Freitag, 17. Oktober 2014

Schottland 2014 - Tag 1

14.09.2014

Wir waren mal wieder auf dem Weg in das schönste Land der Welt (zumindest meiner Meinung nach ;)).

Schon im Dezember 2013 haben wir mit der Planung begonnen und ich habe ein wirklich wundervolles Ferienhaus auf der Isle of Skye gefunden, das als Mittelpunkt der fast dreiwöchigen Reise dienen sollte. Davor und danach planten wir einige Übernachtungen in Hotels und mit dem Gefühl, alles fertig gebucht zu haben, legte ich die Mappe mit den Buchungsbestätigungen zur Seite.

Bis ich Anfang September damit begann, unser Roadbook fertigzustellen und dabei feststellte, dass wir eine Übernachtungslücke und eine absolute Fehlplanung am Ende der Reise hatten. Letztlich brauchten wir auf die Schnelle noch zwei weitere Hotels, und bei unseren letzten Übernachtung musste ich noch ganz kurzfristig der Termin ändern, aber dazu später mehr.

Aber auch diese kurzfristigen Änderungen haben soweit geklappt (auch wenn die Hotels, die in unserer Wunschgegend noch freie Zimmer hatten, ziemlich rar gesät und auch recht teuer waren) und so freute ich mich unbändig auf Schottland.



Dieses Mal wollten wir direkt zur Fähre nach Ijmuiden, was in unserem Fall eine reine Fahrzeit von 6,5 bis 7 Stunden ausmacht. Der Check-In beginnt um ca. 14.30 Uhr, also wollten wir um 5.00 Uhr losfahren, um noch etwas Zeitpuffer zu haben.
An einem Sonntagmorgen um 4.00 Uhr aufzustehen kostet schon etwas Überwindung, aber wenn man in den Urlaub fährt, nimmt man das schon mal in Kauf.

Nach einer schnellen Tasse Kaffee und der letzten Fütterung der Raubtiere (um die Katzen würde sich zum ersten Mal meine Nichte kümmern, weil meine Schwiegermutter ein frisch operiertes Kniegelenk hatte) packten wir die letzten Dinge in den Kofferraum, setzten und fast pünktlich um Fünf ins Auto, schnallten und an, mein Mann steckte den Schlüssel ins Zündschloss und ... nichts!
Der Motor blieb absolut still. Keinen Mucks gab er von sich!

Mir schossen schon die Gedanken von einer verpassten Fähre durch den Kopf, denn wenn wir jetzt den ADAC rufen müssten, würden wir sicherlich erst Stunden später loskommen - wenn überhaupt. Mein Mann fluchte erst einmal, weil wir erst vor Kurzem in der Werkstatt waren und er dort auch das Thema Batterieentladung angesprochen hatte. Er musste nämlich auch schon mal nach der Arbeit fremdgestartet werden, weil das Auto nicht ansprang. Und eigentlich hätte der Fehler behoben werden sollen. War es offenbar nicht.

Also raste ich einmal ums Haus, holte meinen Smart und fuhr nach oben zum Stellplatz, während mein Mann die Starterkabel holte. So, wo ist denn nun die Batterie im Smart? Vorne, wo sie sich bei den meisten Autos befindet, nicht. Hinten unter der Kofferraumabdeckung auch nicht. Warum auch immer, die Smartsche Batterie ist im Fußraum des Beifahrersitzes eingebaut, falls die auch mal jemand suchen sollte. ;)

Nachdem ich also den Smart nochmal hin und her rangiert hatte (unsere Nachbarn werden uns verflucht haben, weil wir Sonntags in aller Frühe so einen Lärm fabriziert haben) konnten wir den Mercedes endlich starten.

Das völlig demontierte Smartinnenleben haben wir gerade so gelassen, ich habe ihn nur noch schnell wieder unter das Carport zurückgestellt und bin wieder ums Haus zurückgeflitzt, wo wir endlich losfahren konnten. Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass ich schweißgebadet war?

Und es hörte nicht auf. Nach ein paar Metern Fahrt stellten wir fest, dass die Innenraumbeleuchtung nicht erlöschte. War irgendeine Tür nicht richtig geschlossen? Noch einmal hielten wir an, ließen den Motor laufen und überprüften alle Türen. Der Kofferraumdeckel schnappte nicht in seine Verriegelung und schloss sich auch nach mehreren Versuchen nicht. Irgendwie klemmte das Schloss. Waaaah!

Erst als mein Mann dann doch den Motor wieder abstellte und die Zentralverriegelung mehrmals betätigte, rastete auch das Kofferraumschloss wieder ein und die Innenraumbeleuchtung erlosch. Aber jetzt stellte sich die Frage, ob das Auto wieder ansprang oder ob ich nochmal den Smart holen musste.


Zum Glück hatte die Batterie doch noch genügend Strom, um einen erneuten Startversuch erfolgreich hinter sich zu bringen und wir konnten ENDLICH losfahren, mit über einer halben Stunde Verspätung, die mir aber wie mindestens zehn Stunden vorkamen.

Die Fahrt selbst war dann völlig problemlos, es war kaum Verkehr auf den Straßen und so konnten wir uns langsam wieder entspannen. Nicht völlig, denn wir beide hatten im Hinterkopf, dass die Ursache des Stromverlustes immer noch im Hintergrund schwelte.
Vielleicht, so meinte mein Mann, war die Kofferraumverriegelung ja das Problem. Vielleicht hatte die Innenraumbeleuchtung die ganze Nacht gebrannt (zumindest so lange, bis der Strom alle war, weshalb das Auto dunkel war, als wir uns reinsetzten).
Wir hofften mal, dass das die Lösung des Problems war. Durch die lange Fahrt bis zur Fähre lud sich die Batterie ja auf jeden Fall erst einmal wieder komplett auf.

Bei der Fährfahrt selbst lief dieses Mal alles völlig problemlos.



Auch das Wetter war angenehm und die Nordsee extrem ruhig, sodass wir dieses Mal keine Reisetabletten brauchten.





Wir hatten uns ja wieder eine Commodore-Kabine gegönnt, die dieses Mal etwas größer war und sogar ein Doppelbett hatte. Das Badezimmer war jedoch dringend renovierungsbedürftig, aber das Schiff (bzw. beide Schiffe, die die Route ja täglich fahren) ist halt schon etwas in die Jahre gekommen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichteten wir dieses Mal. Eigentlich hatten wir geplant, auch einmal eines der A la Carte Restaurants auszuprobieren, als wir jedoch die Massen an Menschen sahen, die sich im Foyer tummelten (die Fähre war extrem gut gefüllt), kauften wir uns lieber ein Sandwich in der Cafeteria. Ziemlich überteuert, für ein labbriges Brötchen mit einer Scheibe Schinken und einem welken Salatblatt zahlte man 12 Euro!


Nun denn, die Nacht war ruhig, am nächsten Tag bekamen wir das Frühstück in der Kabine serviert. Das würde ich übrigens nicht empfehlen, es ist zwar ganz nett, im eigenen Zimmer zu frühstücken, aber die Auswahl ist dann doch eher bescheiden. Auf der Rückfahrt waren wir dann lieber wieder im Commodore-Frühstücksraum.


Die bange Frage war dann nur: Springt das Auto an?
Ich stellte mir das ziemlich peinlich vor, wenn sich die Schlange in Bewegung setzt, jeder möglichst schnell von der Fähre will und man sitzt da in einem Auto, das keinen Mucks von sich gibt. In diesem Fall hatten wir uns umsonst Sorgen gemacht, es sprang an, aber mit dem allerletzten Zucken der Batterie. Am Kofferraumdeckel hatte es also nicht gelegen und wir machten uns weiterhin Sorgen, wie das wohl auf der weiteren Reise funktionieren würde. Wenn wir zum Beispiel allein in unserem Cottage waren, weit und breit kein Mensch und das Auto startete nicht. Aber nach einer Lösung suchten wir später, jetzt fuhren wir erst einmal von der Fähre und immer weiter in Richtung Norden, wo uns Schottland mit heftigen Regenfällen erwartete.



Sonntag, 10. November 2013

Gestricktes - Teil 5



Bei den nächsten Socken habe ich mich an eine neue Variante der Ferse gewagt. Dafür musste ich allerdings wieder mit dem Bündchen beginnen, was Anfangs ziemlich ungewohnt war.

Das Muster heißt "Jeck" von Regina Satta und ist wunderbar einfach zu stricken. Auch erklärt Frau Satta unglaublich präzise und leicht nachfolgbar. Selbst die mir völlig unbekannte Herzchenferse ist mir auf Anhieb gelungen.

Zu schade nur, dass Frau Satta offenbar noch nie eine Toe-Up-Anleitung erstellt hat. Die Herzchenferse gibt es nämlich auch umgedreht und ich habe sogar das Buch, in dem das beschrieben ist. Das ist aber so verschwurbelt und unverständlich (für mich, andere kapieren das vielleicht), dass ich einen späteren Versuch abbrechen und alles wieder aufribbeln musste.


 Aus dem Rest der Jeckwolle (ein Überraschungswilder von Tausendschön) und der Sockblank-Färbung habe ich diese Restesocke gestrickt.

Und wieder eine Neuerung ausprobiert: Das nachträgliche Einstricken der Ferse.

Das ist wirklich ganz einfach. Man strickt die Socke quasi als Schlauch ohne Ferse komplett fertig. An der Stelle, an der die Ferse später eingefügt werden soll, strickt man einen Kontrastfaden ein. Die Maschen rechts und links dieses Kontrastfadens fädelt man dann später auf zwei Nadeln (bzw. vier - bei einem Nadelspiel) und zieht den Kontrastfaden heraus.

Dann strickt man einfach eine Bandspitze und schließt die letzten Maschen mit dem Maschenstich.

Diese Methode hat den Vorteil, dass man die Ferse auch mit einem anderen Garn stricken kann. Bei der Bumerangferse hat man ja sonst immer die zwei Reihen quer über den Fuß. 
Auch ist es manchmal schöner, wenn die Musterung des Garns nicht durch die Ferse unterbrochen wird. 



Als nächstes habe ich mich dann wieder einmal an einem rein englischen Muster versucht und ein Paar Socken für meinen Mann gestrickt. Das sind die "Simple Skyp Socks" und die Wolle ist meine Walnussblätterfärbung.



Das eigentliche Muster ist sehr einfach, ich habe nur mal wieder die weitere Anleitung ignoriert und habe auf eine Herzchenferse nach Regina Satta zurückgegriffen. Damit kann man die Musterung bis zur Sohle weiterstricken, was mir sehr gut gefällt.




Ein Paar weitere Socken für meinen Mann habe ich einfach nur mit rechten Maschen gestrickt. Das sind Wintersocken, denn ich habe die Wolle doppelt genommen.

Es war Aldi-Wolle, gewickelt auf vier Knäuels a 50 Gramm und ich dachte, dass es nicht nötig sei, erst jeweils zwei Knäuels zusammenzuwickeln.
Direkt nötig war es wirklich nicht, aber es wäre sicherlich einfacher gewesen. 

Da sich die vier Knäuels gerne ineinander verhedderten, habe ich jeweils zwei in Gefrierbeutel gesteckt und mit einer Tütenklammer so geschlossen, dass nur noch eine kleine Öffnung blieb. So konnten die Knäuels in der Tüte herumtanzen und ich hatte kein Kuddelmuddel mehr.



Zur Abwechslung mal keine Socken. Dies ist ein Loop, den ich fast zwei Mal gestrickt habe. Das erste Mal hielt ich mich an die Anleitung und habe die Wolle auch so wie sie vom Knäuel lief, abgestrickt.

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke habe ich alles wieder aufgeribbelt, weil es mir nicht gefallen hat. Einerseits, weil ich feststellte, dass ich den Loop nur unter Erstickungsanfällen zweimal um meinen Hals bekommen würde (meine Nadelstärke war zu klein) und andererseits weil mir die Wolle zu dünn erschien.

Also habe ich die Wolle doppelt genommen und die Maschenanzahl erhöht. Dieses Mal habe ich die doppelte Wolle zusammengeknäult. Sie hat sich so sehr dagegen gewehrt, dass ich vielleicht auf sie hören hätte sollen. Letztlich musste ich ein ganzes Stück herausschneiden, denn die Fäden waren einfach unentwirrbar.


Das Ergebnis überzeugt mich nicht wirklich. *seufz*
Obwohl das Muster an sich ganz nett ist und die Wolle wirklich sehr schön weich. Aber eigentlich ist das eine wunderschöne Farbverlaufswolle von 100Farbspiele "Grau liebt Rosa". Das was ich fabriziert habe, ist eine seltsame Melange, die zwar auch von hell auf dunkel wechselt, aber eine doch recht undefinierbare Farbe hat. Außerdem habe ich es mit der Erhöhung der Maschenanzahl zu gut gemeint. Jetzt passt der Loop gleich drei Mal um meinen Hals, was echt nicht sonderlich schön aussieht. *doppelseufz*

Also nochmal aufribbeln? Ich glaube nicht, dass ich die Fäden wieder getrennt bekomme. Das Besondere an der 100Farbspiele-Wolle ist ja, dass sie aus sehr dünnen Einzelfäden besteht, die sich erst beim Stricken "verzwirbelt". Jetzt habe ich also acht Fäden, die in alle Richtungen verdreht sind, das Trennen wäre wohl eine äußerst aufwändige Arbeit. Okay, ich verbuche das halt als Lehrgeld, nicht alles, was ich herumexperimentiere, gelingt halt auch.




Zurück also zu vertrautem Socken-Terrain. Inzwischen habe ich mir ein paar Satta-Bücher gekauft und in einem fand ich das Muster "In den Weinbergen". Wie passend, dass ich von der Drachenwolle einen Strang mit dem Namen "Reben und Ranken" hatte. 



Gleichzeitig bin ich auch auf ein Schalmuster gestoßen, dass mir sehr gefallen hat. Eine Art Zopfmuster, das aber von beiden Seiten genau gleich aussieht (bei normalen Zopfmustern ist immer nur die Vorderseite schön).

Mit der DK-Wolle "Ruby Thursday" von der Wollmeise habe ich den Palindrom-Schal mal angestrickt.


Das Muster ist wirklich sehr einfach und eignet sich wunderbar für Schals. Allerdings habe ich die doppelte Breite genommen (jaha, ich experimentiere weiter ;-)).
Die Farbe der Wolle ist eigentlich nicht wirklich so lila sondern eher weinrot, aber ich musste mit künstlichem Licht knipsen, weil ich inzwischen das Tageslicht nur noch durch mein Bürofenster zu sehen bekomme (wenn ich morgens ins Büro fahre, ist es noch dunkel, wenn ich abends nach Hause fahre, ist es schon dunkel).

Das macht mir nichts aus, aber es ist halt schöner und authentischer die Sachen bei Tageslicht zu fotografieren.


So, jetzt bin ich auf dem Laufenden mit den abgeschlossenen Projekten. Neben dem Palindrom-Schal habe ich auch ein nächstes Nuvem angefangen, das aber wirklich noch in den ersten Runden steckt.