Montag, 12. Dezember 2011

Schottische Musik - Teil 3

Nach Bagrock in Teil 1 und handgemachter Folkmusik in Teil 2 nun zur dritten Veranstaltung innerhalb weniger Wochen:

Die Schottische Musikparade gastierte im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle. Dudelsackspieler, Trommler, Musiker, Sänger und Tänzer - angeblich tatsächlich aus Schottland kommend - spielten Klassiker wie Highland Cathedral, Caledonia, Loch Lomond, Dark Island, Scotland the Brave und einiges mehr.

Allerdings muss ich sagen, so richtig vom Hocker hat mich (und auch Herrn Samrow) das nicht gerissen. Die Akteure waren gewiss nicht schlecht und bemühten sich redlich, aber der berühmte Funke sprang einfach nicht über. Das hat zum größten Teil an den Zuschauern gelegen, die leider auch nicht besonders zahlreich erschienen waren (der Saal war nur zur Hälfte gefüllt) aber manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass die auf der Bühne gar keine großartige Lust zum Spielen hatten.

Ein Teufelskreis, der schon mit der Wahl der Location begann. Die Liederhalle ist, im Gegensatz zur Schleyerhalle oder Porschearena, ja eher eine kleinere Veranstaltungsörtlichkeit, zu der klassische Konzerte oder Kabarett-/Comedyauftritte passen. Also die etwas leiseren Töne, die gut gehört werden wollen.

Bei dreißig Pipern auf der Bühne sollte man also schon davon ausgehen, dass die Bude gerockt wird, bis die Ohren wegfliegen. Wenn allerdings in den ersten zehn Reihen nur Zuschauer sitzen, die wohl versehentlich auf dem Weg zum Rachmaninow-Klavierkonzert falsch abgebogen sind und nicht einmal dann mitklatschen, wenn die Akteure regelrecht darum betteln - dann können auch die klatsch- und mitmachfreudigeren Hinterbänkler nichts mehr ausrichten, die zudem nur spärlich gesät in den leeren Reihen saßen.

Wirklich schade, so richtig Stimmung ist erst aufgekommen, als die komplette Truppe am Ende der Veranstaltung aus dem Saal marschierte und einfach im Foyer weiterspielt. Dort war die Akustik völlig anders, die Zuschauer bildeten einen Kreis, klatschten und wippten mit und zeigten endlich die Begeisterung, die ich den ganzen Abend vermisst hatte.

Das war letztes Jahr ganz anders, als wir die Musikschau Schottland in der Schleyerhalle besucht haben. Dass "Schottische Musikparade" und "Musikschau Schottland" zwei Paar Stiefel sind, wurde uns leider erst danach klar. In der Schleyerhalle traten knapp 100 Piper gleichzeitig auf der riesigen Bühnenfläche im Innenraum auf. Trotz der viel größeren Halle war die Akustik grandios und mir lief jedes Mal ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ein neues Lied angestimmt wurde. Obwohl auch die Schleyerhalle nicht ausverkauft war, waren die Zuschauer hellauf begeistert von den Vorführungen und es war eine richtig schöne Atmosphäre. Einfach ein sehr gelungener Abend - deshalb haben wir uns ja auch gleich wieder Karten besorgt, als ich etwas von Schottischer Musikparade in der Zeitung las.

Statt für 55 € fast 200 Akteure auf 4200 m² Bühnenfläche in der Schleyerhalle, zahlten wir dieses Mal 62 € für 250 m² für höchsten 50 Akteure. Ich will das jetzt nicht als Maßstab nehmen, aber es macht halt schon einen Unterschied, was man für sein sauer verdientes Geld geboten bekommt.
Vielleicht waren andere da schlauer als wir und verzichteten gleich auf diese Veranstaltung, um lieber wieder zur großen Musikschau zu gehen. Genau das werden wir in Zukunft auch tun - oder gleich endlich mal zum richtigen Tatoo nach Edinburgh gehen!


Montag, 28. November 2011

Schottische Musik - Teil 2

Nach dem Bagrock der Red Hot Chilli Pipers nun zum zweiten Teil meines schottischen Musikjahresendes - meinem persönlich Highlight.

Am Freitag waren wir bei North Sea Gas in der Neckarmühle in Mundelsheim. Zum dritten Mal, jedes Jahr immer im November.

North Sea Gas hat nichts mit Erdölförderung in der Nordsee zu tun, das sind drei richtige Vollblutmusiker, die teilweise seit über dreißig Jahren durch Europa, USA & Canada reisen und handgemachte schottische Folkmusik spielen.  
Mit Gitarren, Mandolinen, Banjo, Fiddle, Bouzouki, Flöten und Bodhran wird einmal quer durch das schier unerschöpfliche Repertoire schottischer Folkmusik gespielt. Stampfende Mitklatschlieder wechseln sich mit traurigen Balladen und schwindelerregenden Fiddletunes ab. Dazwischen immer mal wieder ein paar nette kleine Gags und Spielereien mit den Besuchern.

Am besten sind die drei, wenn man sie live erlebt. Eine kleine Kostprobe davon aus dem Jahr 2007 kann man sich auf der Homepage der Band hier kostenlos downloaden. 


 
Aber auch die CDs, die man auch auf Amazon oder iTunes kaufen und downloaden kann, sind absolut empfehlenswert.

Meiner Meinung nach liefern Ronnie MacDonald, Grant Simpson und Dave Gilfillan die besten Versionen der Klassiker Flower of Scotland, Loch Lomond und Caledonia. Als Dave am Freitag Caledonia sang, hatte ich Tränen in den Augen, weil ich deutlich die Sehnsucht nach Schottland aus seiner Stimme heraushören konnte - und selbst auch so empfand. Was bin ich froh, dass wir nächstes Jahr wieder eine Reise dorthin planen!

Ronnie MacDonald, genannt "Mac" sang mein Lieblingslied aus der gleichnamigen CD Dark Island. 




Und Grant, der Fiddler, spielte Callum's Road, eines meiner absoluten Lieblings-Tunes. 

Die absolute Krönung war jedoch für mich die spezielle Zugabe für Hans aus dem Neckarmühlenteam. Nur einmal im Jahr, nämlich genau dort singt Dave "Leezie Lindsay". Das ist so ein wunderschönes Lied, dass ich immer ganz ergriffen bin. Das sollten sie wirklich wieder in ihr Standardrepertoire aufnehmen und vor allem auch mal auf einer Live-CD veröffentlichen.

Insgesamt war es ein Abend, der absolut perfekt für mich war. Nette Leute am Tisch, meine Lieblingslieder wurden gespielt, ich habe "Mac" die Hand geschüttelt und kurz mit Dave und Grant geredet. Ich weiß nicht, ob das Drumherum bei den Konzerten von North Sea Gas jedes Mal so abläuft, aber zumindest in der Neckarmühle ist das völlig familiär. Sozusagen mit Musikern zum Anfassen, die absolut keine Starallüren haben und selbst in der Pause stets zum Autogrammeschreiben und für eine kleine Plauderei bereit sind und sich nach dem Konzert zu den Besuchern in den Gastraum setzen.

Wie schade, dass die Neckarmühle jetzt aus finanziellen Gründen schließen muss und es keine weiteren Konzerte mehr dort gibt. Zum Glück habe ich jedoch entdeckt, dass North Sea Gas nächstes Jahr im April in Kirchheim/Teck spielen, was eine viel kürzere Fahrzeit für uns bedeutet.






Donnerstag, 10. November 2011

Schottische Musik - Teil 1

In diesem Herbst finden innerhalb weniger Wochen gleich drei Veranstaltungen mit schottischer Musik in unserer Gegend statt, die wir natürlich alle besuchen werden. Und zwar in drei Varianten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Vorgestern Abend fand der erste Teil statt:

Die Red Hot Chilli Pipers spielten im LKA-Longhorn in Stuttgart.

Die Pipers sind drei Dudelsackspieler, die zusammen mit einer Rockband auftreten und etwas spielen, das sie selbst als Bagrock bezeichnen. Also eine Mischung aus Bagpipes (Dudelsack) und Rockmusik.

Schottische Dudelsackpuristen sind hier fehl am Platz, zwar ertönen z.Bsp. auch Klassiker wie Highland Cathedral und andere tradionelle Dudelsackmelodien, aber eben immer in Begleitung der anderen Instrumente wie Schlagzeug, E-Gittarre, Bass, Keybord und einer Snare Drum.

Gekleidet in schwarze Hemden und schwarzen Kilts mit feuerrotem Sporran begeistern die Piper innerhalb von kürzester Zeit das ganze Publikum. Wir waren jetzt zum zweiten Mal bei einem Konzert und stellten fest, dass man einfach nicht ruhig stehen bleiben kann, wenn da vorne losgelegt wird. Es ist kaum zu beschreiben, was die drei mit den Bagpipes veranstalten können, das muss man selbst erleben.

Ich versuch mal ein Youtube-Video einzubetten, mal sehen ob das klappt:




Auch wenn ich sonst eher nicht so auf Rockmusik stehe (bin ja eher mit der 80er-Synthie-Pop-Musik aufgewachsen), finde ich grandios, wie die ihr Instrument beherrschen.
Ein bisschen negativ fand ich, dass das diesjährige Konzert fast völlig identisch mit dem letztjährigen war. Gleiche Lieder, gleiche Sprüche, gleiche Witze. Ist nicht dramatisch, so einmal im Jahr kann man das schon angucken, ohne dass es gleich langweilig wird. Aber ein paar neue Sachen erwartet man halt schon.

Nichts desto trotz ist ein Konzert der Red Hot Chilli Pipers ein geniales Erlebnis, das man als Schottlandfan einmal erlebt haben muss. Die Deutschlandtour geht noch eine Weile, wenn sie also demnächst bei Euch in der Nähe sind, geht hin!


Mittwoch, 9. November 2011

Katzenregeln

Katze bei uns zu sein, heißt (meiner Meinung nach) ein ziemlich freies Leben zu haben.

Die Katzenklappe im Keller ist nur an Silvester und (seit neuestem auch) an Halloween verschlossen. Es steht ihnen frei, zu kommen zu gehen wie es ihnen beliebt. Draußen ist unser Garten, danach eine 30er-Straße, die in einer Sackgasse endet und danach kommen Felder, Obstbaumwiesen und kleinere Buschgehölze, in denen es vor Mäusen nur so wimmelt (jetzt vielleicht nicht mehr so - Winnie dezimiert die Population ja gewaltig ;-)).

Der Futtertrog wird zweimal am Tag gefüllt, mehrere Wassernäpfe stehen überall verteilt herum und im Keller gibt es ständig sprudelndes Nass im Katzenbrunnen.

Ein großer, stabiler Kratzbaum, auf dem alle drei genügend Platz und verschiedene Auf- und Abstiegsmöglichkeiten gibt, steht zur Verfügung.

Es gibt ungefähr drölfmillionen ungestörte Schlafplätze (offizielle und auch genügend inoffizielle ;-)). Wenn es ihnen danach ist, gibt es Streichel- und Kuscheleinheiten, immer mal wieder ein Leckerchen und ausgiebige Spielzeiten.

Im Gegenzug verlange ich die Einhaltung gewisser Regeln. Katzen kann man nämlich sehr wohl erziehen, man muss nur einen langen und konsequenten Atem haben.

Regel Nr. 1
Katzen gehören nicht auf den Esstisch.

Regel Nr. 2
Katzen gehören nicht auf die Küchenarbeitsfläche.

Regel Nr. 3
Die Schlafzimmertür bleibt zu.


Regel 1 + 2 kann ich natürlich nur kontrollieren, wenn ich auch zu Hause bin. Ob die Katzen auf den Tischen tanzen, wenn die Dosis aus dem Haus sind, weiß ich nicht. Aber solange ich da bin, sind diese Flächen tabu. Das klappt erstaunlicherweise richtig gut.

Selbst bei Winnie, bei der ich mit weitaus mehr Widerstand gerechnet hätte, reichten ein paar sehr scharfe "Runter!", bis sie die katzenfreie Zone akzeptierte. Mory ist da ja ein richtiger Streber. Man sieht im deutlich an, dass es ihm fürchterlich unangenehm ist, wenn er einen Fehler macht. Er windet sich wie ein Aal, wenn man ihn bei etwas ertappt und versteckt sich erst einmal unter dem Tisch, wenn ich mit ihm schimpfe, um dann kurz darauf mit vollem Schmusekörpereinsatz "gut Wetter" zu machen.

In den letzten Wochen ist es vor allem Sammy, der immer mal wieder antestet, ob er nicht Dinge tun darf, die den anderen verboten sind. So lag er kürzlich "grottabroit"*1 schlafend auf dem Esstisch. Und erst jetzt am Sonntag ertappte ich ihn dabei, wie er bis zum "Näbele"*2 zum Krümelsuchen in der leeren Brötchentüte steckte - die auf der Küchenarbeitsplatte lag, während wir gerade im Esszimmer frühstückten.
Da Sammy ja ein paar Privilegien genießt, um seinen Status als Erstkatze zu verdeutlichen, meint er wohl, dass dazu vielleicht auch die Nichteinhaltung der unumstößlichen Regeln gehört. Pustekuchen, mein Freund!


Regel Nr. 3 ist ein wenig schwierig und manchmal etwas verwässert, weil ich persönlich nicht so richtig dahinterstehe. Eigentlich mag ich ja Katzen im Bett. Es gibt für mich fast nichts Schöneres als das beruhigende Schnurren und einen kleinen pelzigen Körper, der sich an einen schmiegt. Lacht nicht, aber weil die Schlafzimmertür geschlossen ist und das einen ziemlichen Schnurrmangel bedeutet, habe ich mir eine CD mit Katzenschnurren gekauft und auf den iPod gespielt.
Das mit der geschlossenen Schlafzimmertür ist jetzt aber nicht nur auf Herrn Samrow zurückzuführen, der auf diese Regelung von Anfang an beharrte. Auch ich habe, ehrlich gesagt, wenig Lust darauf, mein Bett mit frisch erlegten oder - was tatsächlich schon vorkam :schauder: - lebenden Mäusen zu teilen. Ganz abgesehen von den Dreckpfotenabdrücken und dem halben Pfund krümeliger Erde, das zwischen den Krallen hängt, wenn die frisch von draußen ins Bett hüpfen.

Und was bei Freigängerkatzen mit offenem Zugang zum Bett auch vorkommen kann:
Wegen meiner nächtlichen Hustenanfälle (mich quälte gerade eine heftige Bronchitis) bin ich in den letzten Nächten immer mal wieder aufgestanden und habe den Rest der Nacht im Gästezimmerbett (Herr Samrow soll ja schlafen können) verbracht. Das wollte ich auch kürzlich tun. Im Halbschlaf tappte ich also ins Gästezimmer, fuhr noch kontrollierend über die umgeklappte Zudecke, um eventuellen Pfotenkrümel und Haare wegzuwischen (Sammy schläft ab und zu auf der Decke), legte mich hin und deckte mich zu.

Meine Hand ertastete plötzlich etwas Seltsames. Bröselig, schmierig, mauskopfgrößiges ...  :eek:
Natürlich sprang ich sofort aus dem Bett, schaltete das Licht an und klappte die Zudecke komplett um. In dem Moment hätte ich fast gereihert. Ein zermatschtes Etwas pappte an der Bettdecke, das Laken war völlig verschmiert, selbst die Tapete an der Wand war mit etwas verspritzt, was ich heute früh als Vogelkot identifizierte. Da muss also irgendeine Mietzbratze ihren Vogelsnack mit ins Gästebett genommen und dort zerlegt haben. Unter der Decke. So dass äußerlich nichts, aber auch gar nichts zu sehen war (außer den Spritzern an der Tapete, aber im Halbschlaf hatte ich da nicht hingeguckt). Ich bin dann doch wieder in mein eigenes Bett zurückgekehrt und habe meinem Mann etwas vorgehustet.


Deshalb halte ich mich meistens an Regel Nr. 3 - nur manchmal, wenn Winnie schon mal ins Bett huscht, während wir gerade schlafen gehen, darf sie bleiben. Sie macht aber auch kein Theater, wenn ich sie in den frühen Morgenstunden (wenn sie anfängt, auf mir herumzutrampeln), vor die Tür setze. Eigentlich wird die verschlossene Schlafzimmertür akzeptiert und verstanden, dass es ein ganz besonderes Privileg ist, wenn sie geöffnet ist.




*1 grottenbreit = schwäbischer Ausdruck, eigentlich unübersetzbar, eventuell mit "breit gemacht hinlegen" erklärbar

*2 Bauchnabel

Freitag, 28. Oktober 2011

Erfolgreiche Zusammenführung - aus eins mach drei

In den letzten Tagen und Wochen habe ich ja meine Notizen über die erste Zeit nach der Zusammenführung gepostet.
Jetzt, nach über einem Jahr kann ich ein recht erfolgreiches Resümee ziehen und die Vergesellschaftung als geglückt bezeichnen. Obwohl Sammy durch meine Schuld ein Einzelkatzenschicksal führen musste und so gut wie kein kätzisches Sozialverhalten besaß, hat er sich mit den Whiskys arrangiert.

Es wäre zu viel behauptet, wenn ich sagen würde, dass sie Freunde geworden sind. Aber das habe ich auch nicht erwartet, höchstens erhofft. Aber selbst die Whiskys sind nicht mehr so dicke miteinander, es ist lange her, dass sie nebeneinander lagen und das passierte auch nur, weil beide auf meinem Schoß liegen wollten - da nimmt man schon mal die Anwesenheit des anderen in Kauf.

Kuschelbilder besitze ich nur aus der Anfangszeit. Im Prinzip habe ich also drei Einzelkatzen, die in unserem Haus und während des Freigangs genug Platz haben, um sich aus dem Weg zu gehen. Ob das auch so harmonisch ablaufen würde, wenn alle drei reine Wohnungskatzen auf 70-80 m² wären, stelle ich mal ernsthaft in Frage.

Dennoch behaupte ich weiterhin, dass es die absolut richtige Entscheidung war, Sammy an die Gesellschaft anderer Katzen zu gewöhnen. Der ältere Herr (Ende September wurde er zehn Jahre alt) ist agiler geworden. Er frisst viel besser, hat seine Aggressionen besser im Griff, spielt mehr, benutzt das Fummelbrett geschickter, kommt plötzlich zu einer Kuschelrunde ins Bett, fängt wieder Mäuse und gibt sogar Mausalarm und kommuniziert definitiv mit den Whiskys in kätzischer Weise.

Vor allem Mory versucht regelrecht penetrant immer wieder Kontakt aufzunehmen. Er wäre wohl gerne etwas besser mit Sammy befreundet. Winnie ist den beiden Herren wohl zu aufgedreht und zu hektisch. Die Kröte kann aber auch wirklich kaum eine Minute still sitzen und ist ein echtes Wuslon.





Freitag, 21. Oktober 2011

Kastration im Doppelpack

19.10.2010

Vielleicht haben wir wieder einen Fortschritt (ich bin mir nicht so ganz sicher, wie ich das deuten soll):
Heute morgen haben alle drei miteinander "Fangerles" gespielt (wie sagt man das nördlich der Mainlinie? Nachlaufen?).
Die Kleinen machen das ja ständig, sie jagen sich quer durchs Haus, die Treppen hoch und wieder runter, dann nochmal die große Hafenrundfahrt durchs Wohnzimmer, den Kratzbaum hoch und auf der anderen Seite wieder runter ... usw. usw.
Doch heute Morgen war ich ganz verblüfft, dass da auch etwas Großes, Schwarzes mitrennt!

Allerdings habe ich dann beobachtet, dass Sammy sich plötzlich komplett aufplusterte (Modell Flaschenbürste) und ins Büro jagte. Winnie folgte ihm und dann hörte ich nur noch ein heftiges Fauchen woraufhin Winnie ins Esszimmer zurückgetänzelt kam. Sammy hockte auch später noch unter dem Schreibtisch.



20.10.2010

Meine "Kastraten in spe" haben ihre Nacht in der Tierklinik hoffentlich gut überstanden und sind jetzt nicht allzu hungrig, weil sie kein Frühstück bekommen.
Um ca. 9.00 Uhr geht es los, davor werden sie noch einmal gründlich untersucht, ob sie narkosefähig sind. Das dürfte theoretisch kein Problem sein, sie sind ja eigentlich gesund und munter.
Gegen 13.00 Uhr darf ich dann mal anrufen, wie es ihnen geht und nach der Arbeit fahre ich gleich los, um sie abzuholen.

Es war schon komisch, plötzlich wieder ein völlig ruhiges Haus zu haben. Sammys Verhalten war auch komisch. Einerseits hatte ich den Eindruck, dass er die Zwerge suchte, andererseits genoss er wohl die plötzliche Einsamkeit, denn er sprang mir zum ersten Mal wieder im Wohnzimmer auf den Schoß.






Gerade habe ich mit der Tierklinik telefoniert. Beide haben den Eingriff gut überstanden und können heute nachmittag abgeholt werden. Die TA-Helferin am Telefon war gerade etwas im Stress, deshalb habe ich nicht nach Details gefragt. Hauptsache alles ist gut gelaufen!


21.10.2010

Ein kleiner Bericht von den Neu-Kastraten:

Die beiden saßen schon recht munter in ihren Kennels, als wir sie abholten. Zuhause habe ich sie dann erst einmal im Katzenzimmer rausgelassen, um zu sehen, wie fit sie wirklich sind. Ursprünglich wollte ich sie (wegen der Treppe) ja die erste Nacht auch im Katzenzimmer einsperren. Pustekuchen! Die beiden waren so fit, dass sie sofort durch das Zimmer jagten, herumhüpften und überall draufsprangen. Winnie vielleicht noch ein bisschen mit angezogener Handbremse, aber auch so aufgeweckt, dass ich sie später schließlich doch zum Fressen in die Küche ließ.

Ich kann mich jetzt eigentlich wieder recht gut erinnern, wie das bei Sammy war. Als ich den damals abholte, lag er wie tot in seinem Kennel. Wir haben ihn zu Hause auf eine weiche Decke gebettet und Wasser und das Katzenklo in Reichweite gestellt. Als er endlich aufwachte, torkelte er herum wie ein Seemann nach einer Buddel Rum. Erst am nächsten Morgen war er wieder einigermaßen fit. Sammys Hinterteil war noch tagelang völlig mit einer Silberpaste verschmiert, die nur langsam verschwand. Seine Ohren waren von der Tätowierung völlig mit grüner Farbe verkrustet. Wirklich ein Bild des Jammers!

Jetzt hingegen: Man sieht bei Mory äußerlich rein gar nicht - außer, dass die Bömmelchen weg sind. Winnies Bauch ist natürlich rasiert und man sieht eine ganz kleine Narbe mit Fäden (die in 10 Tagen gezogen werden müssen). Die Ohren von beiden sind völlig sauber und man kann deutlich die Buchstaben und Zahlen lesen - fast so, als wären sie schon ewig tätowiert.

Offenbar sind die heutige Operations- und Tätowierungstechniken enorm besser geworden oder mein früherer Tierarzt war einfach nur ein grobmotorischer Metzger.



22.10.2010

Alle drei liegen gerade irgendwo herum und schlafen. Gestern Abend und heute Morgen haben die zwei Kleinen gespielt und Sammy saß mittendrin und beobachtete interessiert. Als Mory ihm dabei zu nahe kam und ihn versehentlich berührte, haute Sammy ihn zweimal kurz mit der Pfote - allerdings ohne Krallen, mehr so ein Warnhinweis "Hör mal, ICH sitze hier!"

Vorhin lagen beide Kleinen auf meinen Beinen und haben Wärmflasche gespielt. Als es Mory dann wohl zu warm wurde und er auf die andere Seite des Sofas überwechselte, ging Winnie ihm hinterher, legte sich neben ihn und putzte ihm den Kopf. Sooooo süüüüüß!!  :wub:

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Und wieder vorwärts

15.10.2010
Bei mir geht es voran.*freu*
Gestern habe ich mich ja voll und ganz auf Sammy konzentriert. Erst gab es Leckerchen und Bürstenmassage in der Küche, während die Zwerge nicht in die Küche durften. Dann gab es Schmuseeinheit im Büro, bis Sammy in seinem Kuschelkissen eingenickt ist.
Später, als er wieder aus dem Büro rauswollte, durfte er ins Gästezimmer meiner Schwiegereltern. Darauf ist er immer ganz scharf, weil das Zimmer normalerweise immer geschlossen ist. Er genoss diese Privilegien sichtlich, ich bin sicher, er hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd, als ich extra für ihn die Zimmertür öffnete.

Im Gästezimmer verbrachten wir dann noch eine ganz Zeit miteinander und dort ist er auch freiwillig zu mir auf den Schoß gekommen, um sich eine weitere Streicheleinheit abzuholen. Später wollte er dann aber wieder nach draußen, also habe ich ihm die Tür geöffnet.

Heute morgen kam Sammy dann endlich mal wieder nach oben, als ich aus dem Bad kam. Das hat er zwar auch früher nicht jeden Tag gemacht, aber in den letzten zwei Wochen gar nicht mehr. Ich nahm ihn mit ins Ankleidezimmer (hört sich geschwollen an - das ist im Prinzip nur ein kleines Kabuff in dem ich mich anziehe, weil mein Mann noch schläft) und verscheuchte die Zwerge, die uns folgen wollten.

Frühstück bekam dann erst einmal Sammy und danach noch eine Streichel- und Bürsteneinheit. Dann ein paar Dreamies nur für Sammy, während die Zwerge zugucken mussten (später, als Sammy wieder draußen war, bekamen die natürlich auch welche).

17.10.2010
Und noch ein Schritt vorwärts. Sammy wird immer noch betüdelt und genießt die Vorzugsbehandlung sichtlich. Inzwischen liegt er wieder wie selbstverständlich in seinem Kuschelkissen im Büro und heute Morgen lag er auch eine ganze Zeit auf dem Esszimmerboden, obwohl die Zwerge im Wohnzimmer spielten. Er hat wieder interessiert zugeguckt und mein Mann meinte, dass er auch einmal kurz beim Fangen mitspielte.

Die Krönung war aber, dass Onkel Sammy offenbar für die Zwerge eine Maus mit nach Hause gebracht hat!  Heute früh lag nämlich eine angenagte Maus im ehemaligen "Katzenkinderzimmer".
Was genau da heute Nacht im Haus abgegangen ist, werden wir wohl nie erfahren, aber interessieren würde es mich schon, wer das Nagerchen letztlich erlegt hat.

Mory ist wohl wirklich reif für die Kastration, egal ob gerade im Zahnwechsel oder nicht. Er jault ganze Opernarien im Treppenhaus (wegen der tollen Akustik). Und als Winnie vorhin ausgestreckt auf dem Sofa lag, ging er zu ihr, verbiss sich in ihren Nacken und wollte sie decken. Sie ist dieses Mal nicht davon gesprungen und hat nur irritiert geguckt. Also habe ich ihn weggescheucht. Da werde ich nächste Woche wohl nochmal in der Tierklinik anrufen und einen Termin vereinbaren.


18.10.2010

Die Zwerge nehmen uns langsam aber sicher die Bude auseinander. Inzwischen habe ich auch schon in den oberen Regalen alles ausgeräumt und die Zimmertür zum Ankleidezimmer (in dem auch deckenhohe Bücherregale stehen) bleibt tagsüber geschlossen. Dorthin habe ich auch alle Pflanzen gestellt, die ich noch retten konnte. Unsere Vorhänge sind jetzt ganz oben über die Vorhangstange gewurstelt und die Fernbedienungen liegen nicht mehr auf dem Couchtisch. Sagen wir es mal so: Sie haben uns schon ziemlich gut erzogen! Erst jetzt merken wir, wie wohlerzogen Sammy doch ist. Mal sehen, ob wir das mit den Zwergen auch noch schaffen.

Ein Glück für die zwei Terroristen, dass sie immer noch sooooo süß sind, wenn sie sich zum Schlafen zu uns aufs Sofa legen. Winnie liegt meistens bei meinem Mann, während Mory eher meine Beine bevorzugt.

In Sachen Sammy sind wir wieder einen kleinen Schritt weiter. Gestern Abend bei der Spielstunde saß er wirklich äußerst interessiert eine ganze Weile zwischen den herumtobenden Zwergen. Wenn sie ihm so nahe kamen, dass sie ihn berührten, fauchte er zwar, aber er haute nicht mehr gleich ab. Später lag er auch mal wieder lang ausgestreckt und gelassen auf dem Parkett und putzte sich. Er ist jetzt definitiv wieder längere Zeit im Haus. Schööön!




Da Mory ja am Wochenende vor unseren Augen versucht hat, Winnie zu besteigen und wahre Opernarien im Treppenhaus singt, habe ich gerade in der Tierklinik angerufen und für beide einen Termin vereinbart.
Am Dienstagabend bringe ich die beiden in die Klinik und kann sie am Mittwochabend wieder abholen.

Was mir aber erst jetzt auffällt: Die Helferin hat gar nichts davon gesagt, bis wann ich die beiden füttern darf. Soll ich denen am Dienstag abends (17.00 Uhr) noch etwas geben, bevor ich sie zur Tierklinik bringe? Oder nur noch Frühstück und dann nichts mehr?

Ich kann mich nicht mehr so gut an Sammys Kastration erinnern, sind die am Mittwochabend dann noch platt? Soll ich sie dann lieber noch eine Nacht wieder im Katzenzimmer einquartieren?
Ich bringe sie am Dienstagabend schon hin, weil ich morgens ab 6.30 Uhr im Büro sein muss. Annahme wäre erst ab 8.00 Uhr gewesen.
Mit etwas mehr Vorlauf hätte ich vielleicht auch eine Vertretung organisieren können, aber jetzt war mir die schnelle Kastration wichtiger, als eine letzte Nacht zu Hause für die Katzen.

Ich habe gerade noch einmal nachgefragt. Eine letzte Fütterung um 17.00 Uhr ist erlaubt, danach werden die beiden bis spätestens 19.00 Uhr abgegeben und in der Tierklinik versorgt. Am Mittwochabend werden sie noch leicht bedöppert sein und es wäre besser, sie noch eine Nacht in einem gesicherten Bereich zu halten. Also doch noch einmal Katzenzimmer, wir haben ja ein offenes Treppenhaus und ich möchte nicht, dass sie die Treppe runterfallen.



Mittwoch, 19. Oktober 2011

Rückschlag

14.10.2010

Sammy zieht sich immer mehr zurück. Er kommt nur noch morgens und abends zum Fressen rein. Dabei musste ich die Zwerge heute morgen sogar aus der Küche sperren, damit Sammy überhaupt frisst.
Vor allem Winnie kennt da ja gar nichts, obwohl Sammy sie anfaucht, will sie trotzdem seinen Napf erobern. Anstatt ihr richtig klarzumachen, dass das sein Napf ist, geht Sammy lieber weg - und frisst nichts mehr. Er war noch nie ein Staubsaugerfresser, eher ein Häppchennehmer, der immer wieder mal an seinen Napf gegangen ist. Jetzt rächt sich das, denn sobald er weg ist, fallen die Zwerge über sein Futter her. Ich stelle seinen Trofu-Napf schon immer in den Schrank, damit ich den schnell wieder hinstellen kann, wenn Sammy zurückgeht und nicht jedes Mal auffüllen muss.

Die Näpfe der Kleinen habe ich ja extra in eine andere Ecke der Küche gestellt, damit die drei sich beim Fressen nicht in die Quere kommen. Aber für die Zwerge ist Sammys Napf einfach interessanter als ihre eigenen.

Als ich die Kleinen ausgesperrt habe, hat Sammy dann ein bisschen gefressen. Mir ist im Moment egal, dass er nur noch Trofu frisst, hauptsache er frisst überhaupt etwas. Danach wollte er gleich wieder raus, also habe ich versucht, ihn anzulocken, um ihn zu streicheln. Er fauchte mich an und rannte vor mir davon.*heul*

Mit viel Überredungskunst brachte ich ihn doch dazu, sich streicheln und vor allem bürsten zu lassen. Das genießt er immer sehr und für einen kurzen Moment hat er sich auch entspannt hingelegt. Allerdings sind seine Ohren immer bei den Geräuschen, die die Zwerge machen und sobald sie in die Küche kamen, ging Sammy davon und durch die Katzenklappe nach draußen.


Jetzt meine Fragen:
- Ist das ein normales Verhalten von ihm, das sich auch wieder legen könnte?
- Braucht er einfach noch ein bisschen Zeit, bis sich alles normalisiert (die Zwerge sind ja erst knapp zwei Wochen da)?
- Soll ich die Kleinen immer mal wieder in ein anderes Zimmer sperren, wenn Sammy nach Hause kommt?
- Soll ich (während wir zu Hause sind) die Katzenklappe wieder schließen um überhaupt Gelegenheit zu haben, mich mehr um Sammy zu kümmern?


(Mir wurde geraten, die Whiskys immer mal wieder wegzusperren oder mich mit Sammy in ein Zimmer zurückzuziehen, um mit ihm zu schmusen und ihn zu betüdeln. Zusätzlich konsequent die Kleinen von Sammys Napf wegscheuchen, bis sie kapieren, dass das seiner ist.)


Ich weiß ja, dass ich geduldig sein muss und es eigentlich gar nicht so schlecht läuft, viel besser, als ich es mir vorgestellt hatte. Aber Sammy ist halt mein Baby und ich war sein "ein und alles" *sims2bezeichnung*. Es tut mir ziemlich weh, dass er jetzt so reagiert und offensichtlich völlig verstört ist.

Mein Mann ist da keine große Hilfe, er ist ja nur äußerst zähneknirschend dazu bereit gewesen, die beiden Neuzugänge zu akzeptieren. Betont aber immer, dass das meine Katzen wären. Natürlich hilft er mir, wenn ich ihn darum bitte (Gittertür basteln, mit zum Tierarzt kommen, etc.). Aber mit dem Rest bleibe ich mehr oder weniger allein. Wenn Sammy so seltsam reagiert, bekomme ich also noch zusätzlich einen vorwurfsvollen Blick von meinem Mann. Das macht mich gerade ziemlich fertig, auch wenn ich weiß, dass es nur zu Sammys Besten ist, wenn er sich an kätzische Gesellschaft gewöhnt.


Vielleicht ein paar kleine Lichtblicke (ich bau mich halt selbst auf):
Gestern haben die Kleinen im unteren Flur mit einem Alubällchen gespielt, während Sammy dort unten saß. Er hat zwar nicht mitgespielt aber eine ganze Weile interessiert zugeguckt. Vielleicht spielt er ja tatsächlich irgendwann mit!
Außerdem konnte ich beobachten, dass Sammy und Mory sich auf Nasenstupsweite genähert haben. Winnie ist Sammy wohl zu hektisch und zu aufdringlich, aber mit Mory kommt er wohl besser klar, weil der Kleine eben zurückhaltend agiert.


(Als weiteren Tipp bekam ich, dass ich Sammy eine "Extrawurst" geben sollte. Also nicht ein Stück Wurst, sondern eine Sonderbehandlung. Ihm etwas erlauben, was sonst verboten war, ihn pampern, betüdeln und als Prinz behandeln.)


Niemals nie gar nie nicht würde ich meinen Sammy weggeben!

So leid es mir um Winnie und Mory täte, aber wenn das nicht so funktioniert, dass alle Katzen gut damit leben können, müssen die beiden wieder zur Pflegestelle zurück. Diese Möglichkeit wurde bereits bei der Übernahme angesprochen und mit Frau S. vereinbart. Natürlich wünsche ich mir ganz bestimmt nicht, dass es so weit kommt, aber letztlich ist mein Sammy das Tier, das mich nun schon seit 9 Jahren durchs Leben begleitet hat und hat alles Recht der Welt, bis zu seinem Tod (der hoffentlich noch in ganz weiter Ferne liegt) bei uns zu bleiben.

Ich werde mich heute Abend noch verstärkter um Sammy kümmern und mich mit ihm mit seinen Lieblingsleckerlies und seiner Bürste ins Büro zurückziehen, um Katzenwellness zu betreiben.



Freitag, 14. Oktober 2011

Katzenknast mit Tagesfreigang

10.10.2010

Neues aus dem Katzenknast (inzwischen mit Tagesfreigang ;-))

Gestern Abend haben wir die Zwerge ja aus dem Abenteuerspielplatz wieder in das Kinderzimmer zurückverfrachtet. Das kam so wenig gut an, dass sofort ein Ausbruchsversuch ausgeheckt wurde. Winnie riss so stark an der Gittertür, dass Mory die entstandene Lücke nutzte und durchwitschte. Doof für Winnie, dass er sie dabei einfach sitzen ließ - sie guckte ganz bedöppert aus der Wäsche.

Unsere Gittertür ist zwar an und für sich stabil gebaut, aber eben nur mit einem kleinen Riegel am Schließblech der Türzarge verriegelt. Dadurch kann man die Tür mit entsprechendem Zug unten aufbiegen und das hat Winnie eben geschafft. Da sie das sicherlich auch noch mal hinbekommen würde, haben wir die normale Tür wieder eingehängt.

Heute Morgen wurde die Inhaftierung ja auch wieder aufgehoben und nun liegt Sammy in seinem Kuschelbettchen im Büro während die Zwerge durchs Haus toben. Er faucht weiterhin, wenn sie ihm zu nahe kommen und hat sich heute Vormittag auch lieber auf die Terrasse zurückgezogen, aber sonst ist die Lage ganz entspannt. Kein einziges Mal musste ich meine Sockengeschosse benutzen, ich freu mich sooo!

Bis Dienstag werden wir die Zwerge weiterhin in der Nacht und wenn wir nicht zu Hause sind, einsperren müssen. Aber dann denke ich, dass wir sie auch allein mit Sammy rumspringen lassen können.


11.10.2010

Den Kleinen gefällt natürlich überhaupt nicht, dass sie Abends wieder in ihr Zimmer eingesperrt werden (ist ja nur noch bis morgen Abend). So kam es, dass Winnie einen Ausbruchsversuch startete, als ich die Näpfe ins Zimmer stellen wollte. Sie kam dabei versehentlich unter meine Füße - was mir selbst natürlich furchtbar leid tat, aber sie stürzt sich ja auch immer todesmutig vor einen.

Daraufhin hockte sie ziemlich verstört und beleidigt unter dem Sofa, während Mory sich neben mich setzte und von mir gestreichelt wurde. Verkehrte Welt sozusagen!*g*
Aber mit der Federangel konnte ich Winnie schließlich doch wieder dazu überreden, rauszukommen. Ihr ist nichts passiert und sie sprang kurz darauf auch wieder munter durchs Zimmer, aber als ich heute Morgen rein kam, um das Frühstück zu servieren, flüchtete sie in die hinterste Ecke. Ein bisschen etwas ist also zurückgeblieben - vielleicht kein Fehler, wenn sie etwas vorsichtiger wird.


12.10.2010

Bin jetzt knapp 150 Euronen leichter und alle drei Katzen um einen Chip reicher. Sammy ist programmiert und kann theoretisch raus, wenn er will. Er traut dem Braten noch nicht so ganz und zuckt zurück, weil die Entriegelung klackert (müsste er eigentlich von seiner Magnetklappe kennen) aber ich habe ihn zweimal schiebend "überredet" doch durchzugehen. Das wird er bestimmt bald kapieren.

Die Zwerge waren ganz cool beim Tierarzt. Mory ist im Wartezimmer sogar eingepennt, zumindest lag er völlig entspannt in seinem Kennel. Die Tierärztin war richtig nett und hat sich köstlich über die Whiskynamen meiner Kleinen amüsiert. Beim Thema Kastrieren war sie aber ein wenig oldschool und hielt nichts von Frühkastration. Sie schlug vor, noch mindestens bis zum 6. Monat zu warten - wenn ich nicht schon vorher gewisse Neigungen bei beiden feststelle. Winnie wäre halt noch arg klein und zart und Mory steckt gerade mitten im Zahnwechsel, den sollte ich auf jeden Fall noch abwarten.

Im Wartezimmer hatten wir allerdings ein Erlebnis mit einem kleinen aber ziemlich snobistischen Mitwarter. Wir saßen da ja mit unseren zwei Kennels. In einem saß Sammy, im anderen die zwei Zwerge. Dann kam eine Familie mit zwei Katzenkennels dazu. Mutter und Vater setzten sich hin, das ca. 10-jährige Mädchen und der ca. 8-jährige Junge stromerten hingegen durch das Wartezimmer und linsten in unsere Kennels.
"Ooooh, guck mal zwei Kleine!", juchzte das Mädchen und zwinkerte Winnie zu, die ständig mit dem Köpfchen gegen das Gitter drückte. Ihr Bruder war weniger begeistert.

"Das sind doch nur Hauskatzen!", sagte er abwertend und ging zurück zu seinen Eltern, die betroffen schwiegen. Mein Mann erzählte mir später, dass die Mutter dem kleinen Jungen offenbar gleich darauf etwas in Ohr geflüster hat. Ich hoffe, dass sie ihm erklärt hat, dass auch Hauskatzen keine minderwertigen Tiere sind - auch wenn man selbst zwei Maine Coons hat und diese für den Mercedes unter den Katzen ansieht.

Ich mag Maine Coons und finde die optisch und charakterlich wirklich toll. Dennoch finde ich, dass meine "normalen Hauskatzen" die schönsten und besten Katzen der Welt sind!






Donnerstag, 13. Oktober 2011

Kleine Schritte nach vorn

07.10.2010

So richtig katzenfreundlich habe ich Sammy ja eigentlich nie erlebt. Draußen war er viel zu sehr beschäftigt, sein Revier zu verteidigen. Deshalb bin ich so vorsichtig mit der Vergesellschaftung.
Aber wenn er die Zwerge anfänglich wenigstens duldet, bin ich schon happy!

Die Aktion Chip-Katzenklappe hatte heute kurzfristig vor dem Aus gestanden. Ich habe jetzt erst herausgelesen, dass man nur den Einlass einzelner Katzen kontrollieren kann. Der Ausgang ist entweder komplett offen oder eben komplett zu!
Man könnte die Klappe nur verkehrt herum einbauen, dann würde beim Ausgang kontrolliert werden, wer raus darf. ABER! Dann kann eben wieder jede Nachbarskatze ins Haus (und darf nicht mehr raus!). So wollte ich das nicht! Ich dachte ja, dass die Chips beim Ein- und Ausgang ausgelesen werden, aber ist wohl technisch (noch) nicht möglich.
Andere habe da schon regelrechte Tunnelschleusen mit zwei Katzenklappen zusammengebastelt, um das Problem zu lösen. An der einen Seite die Chipablesung nach außen und auf der anderen Seite nach innen (wer unbefugt durch die erste Klappe kam, steckt dann fest - auch nicht gerade toll für die Nachbarskatze?).

Jetzt bin ich aber auf eine ganz einfache Lösung des Problems gekommen. Unsere Magnet-Katzenklappe nach draußen ist ja im Kellerfenster der Waschküche. In der Waschküchentür ist eine zweite, ganz einfache Katzenklappe, damit ich diese Tür auch mal schließen kann (wenn z.Bsp. Besuch kommt - das sieht immer so unordentlich aus) und Sammy trotzdem jederzeit rein und raus kann.
Jetzt also meine Idee: Die Chipkatzenklappe wird in die Waschküchentür verkehrt herum eingebaut, sodass diese den Ausgang kontrolliert. Raus darf vorerst nur Sammy, die Zwerge bleiben im Haus.

Die Klappe nach draußen bleibt vorerst mal so wie sie ist. Wenn sich das mit dem Chip bewährt können wir später, wenn die Kleinen auch ganz raus dürfen, dort die Chipklappe richtig herum einbauen. Jetzt hoffe ich nur noch, dass Sammy durch die Chipklappe passt. Bis 7 kg soll das gehen, das hat er jetzt. Mal sehen ...








08.10.2010

Ich kann gleich zwei Riesenfortschritte berichten! *freu*

Fortschritt 1:
Mory kam gestern und heute freiwillig zu mir, legte sich in Streichelnähe neben mich und genoss sichtlich und schnurrend das Streicheln und Kraulen im Nacken. Zwar ist er immer noch sehr schreckhaft und witscht immer wieder in sichere Gebiete, wenn man sich zu schnell bewegt, aber er weiß jetzt offenbar, dass meine Hand nichts Schlimmes von ihm will, wenn sie ihn berührt.

Fortschritt 2:
Gerade turnen zwei Jungkatzen durchs Wohnzimmer, nachdem sie die letzte Stunde damit verbracht haben, das ganze Haus zu erkunden. Als die Zwerge dem Großen begegnet sind, stand ich mit meinen Sockengeschossen parat, doch wieder brauchte ich sie nicht! Sammy fauchte zwar einige Male und stiefelte Winnie auch aufgeplustert hinterher, aber gaaaaanz langsam und nicht mit der Motivation, sie zu verjagen oder gar anzugreifen. Schöööön!
Ich bin richtig stolz auf meinen Großen! *freu*

Heute Abend müssen die Kleinen aber wieder in den Katzenknast zurück (ich hoffe, ich kann die da wieder reinbekommen), damit wir den Ausgang für Sammy wieder öffnen können. Erst am Dienstag bekommen ja alle einen Chip verpasst, damit ich die heute neu eingebaute Chipklappe entsprechend programmieren kann.

Hach, ich freu mich sooo, dass das alles so gut funktioniert. Daran hätte ich nie geglaubt! Ich habe wirklich damit gerechnet, dass es hier erst einmal "Mord- und Totschlag" gibt. Nun, vielleicht kommt das Gezanke ja noch, aber die ersten Begegnungen waren schon mal so positiv, dass ich dem jetzt weitaus gelassener entgegen sehe. Wie schon mal geschrieben, am Anfang reicht es mir, wenn Sammy die Kleinen erst einmal nur als notwendiges Übel akzeptiert und duldet.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Vergesellschaftung für Anfänger

06.10.2010

Ich fühle mich im Moment ja irgendwie wie ein absoluter Katzenanfänger und überlege ständig, wie ich das am Besten für alle Beteiligten löse.

Im Moment möchte Sammy ja überhaupt nicht in das "Kinderzimmer". Soll ich ihn dann da reinlotsen oder gar reinsetzen? Eigentlich würde ich ihn ungern zu etwas zwingen. Er macht sich schon steif und stellt die Haare auf, wenn ich ihn die Treppe hochtrage, um ihn oben im Flur abzusetzen. Und wenn er morgens vor der Badezimmertür (die direkt neben der Gittertür liegt) auf mich wartet, hockt er möglichst weit weg von der Gittertür und ignoriert das wilde Treiben im Kinderzimmer völlig.

So wie ich das im Moment abschätze, wären also eher die Kleinen draußen als Sammy drinnen, wenn ich die Kinderzimmertür aufmache.


(Daraufhin bekam ich gesagt, dass ich Sammy reintragen soll, wenn er nicht völlig ausflippt. Und dann auf jeden Fall dabei bleiben und beobachten wie er reagiert. Ob er sehr aggressiv auf die Kleinen losgeht oder ob er nur grummelnd seinen Unmut über ihre Anwesenheit ausdrückt. Bei Aggressivität sollte ich sofort einschreiten und ihm deutlichst klar machen, dass so ein Verhalten nicht erwünscht sei.)


07.10.2010

Neues aus dem Katzenknast
Tag 6

Die zweite Begegnung mit Sammy fand statt! Davor habe ich mich ehrlich gesagt schon ein bisschen gefürchtet aber Winnie macht unmissverständlich klar, dass sie nicht mehr länger hinter Gittern hocken möchte - wo es da draußen doch soooo viel interessanter ist. Sie rüttelt wie verrückt an der Gittertür, das wird nicht mehr lange gut gehen, also musste ich einfach reagieren.

Also habe ich allen Mut zusammengekratzt und meinen Großen nach einer ausgiebigen Schmusestunde unter den Arm geklemmt und nach oben getragen. Er schnurrte dabei munter weiter und hat keine Anstalten gemacht, sich loseisen zu wollen, als wir oben ankamen, das hat mich eigentlich hoffnungsvoll gestimmt. Ich konnte sogar noch - mit Sammy auf dem Arm - aus der Kommode ein paar zusammengerollte Socken von mir holen (als eventuelle Wurfgeschosse).

Dann öffnete ich die Gittertür und setzte Sammy ins Kinderzimmer. Nervenzerreißende Spannung! Die Zwerge hockten wie gebannt da und glotzten. Mory saß auf einem kleinen Tisch und schloss die Augen halb (Deeskalationsblick), Winnie saß geduckt auf dem Boden und wirkte zur Abwechslung eher vorsichtig als mutig. Sammy stand einfach nur da, eine Sekunde, zwei Sekunden vielleicht drei Sekunden ... dann grummelte er ein wenig, aber so leise, dass es kaum zu hören war. Dann drehte er um und schlich langsam an mir vorbei aus dem Kinderzimmer.

Boah, watt war ich erleichtert! Und was habe ich mich gefreut, dass ich meine Wurfgeschosse nicht benutzen musste! Sammy hat nicht einmal im Ansatz den Anschein erweckt, dass er auf die Kleinen losgehen würde - wie anders hat das bei der ersten Begegnung ausgesehen!

Klar weiß ich, dass die Schlacht damit noch nicht geschlagen ist, aber ich sehe das absolut als positives Zeichen an, darf ich doch, oder?


(Das wurde vielfach bestätigt! ;-))

Montag, 10. Oktober 2011

Fortschritte

06.10.2010

Gestern durfte ich Mory anfassen! *freu*

Wie schon vermutet, stört Winnie extrem bei der Kontaktaufnahme - sie ist halt immer vorne dabei und muss ihr Näschen in alles stecken. Und da sie gestern beschlossen hatte, aus ihrem Knast auszubrechen und ins Bücherzimmer zu witschen (während ich das Kaklo reinigte und aus Versehen die Gittertür nicht richtig zugemacht hatte), schloss ich dort die Tür und ließ sie das Zimmer erkunden. Die ist so nassforsch, dass sie das überhaupt nicht störte.

Währenddessen hatte ich Zeit für Mory. Erst lockte ich ihn mit der Federangel, dann mit Leckerchen, die ich immer dichter an mich legte.
Erst strich ich ganz vorsichtig über sein Köpfchen, dann über den ganzen Körper. Und als er immer noch nicht fortsprang, nahm ich ihn hoch. Das war ihm noch nicht ganz soooo geheuer, aber er ließ es über sich ergehen. Es ist ja nicht so, dass er das überhaupt nicht kennt, in der Pflegestelle wurde er auch gestreichelt und hochgenommen, aber er kennt mich halt noch nicht so gut. Ich denke, dass ich Winnie immer wieder mal aussperren muss, um mich mehr mit Mory bekannt zu machen.

Vielleicht sollte ich Winnie auch zuerst ganz rauslassen und Mory noch ein bisschen im Katzenzimmer einsperren. Sie ist ja so unbekümmert, dass eine erneute, eventuell etwas unerfreulichere Begegnung mit Sammy sie nicht aus dem Konzept bringen wird. Bei Mory hingegen befürchte ich, dass er nach dem ersten Zusammenstoß irgendwo hin flüchtet und sich nicht mehr raustraut.


(Ich bekam dann den Tipp, vor der Freilassung der Kleinen erst einmal Sammy ins "Kinderzimmer" zu setzen und ihn nicht daran zu hindern, gleich wieder rauszuwitschen. So würde er das Zimmer als Revier der Whiskys begreifen.)


Vorhin habe ich in der Tierklinik einen Termin für nächsten Dienstag vereinbart. Ich möchte alle drei ja chippen lassen, um zukünftig eine Chip-Katzenklappe zu verwenden. Ich hoffe, das funktioniert auch so, wie ich mir das vorstelle, denn angeblich kann man damit einzelnen Katzen (Sammy) Freigang gewähren und anderen (den Kleinen) vorerst verwehren. Außerdem muss Sammy dann kein Halsband mit Magnetschlüssel mehr tragen (obwohl noch nie etwas passiert ist, habe ich einfach ein ungutes Gefühl, wenn er mit dem Riesentrumm um den Hals draußen unterwegs ist).

Ich möchte dann auch gleich die Kastration der beiden Kleinen ansprechen und vereinbaren. Die Frau von der Katzenhilfe meinte nämlich, dass Mory schon ganz schön frühreif wäre und auch schon probiert hätte, seine Schwester zu decken. Die ließ sich das aber nicht gefallen und sprang weg. Er hätte auch schon bei anderen Katzen versucht aufzureiten und ich soll das unbedingt beobachten und gleich reagieren. Falls Mory auch schon Katerdüfte aussendet, wäre das auch nicht besonders hilfreich für die Vergesellschaftung.

Mit meinem bisherigen Tierarzt war ich ja nicht sonderlich zufrieden. Zwar muss man dort nie lange warten und ist fast immer gleich direkt ins Sprechzimmer geführt worden (vielleicht hätte mich das auch stutzig machen sollen?), aber die (Tierarzt und Helferin) waren mir noch nie sonderlich sympathisch. Zum jährlichen Impfen war es mir aber egal und außer der Kastration und ein paar einfachen Kampfwunden war sonst nichts Außergewöhnliches.

Beim letzten Impfen ist mir aber gegen den Strich gegangen, dass der Tierarzt mir uuuunnnnbedingt sein Trockenfutter verkaufen wollte. Nur das wäre gut und da Sammy nun schon ein Senior wäre, dürfte man auf gaaaaar keinen Fall mehr etwas anderes füttern. Ich ließ mir nur ein Probepäckchen mitgeben, um zu testen, ob er das überhaupt frisst. Dann habe ich mich selbst kundig gemacht und so viele Anti-Trofu-Stimmen gelesen (die auch von Tierarztverkaufsbedrängungen berichteten), dass ich lieber mehr hochwertiges Nassfutter gegeben und einen Trinkbrunnen besorgt habe, damit er mehr trinkt. Ganz so radikal gegen Trofu bin ich dennoch nicht, manchmal frisst Sammy halt einfach nichts anderes (das hat sich zum Glück inzwischen geändert!)

Die Zwerge bekommen Trofu im Moment nur über ein Fummelbrett, hauptsächlich als Beschäftigungstherapie. Laut Pflegefrau mögen die auch lieber Nassfutter und hauen mal eben ein paar Schälchen weg. Das ist doch richtig, dass die Kleinen so viel bekommen, wie sie fressen möchten, oder? Die fressen definitiv mehr als mein 7 kg Kater! :eek:

Auf jeden Fall möchte ich zukünftig zu einem anderen Tierarzt gehen. Die Einzigen, über die ich eine gute Bewertung und einen guten Erfahrungsbericht einer weitläufigen Bekannten habe, war die Tierklinik. Mal sehen, was mich dort erwartet (Wartezeitmäßig). Ich werde berichten.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Müder Abklatsch

Das Verhältnis zwischen Bayern und Schwaben ist ... nun ja ... manchmal doch eher etwas angespannt. Spielt zum Beispiel der VfB Stuttgart gegen den FC Bayern München sind selbst die Fußballer bis in die Haarspitzen motiviert. Auf den Stadionrängen ertönt (nicht nur im Neckarstadion sondern bundesweit) regelmäßig "Zieht den Bayern die Lederhos'n aus!".

Umso erstaunlicher ist für mich, dass nun extrem viele diese Lederhos'n anziehen. Freiwillig! Weil irgendjemand (vermutlich ein gewiefter Trachtenausstatter) die Tracht zum gehipten Trend gemacht hat. Jetzt "muss" man auch auf den Wasen* in Dirndl und Lederhos'n gehen, sonst ist man nicht trendy.

Ich finde so ein Dirndl auch hübsch und ein fescher Bub in einer Krachledernen ist auch nett zum anschauen - halt da wo es hinpasst, nämlich auf die Wiesn*. In Stuttgart hat das keinerlei Tradition und wirkt auf mich einfach nur wie ein müder Abklatsch.

Gestern Abend waren wir auf dem Wasen und ich habe mich gefühlt, als wären wir bei der Fasnet. Sorry, aber den meisten Dirndln sah man schon von weitem an, dass sie von einer Kaffeerösterei oder aus dem Discounter stammen. Das sind Karnevalskostüme aber keine Tracht. Hauptsache hochgeschnürter Busen, tiefes Dekolleté und Miniröckchen - sexy auf Teufel komm raus. Das bekommt man mit den tatsächlich vorhandenen altwürttembergischen und badischen Trachten natürlich nicht hin. Die sind nämlich langweilig halbwadenlang und hochgeschlossen bis zum Kinn und habe lustige Kopfbedeckungen a la Bollenhut oder Schäppel.

Aber es soll ja von mir aus jeder anziehen was er will, ich find es halt affig und in Stuttgart fehl am Platz. Bei diesem Trend werde ich definitiv nicht mitmachen.


* es heißt der Cannstatter Wasen und die Münchner Wiesn

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Neues aus dem Katzenknast II



04.10.2010

Ich bin selbst überrascht, wie ruhig Sammy vor der Tür sitzt und eher interessiert zuguckt, als wie ein Berserker zu toben. Nur ein kurzes Fauchen, wenn Madame ihm zu nahe ans Gitter kam. Allerdings denke ich, dass er genau weiß, dass er nicht durchs Gitter kann. Beim ersten direkten Zusammentreffen hat er sie ja ordentlich vermöbelt, was im Nachhinein vielleicht gar nicht schlecht war, denn jetzt hat sie ziemlich großen Respekt vor ihm.

Wenn ich aber daran denke, wie er oft rumgejault und gebuckelt hat, wenn er durch die Terrassentür eine andere Katze auf unserem (seinem ) Grundstück sah! Das war dann eher so: bevor er schnurstracks in den Keller sprintete, auf die Waschmaschine, durch die Katzenklappe, die Katzentreppe nach oben und auf die Terrasse (bis dahin war der Eindringling meistens eh schon längst über alle Berge ).
Jetzt sieht das eher so aus:




05.10.2010

Mory taut langsam auf. Gestern hat er kaum noch sein sicheres Unterdemsofaversteck aufgesucht und kräftig mitgespielt, als ich die Spielschiene aktiviert hatte.
Zuerst hat natürlich Winnie die Schiene in Beschlag genommen. Ich musste den Ball nur einmal anschubsen, dann ging sie ab wie Schmitz' Katze.*g*

Mory ist wie immer etwas vorsichtiger an die Sache herangegangen. Während sie wie eine Wilde auf den Ball eindrischt, sodass dieser gleich zweimal die Schiene rauf- und runterrollert, tippste er den Ball anfänglich nur ganz sachte an. Später brachte aber auch er mehr Schwung in die Sache und die nächste halbe Stunde hockten die beiden absolut verzückt an der Spielschiene.

Mory hat inzwischen auch entdeckt, dass meine Hand nichts Böses von ihm will und man daraus sogar ein Leckerchen bekommt. Ganz kurz leckte er mir sogar die Finger ab und als ich ein Dreamie direkt neben mein Bein legte, holte er sich auch das ab. Streicheln lassen will er sich aber von mir noch nicht, da springt er gleich wieder ein paar Schritte davon.

Es ist ein wenig schwierig an ihn heranzukommen, immer wenn ich mich auf ihn konzentrieren und ihn heranlocken möchte, kommt mir Winnie in die Quere. Sie springt dann so wild zwischen uns, dass er sich gleich wieder zurückzieht. Ich überlege mir schon, ob ich Winnie nicht einmal in ein anderes Zimmer verfrachte, um mehr Zeit für Mory zu haben.

In Sachen Sammy gibt es jetzt eine kleine Veränderung, ob die gut ist, weiß ich nicht so recht. Er geht nicht mehr bis direkt vor das Gitter, sondern bleibt schon am Treppenabsatz hocken und faucht von dort aus, während die Zwerge neugierig glotzend ca. 1 m von der Gittertür entfernt im Zimmer sitzen (inzwischen beide!). Dann plustert sich Sammy auf, schlägt mit dem Schwanz und stapft steifbeinig davon. Wenn ich ihn dazu animiere (mit Streicheln, herbeilocken und gutem Zureden) lässt er sich im oberen Flur in Sichtweite der Kleinen nieder. Er zwinkert mir auch zu, wenn ich mit ihm rede, ist aber ganz und gar nicht mehr entspannt oder gar interessiert.

Gibt es da bestimmte Phasen? So à la:
1. Phase: Was'n das?
2. Phase: Die sind ja immer noch da!
3. Phase: Heh, verschwindet! *fauch*
4. Phase: Vielleicht verschwinden sie, wenn ich sie ignoriere? *hoff*
5. Phase: ?






Dienstag, 4. Oktober 2011

Neues aus dem Katzenknast

04.10.2010

Und jetzt ... Samrow proudly presents:
Neues aus dem "Katzenknast" (zumindest sieht das mit der Gittertür jetzt so aus ;-)).

Tag 2 und 3 der Inhaftierung von Winnie und Mory verliefen eigentlich rundweg positiv. Winnie ist weiterhin ein Wusel und rennt die ganze Zeit herum, um alles, wirklich absolut alles anzusehen, anzutatzeln, damit zu spielen, es anzuschnüffeln, zwischendurch einen Happen zu nehmen, kurz durch das Katzenklo zu buddeln, und dann kurz bei mir vorbeizusehen und sich an mich zu kuscheln. Sie ist wirklich ein zuckersüßes Persönchen, mit der wir noch viel "Spaß" haben werden. Wie die Frau von der Katzenhilfe schon angekündigt hatte: Nichts ist vor ihr sicher und wir werden - sobald Freigang möglich ist - eine pikobello aufgeräumte Wohnung haben. *g*

Mory ist immer noch seeeeehr scheu aber immerhin hat er nun schon einige Male sein Versteck unter dem Sofa verlassen und ist auch nicht mehr ganz so geduckt, wenn er durchs Zimmer stromert. Da muss ich aber ganz ruhig sitzen bleiben, denn er hat mich ständig im Auge. Sobald ich mich rühre, sehe ich ihm deutlich an, dass er schon hektisch den kürzesten Weg zurück unter sein Sofa ausrechnet. Allerdings hielt ihn die Neugier gestern Abend nicht davon ab, mit der Federangeln mitzuspielen.

Winnie kennt da gar nichts, sie stürzt sich todesmutig auf die Federn, verbeißt sich in ihnen und schleppt sie mitsamt dem Angelstab durchs Zimmer. Ich denke mal, die wird recht bald eine gute Jägerin werden. Mory ist auch da seeeeehr vorsichtig. Er tatzelt nur ganz sachte nach dem Federbusch, wenn Winnie gerade erschöpft am Boden liegt. Ich habe dann versucht, die Angel dichter an mich heranzuziehen und habe ihm meine Hand entgegen gestreckt. Kurz hat er an meinem Finger geschnuppert aber anfassen ließ er sich dann doch nicht. Aber das wird sicherlich noch!


In Sachen Zusammenführung mit Sammy ging es auch etwas voran. Zumindest sehe ich sehr positiv, dass Sammy oft sehr interessiert und absolut ruhig am Gitter saß. Nur wenn sich Winnie zu weit vorgewagt hatte, fauchte er leise (sie aber auch). Und nur einmal hat er kurz gemoppert, sich dann aber einigermaßen entspannt vor das Gitter gelegt und mir zugezwinkert.


Jetzt überlege ich gerade die nächsten Schritte. Ich würde gerne den beiden Neuankömmlingen weitere Zimmer zeigen, vor allem Winnie hockt immer extrem neugierig am Gitter und würde mit Sicherheit problemlos das ganze Haus erobern. Wir haben ein offenes Treppenhaus auf drei Etagen, es lässt sich kaum vermeiden, dass dann gleich alles begutachtet wird. Ich weiß nicht, wie Sammy das aufnehmen würde und irgendwo einsperren möchte ich ihn eigentlich nicht.

Mein Mann schlug vor, aus der Gittertür einen kleinen Durchschlupf herauszuschneiden. Nur so groß, dass die beiden Kleinen noch durchpassen, Sammy aber nicht. Dann könnten sich die Kleinen in ihr bekanntes Zimmer zurückflüchten. Was haltet Ihr davon?

Und wann wäre der nächste Schritt zu machen? Soll ich noch warten, bis sich Mory an mich gewöhnt hat? Sobald die Gittertür durchgängig wäre, würde ich ihn wohl kaum noch zu Gesicht bekommen, es gibt schließlich sooo viele Versteckmöglichkeiten bei uns im Haus.


(Als Antwort bekam ich damals, dass ich das mit dem Loch in der Gittertür lieber lassen sollte, die Verletzungsgefahr wäre zu groß. Stattdessen sollte ich die Hauserkundung der Whiskys lieber begleiten und für eventuelle Streitereien mit Sammy ein paar weiche Wurfgeschosse (zusammengerollte Socken oder ähnliches) in der Hand halten.)


Sonntag, 2. Oktober 2011

Einzug der Katziatoren

29.09.2010

Das Projekt Zweit- und Drittkatze ist in Angriff genommen worden! Heute habe ich lange mit der Frau von der Katzenhilfe telefoniert.
Der Silbertiger Micky ist tatsächlich schon vermittelt. Aber das Tigermädchen ist noch da und ihr Bruder ein rot-weißer, ganz lieber und zurückhaltender Kater wartet auch noch auf einen Platz. Mit dem versteht sich das Tigermädchen sooo gut, dass ich die beiden nicht trennen möchte.
Also bringt mir die Frau von der Katzenhilfe die beiden am Freitagvormittag vorbei. Sie würde ihre Katzen nie abgeben, ohne die angegebenen Wohnverhältnisse selbst zu überprüfen. Leider gab es wohl schon einige Male tatsächlich welche, die von einem Einfamilienhaus mit Garten sprachen und in Wahrheit eine winzige Wohnung ohne Balkon hatten. Auf die Idee, dass es so etwas gibt, wäre ich nie gekommen, mich hat das im ersten Moment regelrecht sprachlos gemacht!
Zum Glück habe ich nicht von einer Villa auf 100 ha Grundstück geschwärmt ... ;-)
Meine Angaben können also jederzeit überprüft werden.

Jetzt brauche ich nur noch zwei neue Namen, denn Hummel und Pumuckl gefallen mir nicht so wirklich ...

Lacht nicht, aber angesichts unserer Schottlandvorliebe hätte ich am liebsten die Namen von Whiskydestillerien.
Balvenie z.Bsp. für das Mädchen (Rufen mit Balli) oder Dalwhinnie (Winnie) und für den Jungen Laphroig (Froggi), Talisker oder Ardbeg.
Allerdings habe schon rege über Eltern abgelästert, die ihren Kinder abartige Namen geben. Gilt das für Katzen eigentlich auch? (Immerhin habe ich nicht in Erwägung gezogen eines der Tiere Bunnahabhain, Bruichladdich oder Craigellachie zu nennen. ;-))



02.10.2010

Sodele, seit gestern wohnen die wuselige Winnie und der schüchterne Mory bei uns. Während Winnie offenbar keine Angst kennt und wie ein Derwisch alles im extra eingerichteten Katzenzimmer erkundet hat, flüchtete sich Mory sofort unters Sofa und ist seither auch nur zweimal kurz, platt wie 98888888888888883+ (das war Winnie ;-)) eine Flunder durchs Zimmer geschlichen.
Während Winnie immer noch herumwuselt und sich schon mehrere Male schnurrend an mir rieb und sich von mir streicheln ließ, hockt Mory immer noch unter dem Sofa.

Die erste Begegnung mit Sammy hatten wir auch schon. Der ist nämlich hereingewitscht, als mein Mann und ich gestern Abend nochmal nach den zwei kleinen Mäusen sehen wollten. Ich wollte Sammy gleich wieder rauskomplimentieren, aber mein Mann meinte, dass ich ihn doch lassen sollte. Böser Fehler! Die wilde Winnie *bauersuchtfraualliteration* stürzte todesmutig auf Sammy zu, der erst einmal baff stehen blieb und sich das wuselige Ding ansah. Aber dann ging es los! Die Kleine flog regelrecht durch die Gegend und flüchtete sich zu ihrem Bruder unters Sofa unter das Sammy zum Glück nicht mehr passt. Definitv keine wundersame Schnellvergesellschaftung, aber daran hatte ich ja auch nie geglaubt.

Heute hat mein Mann eine stabile Gittertür gebastelt, die nun im Türrahmen hängt. Jetzt können sich die Katzen erst einmal gründlich beschnuppern, ohne aufeinander losgehen zu können. Ich werde weiterhin berichten.

Lesen Sie demnächst:
- Werden die wuselige Winnie und der störrische Sammy sich aneinander gewöhnen?
- Wird der misstrauische Mory irgendwann unter dem Sofa hervorkommen?

Verpassen Sie nicht die nächste Folge! :D

Dienstag, 13. September 2011

Fragen und Gedanken für/gegen Katzengesellschaft

Warum denkst du an zwei Kitten?
Ich selbst hätte nie an zwei Kitten gedacht, dieser Vorschlag kommt von der Frau von der Katzenhilfepflegestation, bei der ich nachgefragt habe, ob sie eine passende Zweitkatze für Sammy hätte.
Sie meinte, dass sie in einem solchen Fall recht gute Erfahrungen mit zwei jüngeren Neuzugängen gemacht hätten. Eine Einzelkatze zu einem absoluten Einzelprinzen kann gut gehen - kann aber aber auch gewaltig in die Hose gehen und dann steht die neue Einzelkatze blöd da und muss vielleicht sogar wieder zurückgegeben werden. Das möchte ich ja nun wirklich nicht.
Bei zwei Jungkatzen würden die sich miteinander beschäftigen und der "Senior" könnte sich daran beteiligen oder die beiden Jungen eben ignorieren bzw. dulden und sein Eigenbrödlerdasein weiterführen.
Das klang für mich irgendwie einleuchtend, auch wenn ich immer noch hin und her überlege, ob ich einen Versuch wagen soll. 

Hast du keine Angst um die Neuzugänge?
Ich bin auch immer noch skeptisch, andererseits habe ich das Gefühl, dass Sammy sich einfach schrecklich langweilt. Wir sind ja den ganzen Tag nicht zu Hause und obwohl ich mich bemühe, mich mit ihm abends zu beschäftigen, kann ich ihm kein artgenössisches Verhalten bieten.
Ich würde die Sache auch sehr vorsichtig angehen und die Neuankömmlinge zuerst in einem Extrazimmer einquartieren. Wir werden bald ein Gästezimmer frei haben, in das Sammy normalerweise bisher nicht gehen durfte. Eine versperrte Tür wäre also nichts Neues für ihn.
Nach ein paar Tagen dachte ich daran, eine Gittertür verwenden, damit sich alle sehen und beschnuppern können.

Es gibt keinen Welpenschutz bei Katzen!
Ich hatte vorher auch nicht davon gehört und nun einfach mal auf die Erfahrung dieser Frau vertraut. Sie hätte damit schon gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht ist "Welpenschutz" in der Tat eine falsche Bezeichnung. Vielleicht meinte sie auch nur, dass eine Zusammenführung mit einem älteren Einzelexemplar mit zwei Kitten besser funktioniert, weil diese eben zurückstecken.

Sonntag, 11. September 2011

Eins, zwei oder drei?

Nein, es geht hier nicht um die Sendung mit dem Plopp.

Ich wurde gefragt, wie ich es hinbekommen habe, einen eingefleischten Einzelkater zu vergesellschaften. Hier sind meine Notizen der Zusammenführung. Beginnen werde ich mit meinen Gedanken, kurz bevor die Whiskys einzogen:


19.08.2010
Wir befassen uns schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken eine Zweitkatze aufzunehmen. Bis vor einem Jahr dachte ich, dass das aussichtslos sei, denn unser Kater ist eigentlich ein absoluter Einzelprinz und etwas speziell. Allerdings habe ich nun ein paar Verhaltensweisen beobachtet, die wieder Hoffnung aufkeimen lassen. Doch von Anfang an:

Als Sammy über Umwege zu uns kam, war er gerade einmal 8 Wochen alt. Seine Mutter wurde überfahren als die Kitten 5 Wochen alt waren und der bisherige Besitzer wollte die Kleinen nicht länger behalten. Sammys Schwesterchen war leider schon vermittelt, sonst hätten wir damals beide zu uns genommen. Sammy war zwar zuckersüß - aber in einem erbärmlichen Zustand. Der Tierarzt schlug regelrecht die Hände über dem Kopf zusammen, als er das völlig verflohte und verwurmte Kerlchen untersuchte. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich eine Heidenwut auf den Vorbesitzer hatte?

Wie auch immer, Sammy wuchs trotz der Startschwierigkeiten zu einem wunderschönen, pechschwarzen und äußerst prächtigen Kater heran. Er ist selbstverständlich kastriert und tätowiert, hat ein ganzes Haus zu seiner Verfügung (in dem wir gnädigerweise auch leben dürfen ;-)) und kann durch eine Katzenklappe kommen und gehen wie es ihm beliebt. Wir wohnen am Ortsrand in einer verkehrsberuhigten Sackgasse, um uns herum sind weit ausgedehnte Felder und Wiesen. Platz wäre also genug.

Viele unserer Nachbarn haben Freigängerkatzen und als Sammy noch in seiner jugendlichen Sturm- und Drangphase steckte, zeigte sich, dass er überhaupt kein kätzisches Sozialverhalten besitzt (kein Wunder, ihm fehlen ja einige Wochen Katzenmuttererziehung). Jede Katze, die auf die Idee kam, sich auf unser (ähem, SEIN ) Grundstück zu wagen, wurde gnadenlos vermöbelt. Selbst die allerliebsten Kätzinnen der Nachbarin wurden angefaucht und verjagt. Ich dachte nicht im Traum daran, Sammy jemals eine Zweitkatze ins Revier zu setzen!

Doch letztes Jahr geschahen gleich zwei seltsame Dinge. Das erste Mal wurde ich stutzig, als eine wunderschöne Maine Coon Kätzin auf unserer Terrasse auftauchte und sich dort seelenruhig niederließ. Sie war eine Dame von Welt, das sah man ihr sofort an. Eine Lady sozusagen und selbst Sammy war wohl von ihrer aristokratischen Haltung so verblüfft, dass er nur einmal kurz fauchte und dann fasziniert stehen blieb. Ja, letztlich entwickelte er sich sogar zum Gentleman und ließ die Dame einfach in Ruhe, wenn sie uns immer wieder einmal besuchte. Er legte sich sogar ebenfalls seelenruhig in den Garten und ignorierte die Kätzin einfach (zumindest tat er so, ich hatte aber regelrecht das Gefühl, dass er ihre Nähe suchte).

Leider verschwand die Maine Coon Lady eines Tages spurlos. Unsere Nachbarn, bei der die Katze gelebt hatte, hängten noch überall Zettel aus, doch sie tauchte nicht wieder auf – vermutlich hat sie jemand einfach mitgenommen (unmögliches Pack!).


Eines Tages tauchte auf unserer Terrasse auf einmal ein kleiner roter Kater auf. Sehr frech, sehr neugierig und sehr abenteuerlustig erkundete er einfach alles, in das man als junge Katze seine Nase reinstecken kann. So entdeckte er auch unsere Katzenklappe und begutachtete, wie wir so leben. Auch die Küche fand er und knabberte ein bisschen Trockenfutter aus Sammys Napf. Währenddessen saß der Hausherr einfach nur gelangweilt auf seinem Kratzbaum und putzte sich! Dabei wusste ich genau, dass Sammy den Besucher längst entdeckt hatte. Als er schließlich vom Kratzbaum sprang, stand ich sofort parat, um den Kleinen notfalls in Sicherheit zu bringen. Doch das war überhaupt nicht nötig! Im Gegenteil, der Kleine war begeistert, einen vermeintlichen Spielkameraden gefunden zu haben und sprang Sammy an. Anstatt dem Roten ordentlich eine auf die Nuss zu geben, zeigte Sammy seine Spielunlust nur damit, dass er sich einfach umdrehte und mit einem Satz wieder auf den Kratzbaum sprang.

Der kleine rote Kater besuchte uns noch einige Male, doch als er größer wurde, war es wieder vorbei mit dem Ignorieren und Sammy machte ihm überdeutlich klar, dass er bei uns nichts mehr zu suchen hat.

Ich hatte kürzlich einen sehr netten Mailkontakt mit einer Frau von der Katzenhilfe, die das nicht ausschließen würde. Allerdings hat sie mir dazu geraten, eher zwei junge Kätzchen aufzunehmen. Diese hätten eine Art "Welpenschutz" (anderswo hab ich gelesen, dass es das bei Katzen nicht geben würde - ich bin also etwas verwirrt). Außerdem könnten die zwei Kleinen sich dann miteinander beschäftigen und Sammy könnte selbst entscheiden, ob er da dabei sein möchte, oder nicht.

Montag, 5. September 2011

Küchenchaos

Es ist einfach faszinierend, dass ein und diesselbe Mahlzeit einen völlig unterschiedlichen Zustand der Küche hervorrufen kann - je nachdem, wer diese Mahlzeit zubereitet hat.

Am Beipspiel eines simplem Tomatensalats für zwei Personen will ich das einmal verdeutlichen:

Person 1
1. Tomaten in der Plastikverpackung waschen
2. auf einem Stück Küchenkrepp zwischenlagern
3. auf einem spülmaschinengeeigneten, runden Schneidbrett mit einem spülmaschinengeeigneten Tomatenmesser in kleine Stücke schneiden
4. direkt vom Schneidbrett in die Portionsschälchen geben
5. Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und Olivenöl drübergeben
6. mit zwei Gabeln vermischen
7. die Gabeln kurz mit dem feuchten Küchenkrepp aus Pos. 2 abwischen
8. Schneidbrett und Messer in die Spülmaschine räumen
9. Küchenkreppblatt wegwerfen
10. kurz über die Arbeitsfläche wischen
11. Tomatensalat + Gabeln auf den Tisch stellen/legen
12. nach dem Essen Schälchen und Gabeln in die Spülmaschine stellen

Verwendetes Arbeitsmaterial:
1 Blatt Küchenkrepp
1 Schneidebrett (spülmaschinengeeignet)
1 Messer (spülmaschinengeeignet)
2 Portionsschälchen
2 Gabeln

Küchenzustand: aufgeräumt



Person 2
1. Tomaten in einem Sieb waschen
2. mehrere Blätter Küchenkrepp ausbreiten und die Tomaten darauf legen
3. weitere Blätter Küchenkrepp verwenden, um die Tomaten zu trocknen
4. Tomaten auf dem größtmöglichen, nicht spülmaschinengeeignete Schneidbrett mit dem größtmöglichen, nicht spülmaschinengeeigneten Fleischmesser schneiden
5. Tomatenstücke in eine große Salatschüssel geben
6. eine kleine Schüssel + einen Löffel verwenden, um Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und Olivenöl zu verrühren
7. das Dressing über die Tomatenstücke verteilen und mit einem Salatbesteck mischen
8. zwei Portionsschälchen und zwei Gabeln auf den Tisch stellen/legen
9. Salatschüssel auf den Tisch stellen
10. nach dem Essen alles auf die Arbeitsplatte stellen
11. Küchentür schließen, um das Chaos nicht mehr zu sehen
12. zwei Tage später das Chaos aufräumen (falls nicht schon vorher jemand anderes das getan hat)

Verwendetes Arbeitsmaterial:
1 Küchensieb
5-10 Blatt Küchenkrepp
1 großes Schneidbrett (per Hand abzuwaschen)
1 großes Fleischmesser (per Hand abzuwaschen)
1 große Salatschüssel
1 Löffel
1 kleine Plastikschüssel
1 Salatbesteck
2 Portionsschälchen

2 Gabeln

Küchenzustand: Saustall


Sonntag, 21. August 2011

Katzen würden Mäuse kaufen

Es gibt Menschen, die sich mit viel Fastfood und Süßigkeiten ernähren und trotzdem alt werden. Genauso gibt es auch Katzen, die mit Whiskas, Sheba, Felix & Co. alt werden. Glück gehabt.

Die Gefahr, dass diese Menschen/Katzen im Alter mit diversen Krankheiten zu kämpfen haben, dürfte jedoch größer sein, als bei denjenigen, die auf ihre Ernährung achten.

Der Unterschied zwischen Mensch und Katze liegt (vor allem bei Wohnungskatzen) darin, dass die Katze nicht selbst entscheidet, was sie zu sich nimmt. Die muss fressen, was der Mensch ihr vorsetzt.

Ich habe mir vor einiger Zeit mal ein paar Gedanken darüber gemacht, was ich Sammy die ganzen Jahre vorgesetzt habe und danach beschlossen, es bei den Whiskys von Anfang an anders zu machen. Ich bilde mir ein, dass diese Entscheidung richtig war, maße mir aber nicht an, über andere zu bestimmen. Hier meine Gedanken, entscheidet selbst.


Was würde eine Katze fressen, wenn sie noch nie mit einem Menschen in Kontakt gekommen wäre?
Mäuse, Ratten, Vögel ...

Woraus bestehen diese Beutetiere?
Eine Maus zum Beispiel besteht aus ca.
- 70% Wasser
- 15% Proteine (Fleisch)
- 10% Fett
- 1-2% Kohlehydrate (ein paar Getreidekörner im Verdauungstrakt)
dazu noch ein paar Vitamine, Mineralien (Knochen), Ballaststoffe (Fell, Federn)

Zusammenfassend:
1. Katzen nehmen enorm viel Wasser mit ihrer Nahrung auf (deshalb trinken sie kaum)
2. Katzen brauchen viel Fleisch
3. Katzen brauchen kaum Kohlehydrate


Woraus besteht Fertigfutter?

Nassfutter-Beispiele:

Sheba Rind
Fleisch + Fleischnebenprodukte (u.a. mind. 4% Rind), Mineralstoffe, Zucker

Whiskas Rind in Sauce
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Rind:mind.4%) Getreide, pflanzliche Eiweißextrakte, Mineralstoffe, Zucker, pflanzliche Nebenerzeugnisse

Shah (Aldi) Rind + Huhn (200 Gramm-Dose)
Fleisch + Fleischnebenprodukte (mind. 60%, davon mind. 4% Rind, mind. 4% Huhn), Öle + Fette, Mineralstoffe

Grau Schlemmertöpfchen Huhn + Kalb

Fleisch und Innereien (Huhn mind. 40 %, Kalb mind. 28 %), Fleischbrühe, Calciumcarbonat


Trockenfutter-Beispiele:

Whiskas Trockenfutter
Mit Lamm, Kaninchen und Knackits mit Gemüse

Getreide,pflanzliche Eiweißextrakte, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Lamm:mind.2%, Kaninchen:mind.2%), Öle und Fette, Mineralstoffe, Milch und Molkereierzeugnisse, Gemüse (mind.2%), Hefen, pflanzliche Nebenerzeugnisse

Applaws Chicken
Katzentrockenfutter mit 80 % Fleischanteil. Statt Getreide wurde zum Fleisch Gemüse (Kartoffel) ergänzt.
- Kohlenhydrat - Anteil unter 15 %
- Ohne künstliche Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel
Getrocknetes Hühnerfleisch, getrocknete Kartoffeln, frisches Hühnerfleisch, Geflügelöl, Geflügelsoße, Rübenbrei, getrocknete ganze Eier, getrocknete Bierhefe, Lachsöl, Zellulose Pflanzenfaser, Cranberry Extrakt, Yuccaextrakt, Zitrusextrakt, Rosmarinölextrakt





Was lese ich da heraus?
  • Manche Hersteller geben explizit an, wie viel Fleischanteil enthalten ist, andere nennen nur wie groß der Anteil der geschmacksgebenden Sorte ist.
  • Was Fleischnebenprodukte/tierische Nebenprodukte eigentlich wirklich sind, hat Marmelada hier gepostet. Zusammengefasst ist das minderwertiger Schlachtabfall, der in einer zugelassenen Verbrennungsanlage direkt als Abfall zu beseitigen ist - oder eben in Heimtierfutter verwertet werden darf. Echt lecker.
  • Bei manchen Futtersorten scheint recht viel Getreide enthalten zu sein, sonst würde dieses nicht so weit vorne in der Zutatenliste auftauchen.
  • Bei manchen Futtersorten ist Zucker enthalten, obwohl Katzen keinen Geschmackssinn für Süßes haben.




Was habe ich daraus für ein Fazit gezogen?

Ich achte darauf, dass möglichst viel Fleisch, möglichst wenig Getreide/Fleischnebenprodukte und vor allem kein Zucker im Futter enthalten ist. Das ist bei Futter, das man im Supermarkt kaufen kann, äußerst selten der Fall. Mir ist da nur Aldi mit seinem Shah in der 200 Gramm-Dose bekannt (unverständlicherweise ist in der 100 Gramm-Schale und der 400 Gramm-Dose Zucker enthalten).

Ich bestelle nur Futter von Herstellern, die genaue Angaben zur Zusammensetzung machen.

Ich füttere fast nur noch Nassfutter, weil Katzen nicht ausreichend mehr trinken, wenn sie Trockenfutter fressen - also stimmt der Flüssigkeitshaushalt nicht. Trockenfutter gibt es nur noch als Leckerchen oder in kleiner Menge im Fummelbrett.
 

Mittwoch, 17. August 2011

Mäusefriedhof

VORSICHT - Nichts für zartbesaitete Gemüter oder Leute mit schwachem Magen!




Die Getreidefelder hinter der letzten Häuserreihe meiner Nachbarschaft wurden in den letzten Tagen abgeerntet, was dazu führt, dass Winnie die Mäusepopulation nun im Halbstundentakt dezimiert und mit nach Hause schleppt. Damit ich mit dem Zählen auch nachkomme, lässt sie immer mal wieder ein paar Körperteile davon übrig, manchmal auch eine komplette, oder nur leicht angenagte Maus.

Somit hat sich unsere Mülltonne in einen regelrechten Mäusefriedhof verwandelt - mit Kadavern in verschiedenen Verwesungsstufen. Der Gestank ist absolut un-be-schreib-lich!
Zum Glück wird die Tonne morgen geleert, aber ich fürchte, dass morgen Abend schon wieder Nachschub auf dem Wohnzimmerboden liegt. :-(


Eine ganze Zeitlang dachte ich ja, dass Winnie diese Mäusemenge niemals allein anschleppen würde, auch wenn ich immer nur sie dabei beobachten konnte. Allerdings sind wir ja tagsüber nicht zu Hause, da hätte also schon auch jemand anders mitjagen können. Aber wenn ich mir das so ansehe ...
Sammy hat schon lange kein gesteigertes Interesse mehr an der Mäusejagd. Wozu auch? Er hat die Mäuse in den seltesten Fällen gefressen, er weiß, dass es täglich feines Fresschen an der Futtertheke gibt und nützt seine Energie lieber dafür, die zweite Kratzbaumplattform zu erreichen und dort ein ausgiebiges Schläfchen zu machen.

Mory hätte schon Interesse, zumindest erweckt er den Anschein, wenn Winnie mal wieder eine Maus zum spielen mitbringt. Allerdings traut er sich nicht so recht und guckt nur zu, wie Winnie die Maus "bespielt" bevor sie sie frisst. Ganz am Anfang hat er ja immer noch versucht mitzuspielen, allerdings kennt Winnie beim Mäusebespielen keine Freunde und keine Geschwister mehr - er hat da also wohl schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht und betrachtet das jetzt lieber aus der Ferne.

Das Mäusebespielen vor dem Fressen ist immer der Part, den ich am liebsten überhaupt nicht mitbekomme, weil mir die Maus fürchterlich leid tut - allerdings ist Winnie immer schneller als ich, nur in den allerseltensten Fällen kann ich ihr die Maus abnehmen und draußen ins Gebüsch setzen.
Letztlich hätte ich Mory aber schon zugetraut, eine Maus zu fangen. Bis ich ihn am Wochenende beobachtete: Er saß unter dem Tisch auf der Terrasse, schön geschützt vor den "bösen" Menschen auf der Straße, als Winnie eine Maus mitbrachte und diese noch ein wenig auf der Terrasse "bespielte".

Wie Katz halt so spielt *schubs* *mausquiek* *schubs* *pfotel* *werf* *mausquiek* *mausflücht* *katzensprung* *schubs* ...
Mory guckte noch dabei zu, wandte sich aber irgendwann (gelangweilt? schaudernd?) ab. War eh nicht seine Maus. In dem Moment lässt Winnie die Maus ein wenig weiter weglaufen. Diese ergreift die Gelegenheit und rennt los, so schnell ihre kleinen Trippelfüßchen sie vorwärts bringen - direkt in Morys Hinterschinken *doing*. Mory war wohl einem Herzinfarkt nahe, so schnell hüpfte er erschreckt zur Seite, während die Maus einfach nur verdutzt guckend sitzen blieb (und im nächsten Augenblick wieder von Winnie eingefangen wurde).

Deshalb gehe ich stark davon aus, dass Mory nur dann eine Maus fängt, wenn sie sich ihm freiwillig ins Schnäuzchen legt. Aber gaaaanz vorsichtig! *g*

Donnerstag, 28. Juli 2011

Mythos Einzelkatze

Es gibt ja Tiere, die einen Artgenossen nur dann in ihrer Nähe dulden, wenn Paarungszeit ist. Lange Zeit dachte man das auch von Katzen. Ich will mich da gar nicht ausnehmen, vor zehn Jahren dachte ich das nämlich auch noch.

Inzwischen hat sich das Einzelkatzendenken jedoch als falsch herausgestellt - nur ist diese Erkenntnis leider noch längst nicht in allen Köpfen angelangt. Katzen sind zwar keine Rudeltiere wie Hunde, aber sie mögen Gesellschaft!

Gestern kommt meine Chefin freudestrahlend zu mir und erzählt mir, dass ihre Nachbarn sich ein Karthäuserkätzchen angeschafft hätten, das wäre sooooo knuffig! Sie war ein wenig überrascht, als ich nicht mit der gleichen Begeisterung reagierte und eher traurig darüber war.
Die Nachbarn waren auch schon einmal Kunden von uns, deshalb kenne ich sie. Beide sind weit über sechzig und von der Sorte vergeistigtes Professorenehepaar. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die mit einem kleinen Kätzchen durch die Gegend tollen und spielen. Und selbst wenn ich mich täusche und der Herr Professor in seiner Freizeit ein völlig anderer Mensch ist, so können die doch niemals eine Katze ersetzen! 

Ich habe mal ein Beispiel gelesen, das die Situation recht gut erklärt: 
Das ist so, als würde man ohne jeden Kontakt zu anderen Menschen leben müssen ( also auch ohne Fernsehen/ Radio/ Internet/Telefon) und das vom Kleinkindalter an - und als einzige Gesellschaft hat man  einen Gorilla oder einen Goldfisch.

Das Kätzchen muss also mutterseelenallein mit zwei alten verschrobenen Leuten aufwachsen und wird zu einem Einzelkatzendasein verdammt, obwohl es sicherlich liebend gerne wenigstens ein Geschwisterchen zum Spielen, Schmusen und Putzen an der Seite gehabt hätte.

Wenn ich meine beiden Whiskys sehe, wie sie dicht aneinandergekuschelt liegen oder sich gegenseitig das Köpfchen putzen, geht mir das Herz auf.



Gleichzeitig bin ich auch sehr traurig, weil ich meinem Großen jegliche Katzengesellschaft verweigert habe und er als Einzelkitten aufwachsen musste. Jetzt hat er zwar Gesellschaft von den Whiskys, aber das ist nicht das Gleiche, auch wenn es schon viel besser als vorher ist. 


Tipps für eine Autorundreise durch Schottland

  1. Die Etappen kurz halten
    Schottland ist kein Land, das man im Schnelldurchgang durchrasen sollte. Unsere erste Reise beeinhaltete Etappenlängen von bis zu 250 km, auf der zweiten Reise haben wir schon auf höchstens 150-200 km reduziert, bei der nächsten Reise wird das nochmals auf höchstens 100 km am Tag gekürzt. Die schönsten Tage waren die, an denen wir uns einfach ohne jeglichen Zeitdruck treiben lassen konnten.
  2.  Hotels und B&B's
    Wer nach einem langen Reisetag nicht auch noch am Abend ins Auto sitzen möchte, sollte darauf achten, wo die Hotels und B&B's liegen. Es ist heute ja kein Problem mehr, vor der Buchung mal die Lage in Google Maps abzuchecken. Im Norden sind Hotels direkt an der Hauptstraße absolut buchbar, im Süden (in der Nähe der großen Städte) ist das eher zu vermeiden.
    Das Buchen über Buchungsportale ist bequem und manchmal auch günstiger, falls es jedoch nicht viel Auswahl in der gewünschten Region gibt, ruhig auch mal selbst auf die Suche gehen. Das Buchen über E-Mail funktioniert völlig problemlos.
  3. Gepäck
    Bei unserer ersten Rundreise hatte jeder von uns eine große Reisetasche, die wir jedes Mal beide in die Häuser schleppen mussten - oft, bzw. immer lag unser Zimmer in den oberen Etagen.
    Bei unsere zweiten Reise mit dem eigenen Auto haben wir unsere Kleidung in zwei Plastikboxen gepackt, die immer im Auto blieben. Zusätzlich hatten wir einen kleinen Handkoffer dabei, in dem unser Wasch-/Schlafzeug deponiert war und in den wir vor dem Einchecken die für den nächsten Tag gewünschte Kleidung packten. So hatten wir immer nur ein kleines Köfferchen im Hotelzimmer. Und falls wirklich etwas fehlte, war das Auto ja nicht weit. Das hat sich wirklich bewährt!
  4. Linksfahren
    Die größte Schwierigkeit, die wir bei der ersten Reise mit dem Linksfahren hatten, war das Schalten mit der "falschen" Hand im Mietwagen, weshalb wir uns vornahmen, dass wir, sollten wir jemals wieder mit Flugzeug + Mietwagen in Schottland unterwegs sein, auf jeden Fall einen Automatikwagen mieten. Wir sind ja auch beim eigenen Wagen daran gewöhnt, aber auch wer sonst mit Schaltgetriebe fährt dürfte diese Umstellung schneller intus haben und das Schalten dann einfach vergessen, als sich ständig zu verkünsteln (Linkshänder vielleicht ausgenommen ;-)).
    Auf Schottlands Straßen ist auch der zunächst ungewohnte Linksverkehr kein Problem. Der Straßenverkehr ist überschaubar (wenn man nicht gerade in Glasgow oder Edinburgh unterwegs ist) und die Einheimischen fahren zwar schnell (auf Singletracks am besten gleich am nächsten Passing Place halten und vorbei lassen) aber sehr freundlich.
  5. Zusatzdecke
    Wer nicht gerade ein Extremkuschelschläfer ist, sollte darüber nachdenken, eine Zusatzdecke mitzunehmen. Vor allem in B&B's sind die Betten meistens nur 1,40 - 1,60 m breit und verfügen nur über eine große Zudecke. In Hotels trifft man manchmal breitere Betten an, aber die Vorliebe für die Einzeldecke bleibt. Ich liebe meinen Mann sehr, aber wenn ich schlafen will, brauche ich meinen Freiraum. Auch brauche ich immer ein gewisses Quantum an Stoff um mich herum (vor allem in den kühlen schottischen Nächten).Wenn nun zwei Personen sich mit nur einer Decke zudecken müssen und dabei nicht aneinanderkleben, bleibt eine Frischluftzonenlücke dazwischen. Deshalb habe ich während unserer ersten Reise fast jede Nacht gefroren und zum Schluss lieber Einzelbetten gewählt, falls dies möglich war.
    Mit der zusätzlichen Fleecedecke war alles kein Problem mehr. Ich konnte mich einmummeln und mein Mann konnte sich die große Decke so zurechtziehen, wie er es benötigte.


t.b.c.

    Mittwoch, 27. Juli 2011

    Schottland 2010, Tag 16 (Ijmuiden - Stuttgart)

    Der letzte Tag unserer Reise begann mit einem leckeren Frühstück an Bord der Fähre. Da wir uns bei der Hinfahrt ja das Frühstück in die Kabine bestellt hatten, mussten wir dieses Mal erst noch suchen, wo der Frühstücksraum war. Zuerst folgten wir ja dem Pulk und reihten uns auch brav in eine lange Schlange ein, um dann erklärt zu bekommen, dass die Commodore-Passagiere ihren eigenen Frühstückraum hätten. Also wieder zurück und eine Etage nach oben ins a la carte Restaurant.

    Mal ein paar grundlegende Tipps für alle, die mal mit der DFDS-Fähre von Ijmuiden nach Newcastle fahren möchten (und vermutlich ist das bei anderen Fährverbindungen auch so):
    - Den Aufpreis für die Commodore-Suite sollte man sich echt gönnen - vor allem, wenn man von Anfang an Urlaub haben möchte. Den De Luxe-Aufschlag kann man sich sparen, wenn man darauf verzichten kann, die Commodore-Lounge zu betreten, die Kabinen sind annähernd gleich, das Frühstück ist auch gleich.
    - Das Abendessen sollte man erst an Bord buchen. Bei schlechtem Wetter will man nichts essen, dann war das Vorbuchen für die Katz'.
    - Wer Wert auf eine gemütliche Restaurant-Atmosphäre legt und nicht im Autobahnraststättenmodus essen möchte, sollte das Buffetrestaurant meiden und lieber einen Tisch in einem der a la Carte Restaurants wählen.


    Gegen 9.30 Uhr kamen wir in Ijmuiden an und starteten gleich in Richtung Süden, da wir auf der Rückfahrt keine weitere Übernachtung eingeplant hatten. Die Autobahnen in den Niederlanden sind übrigens toll! So viele Spuren nebeneinander und niemand drängelt, schneidet oder fährt zu dicht auf.
    Das ändert sich schlagartig, sobald man wieder auf deutschen Straße fährt. Noch dazu standen wir längere Zeit in einem riesigen Stau zwischen Duisburg und Köln. Es dauerte also fast neun Stunden, bis wir endlich zu Hause ankamen.



    4136 km (ohne Fährstrecken, dann würden noch einmal 1200 km dazukommen). Jeder einzige Kilometer hat sich gelohnt, vor allem der Weg in den ganz hohen Norden.
    Mein persönlicher Favorit war Glengorm Castle auf der Isle of Mull, aber es gab unzählige andere Orte, an denen ich jetzt in diesem Augenblick am liebsten wäre. Wir werden ganz sicherlich wieder nach Schottland zurückkehren und Gegenden erkunden, die wir während der Tour 2010 nicht gesehen haben.

    Denn ... wer einmal in Schottland war, wird immer wieder dorthin zurückkehren.


    Allerdings haben wir während dieser Tour noch einmal sehr deutlich eingesehen, dass man sich viel mehr Zeit einplanen sollte. Vor allem die Inseln Mull und Islay haben wir ja nur im Schnelldurchgang gesehen, das war wirklich sehr schade.

    Die nächste Reise nach Großbritannien ist für 2012 geplant, allerdings möchte mein Mann auch einmal England und Wales bereisen. Das hätte auch seinen Charme und ich finde einige Punkte, die ich gerne sehen würde - so aus Jane Austen-Sicht. Zum Beispiel Pemberley (Lyme Park in Cheshire), das Jane Austen Museum in Chawton oder Brighton und Bath.

    Dienstag, 26. Juli 2011

    Schottland 2010, Tag 15 (Loch Lomond - Newcastle)

    Nach dieser etwas unglücklichen Übernachtungsstation verließen wir die Gegend um den Loch Lomond eigentlich recht gerne, als jedoch  Glasgow passiert war und wir auf der Autobahn immer weiter in Richtung Süden fuhren, um Schottland bei Gretna (dort wo früher immer alle hingeflüchtet sind, um beim Schmied heimlich zu heiraten ;-)) zu verlassen, wurde wir schon ganz schön wehmütig.

    Das Wetter passte sich unserer traurigen Stimmung an, es regnete ausgiebig, während wir Meile um Meile zurücklegten. An einem großen Supermarkt hielten wir noch einmal an, um einige britische Lebensmittel einzukaufen, die wir mit nach Hause nehmen wollten. Einige Dosen Tennent's und verschiedene Cider, Shortbread, Chips und ein paar besondere Schokoriegel wanderten in unseren Kofferraum zu den elf Flaschen Whisky.

    Auf dem West-Ost-Querweg nach Newcastle hielten wir dann noch einmal kurz an einer römischen Ausgrabungsstätte am Hadrianswall.




    Wir spazierten auch ein wenig am Wall entlang, hatten aber die Abfahrtszeit der Fähre im Nacken und so machten wir uns recht bald auf den Weg nach Newcastle.













    Dieses Mal klappte das Einchecken problemlos, auch wenn der grüne Ersatzreisepass meines Mannes immer etwas argwöhnisch beäugt wurde. *g*
    Wir hatten nun ja eine "normale" Commodore Kabine und nicht die De Luxe-Variante, weshalb wir das Ablegen nicht in der De Luxe Lounge mitverfolgen durften, sondern ganz normal mit dem "Fußvolk" auf einem der Decks. Die Kabine selbst unterschied sich kaum von der besseren Kategorie. Vielleicht war sie einen halben Quadratmeter kleiner ;-).

    Die Überfahrt war dieses Mal sehr ruhig, wir wurden nicht seekrank und konnten auch unser vorgebuchtes Abendessen zu uns nehmen. Allerdings war das großartig angekündigte Büffet eine kleine Enttäuschung für uns. Das Motto lautete nämlich "Oktoberfest" und anstatt Meeresfrüchte und anderer Köstlichkeiten aus aller Herren Länder gab es Weißwürste, Semmelknödel, Fleischkäse & Co. :rolleyes:

    Im Prinzip ist da ja nichts dagegen zu sagen und nach knapp zwei Wochen "fremdem" Essen könnte man ja schon wieder mit Appetit in die heimische Ware beißen. Aber mal ehrlich, diese Produkte passen einfach nicht auf ein Schiff - vor allem nicht, wenn sie nicht mit Originalzutaten hergestellt werden und die Köche vermutlich noch nie in ihrem Leben im Süden Deutschlands waren (so hat es nämlich geschmeckt). Es hatte auch ein wenig von Autobahnraststätte und war sehr ungemütlich. Das nächste Mal werden wir mit Sicherheit einen Tisch in einem der a la Carte Restaurants buchen.

    Nun denn, satt wurden wir dennoch und nach einem gemütlichen Rundgang setzten wir uns in eine der unzähligen Bars, tranken einen letzten Whisky und beobachteten, wie einige Gäste mit den Weißbiergläsern kämpften und mehr Schaum als Bier im Glas hatten. *g*