bistro" in dem alles etwas einfacher bzw. "normaler" war und das "Restaurant", das - wie man uns unterschwellig deutlich machte - wohl nichts für uns wäre.

Das Zimmer war allerdings ganz nett, das Abendessen sehr lecker und der Whisky in der Kaminlounge schmeckte auch gut. Dennoch würde ich wohl dort nicht noch einmal übernachten, weil ich mich nicht richtig wohl fühlte. Allerdings war es ohnehin ein wenig schwierig, in dieser Gegend ein Hotel mit freien Zimmern zu finden. Zumindest bei unserer ersten Vorgehensweise.

Als wir diese Reise irgendwann im Januar/Februar 2010 planten, setzten wir uns an den PC und buchten die meisten Hotels über Buchungsportale wie HRS oder booking.com. Ich traute mir einfach nicht zu, das Buchungsprozedere selbst abzuwickeln. Bei den Portalen ist das ja völlig problemlos und alles auf Deutsch. Allerdings kamen wir bei manchen Wunschgebieten nicht weiter, weil die Portale dort keine Hotels anboten.

Also musste ich z.Bsp. für die Übernachtungen auf Islay und auf Mull selbst eine Anfrage stellen. Tja und siehe da, alles kein Problem! Selbst wenn ich mich doof ausdrückte, die haben dennoch verstanden, was wir wollten und alles klappte reibungslos. Das nächste Mal werden wir alle Übernachtungen selbst organisieren bzw. den offiziellen Zimmerpreis mit den Angeboten auf den Buchungsportalen vergleichen (die haben manchmal Schnäppchenangebote).


Montag, 27. Juni 2011

Schottland 2010, Tag 4 (MacDuff - Speyside - MacDuff)

 

Nach dem etwas schottischen Wetter am Vorabend weckte uns ein herrlicher Sonnentag und wir unternahmen nach dem leckeren Frühstück einen kleinen Spaziergang durch MacDuff. Viel gab es nicht zu sehen, das Interessanteste war der Hafen und eine Gedenkstätte an die Opfer der Weltkriege auf einem Hügel. Dort oben angekommen hatte man einen wunderbaren Blick über den ganzen Ort und auf das Meer, das von starken Windböen gepeitscht wurde.
Diese Windböen machten uns auch auf der Anhöhe schwer zu schaffen, ich musste mich teilweise regelrecht vorwärts kämpfen.

    
Schließlich brachen wir doch ins gelobte Whiskyland auf. Im Speyside-Gebiet  - so sagt ein schottischer Spruch - muss man nur einen Stein hinter sich werfen und man wird eine Destille treffen. Wir waren ja schon während unserer letzten Schottlandreise in dieser Gegend und wollten uns dieses Mal ein paar Highlights rauspicken.
Begonnen haben wir bei Strathisla, die neben Single Malt Whiskys hauptsächlich den Blended Malt "Chivas Regal" herstellen. Eine sehr schöne Destillerie, die Besucher erst einmal mit einem "wee dram" (kleinen Schluck) begrüßt. Während der Wartezeit auf den Führungsbeginn sitzt man in einem gemütlich und liebevoll eingerichteten Salon in weichen Clubsesseln. Die Führung selbst unterscheidet sich natürlich nicht grundlegend von allen anderen, irgendwann weiß man ja, wie Whisky hergestellt wird. Allerdings ist jede Destillerie ein wenig anders und auch jeder Guide erzählt ein bisschen etwas anderes, sodass es auch nach der 'zigsten Führung immer noch interessant ist.

Natürlich haben wir uns auch bei Strathisla "unsere" Flasche gekauft. Zwar ist Whisky in Schottland paradoxerweise teurer als in Deutschland, aber es ist einfach ein Erlebnis zu Hause diese besondere Flasche aus dem Regal zu nehmen und sich daran zu erinnern, wo man sie gekauft hat.


Da es nach der Führung zwei weitere Drams zum Probieren gab, wollten wir erst einmal eine Destilleriepause einlegen - schließlich war es erst später vormittag und ich spürte den Whisky schon im Kopf. Also lag als nächstes eine Schlossbesichtigung an. Bei unserer letzten Schottlandreise hatten wir Ballindaloch Castle schon auf unserer Liste gehabt, leider hatte es jedoch geschlossen gehabt. Dieses Mal jedoch nicht!

Es liegt abseits der Hauptstraße und ist über einen recht langen Zufahrtsweg zu erreichen, der mich gedanklich ein wenig an Pemberley erinnerte ;-). Auch Ballindaloch Castle ist natürlich touristisch voll ausgestattet mit Tearoom, Busparkplatz, Souvenirshop & Co. Es hat übrigens auch einen wunderschönen Toilettenraum in kitschigrosa *g*. Das Schloss selbst ist natürlich auch zu besichtigen, allerdings fällt mir jetzt beim besten Willen nichts Markantes mehr ein.



Während wir den Schlossgarten besichtigten, regnete es mal wieder, nur um kurz darauf wieder in Sonnenschein überzugehen. Typisch schottisch halt. "Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte einen Augenblick, dann ändert es sich!" *g*


Als nächstes besichtigten wir wieder etwas, was wir während der letzten Reise nur in geschlossenem Zustand gesehen hatten. Damals schossen wir wenigstens ein Bilder der unzähligen Fässer auf den Lagerflächen, dieses Mal sahen wir auch, wie die Fässer instandgesetzt werden.

Man darf natürlich nicht direkt durch die Fabrikhalle schlendern sondern hält sich auf einer verglasten Empore auf. Ich kam mir dabei ein wenig seltsam vor und bin mir fast sicher, dass es den Mitarbeiter dort auf ein wenig auf den Keks geht, ständig unter Beobachtung gaffender Zuschauer zu stehen.


Interessant war es natürlich dennoch, wie aus einem maroden, gebrauchten Fass wieder ein "Neues" wird. Um zu testen, ob auch ordentlich gearbeitet wurden, durfte dann natürlich auch mal wieder ein "wee dram" nicht fehlen, den man im Besuchershop bekam.

Anstatt dann noch mehr Destillerien zu besuchen (irgendwie hatten wir beide plötzlich keine Lust mehr), fuhren wir ein wenig herum und hielten an einem netten Pub, um dort ein frühes Abendessen einzunehmen, bevor wir wieder in Knowes Hotel zurückkehrten. Am Tag darauf würden wir auf unserem Weg in den Norden die fehlenden Destillen aufholen, doch dazu später mehr ...

Freitag, 24. Juni 2011

Schottland 2010 Tag 2-3 (Ijmuiden - Newcastle - MacDuff)








14. September 2010

Da wir durch unsere etwas unfreiwillige Umbuchung nun eine "De Luxe" Kabine (die sich in der Kabinenausstattung nicht merklich von der normalen Commodore-Kabine unterschied) hatten, durften wir das Ablegen in der Commodore-Lounge in erlauchter Gesellschaft mit einem Gläschen Sekt genießen. Auch Kaffee, Bier, Wasser und Knabbereien wie Chips und Nüsschen, sowie Gebäck wie Croissants, Muffins und Kekse wären inklusive gewesen. Wir wollten uns unseren Appetit jedoch für das bereits gebuchte Abendessen aufsparen. Hätten wir allerdings zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, was uns später erwartete, hätten wir vielleicht doch eine Kleinigkeit gegessen.

In diesem Moment hätten wir vielleicht noch etwas essen können. Später nicht mehr. Denn die Überfahrt war ein wenig stürmisch, was dazu führte, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig seekrank war. Am Anfang ist es ja noch ganz lustig, wenn das Schiff sich hebt und senkt, zur Seite rollt und man sich überall festhalten muss, während man durch die Gänge schwankt. Dann fäng jedoch auch der Magen an, sich zu heben, zu senken und zu rollen. Anstatt also das Buffet im Speisesaal zu plündern, gingen wir lieber wieder in unsere Kabine zurück. Mir stand kalter Schweiß auf der Stirn, als ich im Sessel sitzend den auf- und abhüpfenden Horizont beobachtete. Auch meinem Mann ging es nicht wirklich besser, er zog es allerdings vor, sich aufs Bett zu legen.

Zum Glück hatte ich jedoch vorgesorgt und Tabletten gegen Reiseübelkeit dabei. Warum, weiß ich heute noch nicht, denn wie schon erwähnt, war ich zuvor noch nie seekrank gewesen. Aber dennoch bin ich dieser Eingebung heute immer noch äußerst dankbar. Diese Tabletten knockten uns völlig aus und wir verschliefen den ganzen Sturm und die ganze Nacht. 

Als wir am nächsten Morgen in Newcastle ankamen, hatte sich der Sturm längst gelegt. Ohne uns lange dort aufzuhalten, starteten wir gleich in Richtung Schottland, schließlich mussten wir eine Tagesetappe aufholen und hatten ein Pensum von fast 500 km vor uns. Genau das wollten wir ja eigentlich nicht. Also das reine Kilometerbolzen durch Schottland ohne anhalten zu können, wo wir wollten. Wir unterbrachen unsere Fahrt nur einmal kurz in einem Supermarkt, um ein paar Zutaten für ein Sandwich zu kaufen und ein zweites Mal am Nachmittag, um ein überwältigendes Castle zu besichtigen, das man unbedingt gesehen haben muss:

Das Castle liegt auf einem Felsen in der Nordsee, nur über einen schmalen Fußpfad zu erreichen.




Die Umgebung ist herrlich, vor allem, wenn man einen so schönen Tag erwischt, wie wir. Wir werden zwar später auch einmal Regen bekommen und die Temperatur stieg eigentlich auch bei Sonnenschein nie über 15°C, aber für einen Schottlandurlaub war das einfach perfekt!




Nach diesem kurzen Füßevertreten mussten wir uns aber wieder ins Auto setzen, um die restlichen Kilometer abzuspulen. Die Landschaft an der Ostküste Schottlands ist nicht so übermäßig schottisch, ich dachte oft, dass sich diese oder jene Gegend genausogut auch in Deutschland befinden könnte. Deshalb haben wir jetzt vielleicht nicht sooo viel verpasst, als wir das im Schnelldurchgang durchgeführt haben. Schade war es dennoch. 

Am sehr späten Nachmittag sind wir dann endlich in unserem ersten (eigentlich ja dem zweiten) Etappenziel angekommen: Knowles Hotel in MacDuff.

Wirklich empfehlenswert, ein sehr nettes, kleines Hotel mit eigenem Restaurant, in dem auch die Einheimischen speisen. Wir aßen ein hervorragendes Cullen Skink, eine schottische Fischsuppe mit geräuchertem Haddock, der vor der örtlichen Küste gefangen wurde (zumindest wurde das behauptet ;-)).


Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort, fielen wir an diesem Abend todmüde ins Bett, am nächsten Tag würden wir uns in Richtung Speyside aufmachen, um unsere Whiskyvorräte aufzufüllen. Aber davon später mehr ...

Sammy


Mir ist aufgefallen, dass ich - obwohl ich ja eigentlich als katzenverrückt verschrien bin (bei drei Katzen), noch kaum etwas über meine eigenen Katzen geschrieben habe. Das wird sich jetzt ändern.*g*

Fangen wir mal mit meinem Werdegang als Katzenpersonal an. Meinen ersten Kater brachte meine Mutter von einem Bauerhof bei uns im Ort mit nach Hause, als ich ungefähr fünf Jahre alt war. Ich nannte ihn "Mohrle" (als Kind der Siebziger gab man seiner Katze noch "anständige" Namen wie Minka, Muschi oder Mohrle - letzteres, falls es sich um eine schwarze Katze handelte, was bei meinem Mohrle auch der Fall war).
Mohrle war ein Freigänger, obwohl wir damals an einer Hauptstraße wohnten. Noch dazu war er unkastriert - damals machte man sich bei Katern keinen Kopf darüber, die brachten ja nix mit nach Hause. *rolleyes*
Letztlich wurde das arme Katerchen nicht einmal ein Jahr alt. Er wurde überfahren und für mich als Kind brach eine Welt zusammen.

Natürlich wollte ich wieder eine Katze haben, sah aber ein, dass das nicht funktionieren würde, solange wir dort wohnten. Also kompensierte ich die katzenlose Zeit mit diversen Käfigtieren wie Wellensittichen, Kaninchen und Goldhamstern. So niedlich und nett diese Tierchen auch waren, sie hatten einen entscheidenden Nachteil: Sie waren keine Katze!

Als ich dann in meine erste eigene Wohnung zog, war für mich klar, dass ich unbedingt eine Katze haben musste. Ich meldete mich bei einer Pflegestelle der Katzenhilfe Stuttgart und fuhr dort vorbei, um mal zu gucken, was die dort so haben. Kurz darauf saß ein riesiger Grautigerkater in einem Leihkennel in meinem Auto. Der Kater, der eigentlich den Namen "Gypsy" trug (so habe ich ihn nie genannt, ich rief eigentlich immer "Kater", weil ich mich für keinen neuen Namen entscheiden konnte), war ein knapp zehnjähriger Einzelgänger, der sich nie an das Leben in einem Vielkatzenhaushalt gewöhnen konnte. In der Pflegestelle vermöbelte er ständig die anderen Katzen, bei mir war er unglaublich lieb und anhänglich. Kam Besuch, verschwand er jedoch völlig. Meine Freunde behauptete schon, dass ich mir den Kater einbilden würde ;-).

Nach dem Grautiger kam wieder eine lange katzenlose Zeit, was hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass ich in Mietwohnungen lebte, in denen keine Tierhaltung erlaubt war. Außerdem reisten mein Mann und ich sehr viel, wir waren beide berufstätig und Freigang wäre in keiner der Mietwohnungen möglich gewesen. Das wollte ich einfach keiner Katze zumuten.

Als jedoch feststand, dass wir uns ein Haus kaufen oder bauen wollten, war mir klar, dass dieses auch unbedingt katzenfreiganggeeignet sein musste. Nach langem Suchen fanden wir dann ein Baugrundstück für eine Doppelhaushälfte am Ortsrand eines kleinen Städtchens. Ideal für Katzen! Ich freute mich schon, wollte aber natürlich abwarten, bis das Haus fertig und wir eingezogen waren.

Allerdings kommte es manchmal anders als man denkt. Die Schwester meines Mannes (ebenfalls ein Katzenmensch) wusste von meinen Plänen und als sie von einer Kollegin erfuhr, dass eine Mutterkatze überfahren wurde, die zwei kleine fünf Wochen alte Kätzchen hatte, dachte sie gleich an mich.
Vor zehn Jahren (so lange ist das schon her) war man landläufig ja noch der Ansicht, dass man Katzen einzeln hält. Deshalb wurde mir auch nur ein Kätzchen angeboten. In unserer damaligen Wohnsituation hätte ich auch keine zwei Kätzchen nehmen können. Etwas später hätte ich vielleicht damals schon darüber nachgedacht, das Geschwisterpärchen zu nehmen.

Wie auch immer, kaum hatte ich von diesem Notfall gehört, als mir klar war, dass ich das übrig gebliebene Kätzchen aufnehmen wollte. Auch wenn es zeitlich überhaupt nicht in unser Konzept passte, ich hatte mich einfach verliebt, obwohl ich weder wusste, was für eine Farbe noch welches Geschlecht der Neuzugang haben würde. Ich wusste einfach, dass das mein Kätzchen war!

Bis zur Übergabe suchte ich nach einem Namen und wählte (weiterhin ohne das Geschlecht zu wissen) für ein Mädchen Maggie, Lucy oder Konfetti aus. Irgendwie fiel mir das Aussuchen eines weiblichen Namens viel leichter, doch ich brauchte auch noch einen männlichen Namen. Also durchforstete ich nochmal ein paar Listen mit Katzennamen und plötzlich sprang mir "Sammy" ins Auge. Sofort sah ich einen schwarzen Kater vor mir, der Sammy hieß. In dem Moment war ich mir sicher, dass ich genau das bekommen würde und genau so kam es!

Er war winzig klein, war völlig verfloht und hatte einen dicken Wurmbauch. Aber er war soooo niedlich und ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen!
Inzwischen ist er ein zehnjähriger, lackschwarzer, wunderschöner und äußerst stattlicher Kater geworden.

 









Sammy
































































































































Man merkte ihm deutlich an, dass er viel zu früh von seiner Mutter getrennt wurde. Noch dazu kam er bei uns in "Einzelhaft", was dazu führte, dass er keine Katzensozialkontakte mehr hatte. In seinen ersten Lebensjahren war er ein fürchterlicher Terrorkater, der alles vermöbelte, was sich nicht schnell genug vom Acker machte. Ich hätte nicht einmal im Traum daran gedacht, ihm weitere Katzen ins Haus zu setzen. Diese hätten wohl keinen Tag überlebt.
Uns gegenüber verhielt er sich sehr wechselhaft. Teils war er extrem schmusig und suchte engen Körperkontakt, um dann aus heiterem Himmel in spielerischen Angriff überzugehen. Meinem Mann machte das relativ wenig aus (er hat irgendwie eine Art Drachenhaut, der ein paar Katzenkrallen und -zähne nichts ausmachen), ich jedoch sah nach so einer Spielattacke immer aus, als hätte ich in einen Fleischwolf gefasst.
Es konnte aber auch sein, dass er überhaupt keinen Kontakt wollte und sich sehr zurückzog. Dann hatte ich zwar eine Katze im Haus, sah und hörte sie aber den ganzen Tag nicht.

Das war mit ein Grund dafür, dass ich den Wunsch hatte, eine weitere Katze bei uns aufzunehmen. Der andere Grund war, dass ich immer mehr den Eindruck hatte, dass Sammy sich langweilte. In seinen jugendlichen Sturm- und Drangphasen hätte ich ja nicht im Traum daran gedacht, eine Zweitkatze ins Haus zu holen. Inzwischen ist er aber gelassener und ruhiger geworden, was ich bei einigen Begegnungen mit Nachbarskatzen beobachten konnte. Deshalb wagte ich es und holte zwei Jungkatzen zu uns.

Gleich zwei, weil mir nachvollziehbar erklärt wurde, dass es einfacher wäre, diese mit einem älteren Einzeltier zu vergesellschaften. So könnnen die zwei Neuzugänge sich miteinander beschäftigen und das Einzeltier kann selbst entscheiden, ob es an Spiel und Spaß teilnimmt oder eben nicht. Genau das ist bei uns passiert.

Die zwei anderen stelle ich später vor, jetzt gehe ich gedanklich erst mal wieder nach Schottland.