Freitag, 24. Oktober 2014

Schottland 2014 - Tag 2

15.09.2014

Je weiter wir nach Schottland hinein fuhren, umso besser wurde das Wetter, bis es sogar kurz vor Stirling aufhörte zu regnen. Wie immer, wenn wir nach Schottland fahren, hatten wir auch in diesem Jahr unglaubliches Glück mit dem Wetter. Natürlich regnete es auch einmal und sogar zwei Tage Sturm waren dabei, aber wir hatten auch wolkenlosen Himmel und Sonnenschein bei 23°C (also richtiges Wohlfühlwetter für mich ;-)).

Stirling stand für uns als erster Stopp auf dem Plan, weil wir natürlich Stirling Castle besichtigen wollten, wohin wir auch gleich als Erstes fuhren. Das Castle ist ja schon von weitem zu sehen, weil es auf einem Hügel liegt, es ist also nicht zu verfehlen. Man muss jedoch inzwischen keine bergsteigerischen Fähigkeiten mehr besitzen, denn es führt eine Straße bis direkt vor das Castle, wo sich ein großer Parkplatz befindet. Der ist natürlich kostenpflichtig und bevor man auf den Parkplatz fahren darf, sollte man bei der netten Dame, die neben der Einfahrt in einem Holzverschlag sitzt, ein Ticket kaufen.

Tja und wo hat so ein Euro-Tourist seinen Geldbeutel mit der fremden Währung? Natürlich im Kofferraum! *g*
Also versuchte mein Mann das der Dame zu erklären und versprach, gleich nach dem parken wieder zurückzukommen, und die Gebühr zu bezahlen. Sie winkte uns durch und wir suchten uns einen freien Platz. Als wir dann wieder neben dem Kassenhäuschen standen, war dort gerade die Hölle los. Ein Fahrzeug nach dem anderen trudelte ein, wir mussten sicherlich eine viertel Stunde warten, bis mein Mann endlich vor den Autoschalter treten konnte. Um dann festzustellen, dass die Frau überhaupt nicht mehr wusste, um was es eigentlich ging. Vermutlich hätte es keinen interessiert, ob wir nun bezahlt hätten oder nicht. Aber wir sind ja typisch deutsch und überkorrekt, "mir zahlet onser Sach!"


Bevor wir das Castle betraten, warfen wir erst einmal einen Blick in die Gegend. In der Ferne war das Wallace Monument zu erkennen, das wir am nächsten Tag besuchen wollten.



Dann kauften wir eine Eintrittskarten, stellten fest, dass wir dieses Jahr wohl lieber keinen Explorer Pass kaufen würden, weil wir die darin enthaltenen Sehenswürdigkeiten einerseits schon besichtigt hatten und uns andererseits hauptsächlich in einer Gegend aufhalten würden, in der es gar keine enthaltenen Sehenswürdigkeiten gab.

Eine Führung gab es zu unserer Besuchszeit leider nicht, also stromerten wir selbst über das Gelände und durch die unzähligen Gebäude und Ausstellungen von Stirling Castle.










Nach zwei Stunden hatten wir dann genug, es war schon später Nachmittag und wir hatten langsam Hunger. Also suchten wir erst einmal nach einem Supermarkt und fanden einen großen Sainsbury's in dem wir uns mit Sandwiches, Keksen und Getränken eindeckten, die wir dann in der hintersten Ecke des Supermarktparkplatzes gleich verspeisten.

Dort hatte ich zum Glück auch ein Netz, um nach der Lage unseres Hotels zu googeln. Denn blöderweise fand unser Navi die eingegebene Adresse nicht (das würde uns noch einige Male so ergehen, später war ich dann klüger und habe immer schon am Vortag über wlan nach dem nächsten Hotel gegoogelt). 

Dabei war das Broomhall Castle Hotel eigentlich ganz einfach zu finden, auch wenn es etwas abseits an einem bewaldeten Hang liegt.


Ein richtig nettes, kleines Schlosshotelchen mit sehr freundlichen Angestellten. Überhaupt nicht überkandidelt, man benötigt keine feudale Abendgarderobe und alles ist recht locker. Die Zimmer sind sehr groß, zumindest unseres, das noch einen Erker mit Sitzgelegenheit hatte und das Badezimmer ist gleichzeitig modern und doch altmodisch eingerichtet - mit einer wunderbaren, tiefen Badewanne mit Löwenfüßen.


Auch das Abendessen im hoteleigenen Restaurant war äußerst lecker und das Frühstück am nächsten Morgen prima. Ein richtig schöner Einstieg in die schottischen Übernachtungen.










Freitag, 17. Oktober 2014

Schottland 2014 - Tag 1

14.09.2014

Wir waren mal wieder auf dem Weg in das schönste Land der Welt (zumindest meiner Meinung nach ;)).

Schon im Dezember 2013 haben wir mit der Planung begonnen und ich habe ein wirklich wundervolles Ferienhaus auf der Isle of Skye gefunden, das als Mittelpunkt der fast dreiwöchigen Reise dienen sollte. Davor und danach planten wir einige Übernachtungen in Hotels und mit dem Gefühl, alles fertig gebucht zu haben, legte ich die Mappe mit den Buchungsbestätigungen zur Seite.

Bis ich Anfang September damit begann, unser Roadbook fertigzustellen und dabei feststellte, dass wir eine Übernachtungslücke und eine absolute Fehlplanung am Ende der Reise hatten. Letztlich brauchten wir auf die Schnelle noch zwei weitere Hotels, und bei unseren letzten Übernachtung musste ich noch ganz kurzfristig der Termin ändern, aber dazu später mehr.

Aber auch diese kurzfristigen Änderungen haben soweit geklappt (auch wenn die Hotels, die in unserer Wunschgegend noch freie Zimmer hatten, ziemlich rar gesät und auch recht teuer waren) und so freute ich mich unbändig auf Schottland.



Dieses Mal wollten wir direkt zur Fähre nach Ijmuiden, was in unserem Fall eine reine Fahrzeit von 6,5 bis 7 Stunden ausmacht. Der Check-In beginnt um ca. 14.30 Uhr, also wollten wir um 5.00 Uhr losfahren, um noch etwas Zeitpuffer zu haben.
An einem Sonntagmorgen um 4.00 Uhr aufzustehen kostet schon etwas Überwindung, aber wenn man in den Urlaub fährt, nimmt man das schon mal in Kauf.

Nach einer schnellen Tasse Kaffee und der letzten Fütterung der Raubtiere (um die Katzen würde sich zum ersten Mal meine Nichte kümmern, weil meine Schwiegermutter ein frisch operiertes Kniegelenk hatte) packten wir die letzten Dinge in den Kofferraum, setzten und fast pünktlich um Fünf ins Auto, schnallten und an, mein Mann steckte den Schlüssel ins Zündschloss und ... nichts!
Der Motor blieb absolut still. Keinen Mucks gab er von sich!

Mir schossen schon die Gedanken von einer verpassten Fähre durch den Kopf, denn wenn wir jetzt den ADAC rufen müssten, würden wir sicherlich erst Stunden später loskommen - wenn überhaupt. Mein Mann fluchte erst einmal, weil wir erst vor Kurzem in der Werkstatt waren und er dort auch das Thema Batterieentladung angesprochen hatte. Er musste nämlich auch schon mal nach der Arbeit fremdgestartet werden, weil das Auto nicht ansprang. Und eigentlich hätte der Fehler behoben werden sollen. War es offenbar nicht.

Also raste ich einmal ums Haus, holte meinen Smart und fuhr nach oben zum Stellplatz, während mein Mann die Starterkabel holte. So, wo ist denn nun die Batterie im Smart? Vorne, wo sie sich bei den meisten Autos befindet, nicht. Hinten unter der Kofferraumabdeckung auch nicht. Warum auch immer, die Smartsche Batterie ist im Fußraum des Beifahrersitzes eingebaut, falls die auch mal jemand suchen sollte. ;)

Nachdem ich also den Smart nochmal hin und her rangiert hatte (unsere Nachbarn werden uns verflucht haben, weil wir Sonntags in aller Frühe so einen Lärm fabriziert haben) konnten wir den Mercedes endlich starten.

Das völlig demontierte Smartinnenleben haben wir gerade so gelassen, ich habe ihn nur noch schnell wieder unter das Carport zurückgestellt und bin wieder ums Haus zurückgeflitzt, wo wir endlich losfahren konnten. Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass ich schweißgebadet war?

Und es hörte nicht auf. Nach ein paar Metern Fahrt stellten wir fest, dass die Innenraumbeleuchtung nicht erlöschte. War irgendeine Tür nicht richtig geschlossen? Noch einmal hielten wir an, ließen den Motor laufen und überprüften alle Türen. Der Kofferraumdeckel schnappte nicht in seine Verriegelung und schloss sich auch nach mehreren Versuchen nicht. Irgendwie klemmte das Schloss. Waaaah!

Erst als mein Mann dann doch den Motor wieder abstellte und die Zentralverriegelung mehrmals betätigte, rastete auch das Kofferraumschloss wieder ein und die Innenraumbeleuchtung erlosch. Aber jetzt stellte sich die Frage, ob das Auto wieder ansprang oder ob ich nochmal den Smart holen musste.


Zum Glück hatte die Batterie doch noch genügend Strom, um einen erneuten Startversuch erfolgreich hinter sich zu bringen und wir konnten ENDLICH losfahren, mit über einer halben Stunde Verspätung, die mir aber wie mindestens zehn Stunden vorkamen.

Die Fahrt selbst war dann völlig problemlos, es war kaum Verkehr auf den Straßen und so konnten wir uns langsam wieder entspannen. Nicht völlig, denn wir beide hatten im Hinterkopf, dass die Ursache des Stromverlustes immer noch im Hintergrund schwelte.
Vielleicht, so meinte mein Mann, war die Kofferraumverriegelung ja das Problem. Vielleicht hatte die Innenraumbeleuchtung die ganze Nacht gebrannt (zumindest so lange, bis der Strom alle war, weshalb das Auto dunkel war, als wir uns reinsetzten).
Wir hofften mal, dass das die Lösung des Problems war. Durch die lange Fahrt bis zur Fähre lud sich die Batterie ja auf jeden Fall erst einmal wieder komplett auf.

Bei der Fährfahrt selbst lief dieses Mal alles völlig problemlos.



Auch das Wetter war angenehm und die Nordsee extrem ruhig, sodass wir dieses Mal keine Reisetabletten brauchten.





Wir hatten uns ja wieder eine Commodore-Kabine gegönnt, die dieses Mal etwas größer war und sogar ein Doppelbett hatte. Das Badezimmer war jedoch dringend renovierungsbedürftig, aber das Schiff (bzw. beide Schiffe, die die Route ja täglich fahren) ist halt schon etwas in die Jahre gekommen.

Auf einen Restaurantbesuch verzichteten wir dieses Mal. Eigentlich hatten wir geplant, auch einmal eines der A la Carte Restaurants auszuprobieren, als wir jedoch die Massen an Menschen sahen, die sich im Foyer tummelten (die Fähre war extrem gut gefüllt), kauften wir uns lieber ein Sandwich in der Cafeteria. Ziemlich überteuert, für ein labbriges Brötchen mit einer Scheibe Schinken und einem welken Salatblatt zahlte man 12 Euro!


Nun denn, die Nacht war ruhig, am nächsten Tag bekamen wir das Frühstück in der Kabine serviert. Das würde ich übrigens nicht empfehlen, es ist zwar ganz nett, im eigenen Zimmer zu frühstücken, aber die Auswahl ist dann doch eher bescheiden. Auf der Rückfahrt waren wir dann lieber wieder im Commodore-Frühstücksraum.


Die bange Frage war dann nur: Springt das Auto an?
Ich stellte mir das ziemlich peinlich vor, wenn sich die Schlange in Bewegung setzt, jeder möglichst schnell von der Fähre will und man sitzt da in einem Auto, das keinen Mucks von sich gibt. In diesem Fall hatten wir uns umsonst Sorgen gemacht, es sprang an, aber mit dem allerletzten Zucken der Batterie. Am Kofferraumdeckel hatte es also nicht gelegen und wir machten uns weiterhin Sorgen, wie das wohl auf der weiteren Reise funktionieren würde. Wenn wir zum Beispiel allein in unserem Cottage waren, weit und breit kein Mensch und das Auto startete nicht. Aber nach einer Lösung suchten wir später, jetzt fuhren wir erst einmal von der Fähre und immer weiter in Richtung Norden, wo uns Schottland mit heftigen Regenfällen erwartete.